Die deutsche Schweinehaltung steht derzeit stark unter Druck: Ein hohes europäisches Angebot (u.a. gravierend gestiegene Rohstoffmengen aus Spanien) trifft zurzeit auf eine verhaltene Nachfrage sowie eingeschränkte Absatzmöglichkeiten im Inland und auf wichtigen Exportmärkten. Dadurch ist der Schweinepreis auf 1,32 EUR / kg gefallen und somit auf einen Preis, der grundsätzlich nicht kostendeckend ist. Aufgrund der angespannten Lage drohen Protestaktionen Richtung Schlachter, Gastronomie und Handel. Ferner wird die Politik verstärkt zum Handeln aufgerufen. Der deutsche Lebensmitteleinzelhandel (LEH) nimmt die Lage der Landwirtschaft sehr ernst und weist insbesondere auf die zentralen Ursachen im internationalen Handel hin. Der LEH schlägt deshalb strukturell Folgendes vor:
- Ein gut ausgestattetes Bundesprogramm zum Umbau der Tierhaltung.
- Ein praxistaugliches Tierhaltungskennzeichnungsgesetz, das Tierwohlstandards in allen wesentlichen Vertriebswegen sichtbar macht.
- Eine Erhöhung der Liquiditätshilfen der Rentenbank sowie die Implementierung der Risikoausgleichsrücklage.
- Ein Förderprogramm Sauenhaltung und längere Umbaufristen bei Deckzentren und den Abferkelbereichen.
- Eine verstärkte Einbeziehung der Außer-Haus-Verpflegung in die politischen Dialogformate.
- Nutzung der Herkunftskennzeichnung „Gutes aus deutscher Landwirtschaft“ in allen inländischen Vertriebswegen.
Hier finden Sie unser Hintergrundpapier zur aktuellen Lage auf dem Schweinefleischmarkt.
