„Das derzeitige Gesetz bleibt weit hinter den Erwartungen zurück. Damit eine staatliche Haltungskennzeichnung tatsächlich einen Mehrwert schafft und Tierwohl fördert, muss sie alle Vertriebswege, vor allem auch die Gastronomie umfassen, praktikabel und für Verbraucherinnen und Verbraucher verständlich sein. Der deutsche Lebensmittelhandel geht hier bereits seit Jahren erfolgreich voran, indem er Haltungsformen konsequent kennzeichnet. Deshalb ist es entscheidend, dass bewährte privatwirtschaftliche Kennzeichnungssysteme sinnvoll in das Gesetz integriert werden, um Synergien zu nutzen und die Akzeptanz bei Erzeugern und Konsumenten zu stärken. Ebenso müssen weitere zentrale Vertriebswege wie die Gastronomie einbezogen werden, damit Verbraucherinnen und Verbraucher auch außer Haus eine verantwortungsvolle Wahl treffen können. Schließlich ist es unerlässlich, auch importierte Ware in die Kennzeichnungspflicht einzubeziehen, um gleiche Standards für alle Produkte sicherzustellen und Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Nur so können die hohen deutschen Tierwohlstandards insgesamt sichtbar werden.“, betont BVLH-Präsident Björn Fromm.
Verbände-Allianz legt integriertes Konzept zur grundlegenden Überarbeitung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes vor
Die derzeitige staatliche Haltungskennzeichnung greift zu kurz – mit gravierenden Folgen für Tierwohl, Transparenz und fairen Wettbewerb. Deshalb haben vier zentrale Akteure der gesamten Wertschöpfungskette – der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), der Deutsche Bauernverband (DBV), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) und der Verband der Fleischwirtschaft (VDF) – eine Verbände-Allianz gebildet und ein gemeinsames integriertes Konzept zur grundlegenden Überarbeitung des Gesetzes vorgelegt.
Tierwohl in den Mittelpunkt rücken
Mit dem nun vorgelegten Konzept zielt die Verbände-Allianz darauf ab, das Tierwohl wieder als zentrales Anliegen des Gesetzes zu verankern. Die vorgeschlagenen Änderungen sollen für echte Verbraucherorientierung sorgen und gleichzeitig praktikable Lösungen für landwirtschaftliche Betriebe und die gesamte Lieferkette schaffen.

Eckpunkte der Reformvorschläge:
- Verpflichtende Ausweitung der Haltungskennzeichnung auf die Außer-Haus-Verpflegung und importierte Ware
- Integration bewährter privatwirtschaftlicher Systeme wie der Initiative Tierwohl und der Haltungsform des Lebensmitteleinzelhandels
- Bundeseinheitlicher Rahmen für Registrierung und Kontrolle der Betriebe
- Klare, verpflichtende Begriffsdeklarationen („Stall“, „Stall+Platz“, „Frischluftstall“, „Bio“) mit optionaler Logo-Nutzung bestehender Haltungsform-Systeme
- Ermöglichung des vollumfänglichen Downgradings zur flexiblen Vermarktung von Produkten aus höheren Haltungsformen
Das Integrierte Gesamtkonzept zum Tierhaltungskennzeichnungsgesetz der Verbände-Allianz finden Sie hier.
