Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVL)

Druckversion der Seite:Klimaziele und Maßnahmen

Klimaziele und Maßnahmen des Lebensmittelhandels

Die Unternehmen des Lebensmittelhandels engagieren sich bereits seit Jahren für mehr Nachhaltigkeit im Rahmen ihrer Einflussmöglichkeiten. Zur Nachhaltigkeit zählt auch der Schutz der Umwelt, als eine tragende Säule, die eng mit dem Schutz des Klimas verbunden ist. Zum Klimaschutz verfolgen die Unternehmen eigene Klimaziele und ergreifen sprechende Maßnahmen, um diese zu erreichen. 

Der Lebensmittelhandel versorgt gemeinsam mit der Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung die Bevölkerung mit Lebensmitteln und Getränken. Aus dieser Geschäftstätigkeit heraus entstehen Treibhausgas-Emissionen. Dabei entsteht ein Großteil der Emissionen in den vorgelagerten Lieferketten des Lebensmittelhandels. Gleichzeitig ist der Klimawandel mit bspw. Wetterextremen (Überschwemmungen, Dürren etc.) auch für die Unternehmen mit Risiken verbunden. So können Ernteausfälle zu verminderter Warenverfügbarkeit, steigenden Waren- und Rohstoffpreisen sowie schwindender Planungssicherheit führen.

Grundsätze und Committments

Alle großen Unternehmen des Lebensmittelhandels verfolgen wissenschaftsbasierte Klimaziele. Sie haben sich deshalb bereits vor Jahren der Science Based Targets initiative (SBTi) angeschlossen, die an den Zielen des Pariser Klimaabkommens ausgerichtet ist.

Viele Unternehmen haben sich dazu verpflichtet, bis spätestens 2050 das Net-Zero-Ziel gemäß SBTi zu erreichen. Darüber hinaus legen sie Zwischenziele fest, die Scope 1 und 2 und je nach Unternehmensentscheidung auch Scope 3 umfassen. Hierzu müssen die Unternehmen in Bezug auf ein Basisjahr in zeitlich festgelegten Zwischenschritten ihre betriebsbedingten Emissionen (Scope 1 u. 2) und vor- sowie nachgelagerte Emissionen (Scope 3) reduzieren. Die Klimaziele nach dem Standard der SBTi sind wissenschaftlich fundiert und werden durch die SBTi validiert und freigegeben.

Da der Großteil der Emissionen des Lebensmittelhandels in der (vorgelagerten) Lieferkette entsteht, begrüßen es die Handelsunternehmen, dass sich viele Unternehmen der vor- und nachgelagerten Lieferkette (Scope 3) ebenfalls SBTi-Reduktionsziele gesetzt haben. Um diese Ziele erreichen zu können, ist die breite Mitwirkung der Lieferanten in der Umsetzung erforderlich. Hierzu wird die gesamte Wertschöpfungskette in der gemeinsamen Umsetzung unterstützt.

Ansätze und Maßnahmen

Zu den Schwerpunkten der Maßnahmen, die vom Lebensmittelhandel ergriffen werden, zählen die Nutzung erneuerbarer Energien, alternativer Antriebe, energieeffiziente Gebäude, eine emissionsarme Abfallbehandlung und nicht zuletzt die gezielte Erweiterung des pflanzenbasierten Sortiments. Weitere Informationen hier: Pflanzenbetonte Ernährung

Eine vorausschauende Sortimentsgestaltung ist ein relevanter Hebel, um Klimaschutzaspekte stärker zu berücksichtigen und gleichzeitig Impulse für eine bewusstere Ernährung zu setzen.

Auch setzten sich die Unternehmen dafür ein, den ökologischen Fußabdruck der Produkte zu reduzieren, beispielsweise im Bereich Verpackungen. Hierzu wird der Einsatz von Verpackungsmaterial reduziert, zunehmend Rezyklate eingesetzt und alternative Lösungen bei Verpackungen umgesetzt.

Parallel dazu forcieren die Unternehmen den Schutz vor Entwaldung sowie klimafreundliche Anbaumethoden, um ökologische Auswirkungen direkt am Rohstoffursprung zu minimieren.

Datenverfügbarkeit vereinfachen

Die Unternehmen des Lebensmittelhandels haben neben ihren individuellen Klimazielen im Rahmen von SBTi auch unterschiedlichste regulative Anforderungen zu erfüllen. Hier bieten Konzepte, wie Datenräume (vertrauenswürdig, souverän, interoperabel und flexibel), zahlreiche Möglichkeiten, Synergien für die gesamte Wertschöpfungskette zu schaffen.

In diesem Zusammenhang begrüßt der Lebensmittelhandel grundsätzlich Dateninitiativen der Lieferkette zur Verbesserung der Datenverfügbarkeit und -qualität durch Standardisierung, wie es bspw. mit der QS-Klimaplattform umgesetzt wird. Weitere Informationen: https://q-s.de/klimaplattform/klimaplattform.html