Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVL)

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Lebensmittelhandel in Sorge um Amazonas-Soja-Moratorium

Die Unternehmen des deutschen Lebensmitteleinzelhandels setzen sich seit Jahren für entwaldungs- und umwandlungsfreie Soja-Lieferketten und den Schutz des Regenwaldes, insbesondere im Amazonas, ein. In diesem Zusammenhang sprechen sie sich für verantwortungsvoll und nachhaltig produziertes Soja aus und unterstützen das Amazonas-Soja-Moratorium. Dieses weitreichende Engagement beinhaltet auch die Unterstützung des „Cerrado Manifests“ und das aktive Eintreten für die Einbeziehung von „other wooded lands“ in die EU-Entwaldungsverordnung.

Mit großer Sorge beobachten wir, dass das Moratorium derzeit in Brasilien unter Druck gerät. Grundsätzlich steht der deutsche Lebensmittelhandel für entwaldungs- und umwandlungsfreie Lieferketten und befürwortet daher ausdrücklich jede Maßnahme, die zur Sicherung solcher Lieferketten beiträgt. Nach Überzeugung des Handels ist das Amazonas-Soja-Moratorium ein zentrales Instrument zur Umsetzung dieser Zielsetzung.

Für entwaldungs- und umwandlungsfreie Soja-Lieferketten ist das aktive Mitwirken aller Beteiligten entlang der Lieferkette unerlässlich. Der Handel setzt sich für mehr Transparenz und Rückverfolgbarkeit in den Soja-Lieferketten für Futtermittel ein und unterstützt die Entwicklung solcher Lieferketten, die eine verlässliche Einhaltung von Nachhaltigkeitskriterien, wie denen des Amazonas-Soja-Moratoriums, gewährleisten. Der Handel weist darauf hin, dass seine Einflussmöglichkeiten ohne ausreichende Transparenz und Rückverfolgbarkeit in der vorgelagerten Lieferkette allerdings begrenzt sind. Soja ist im Bereich Futtermittel nicht Teil der direkten Lieferkette des Lebensmitteleinzelhandels, sondern nur mittelbar in den Produkten enthalten, was mit entsprechend eingeschränkten Steuerungs- und Einflussmöglichkeiten in den vorgelagerten Soja-Lieferketten einhergeht. Vor diesem Hintergrund betont der Handel die Notwendigkeit eines gemeinsamen Verständnisses und der Zusammenarbeit aller Beteiligten, um wirksame entwaldungs- und umwandlungsfreie Soja-Lieferketten zu schaffen und zu sichern.

Wiederholt setzte sich der BVLH auch bei der Bundesregierung dafür ein, dass Thema im Austausch mit der Brasilianischen Regierung anzusprechen.