Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVL)

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Gemeinsam die deutsche Landwirtschaft zukunftsfest machen

Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels und der Handelsverband Lebensmittel (BVLH) haben heute auf Einladung der niedersächsischen Landwirtschaftsministerin Otte-Kienast gemeinsam mit Vertretern aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Politik über die wirtschaftliche Situation der Landwirtschaft beraten. Dazu stellt BVLH-Hauptgeschäftsführer Franz-Martin Rausch fest:

„Wir Lebensmittelhändler wollen unseren Beitrag dazu leisten, in Deutschland eine leistungsfähige, wirtschaftlich frei und rentabel arbeitende Landwirtschaft zu erhalten, die auf Dauer in der Lage ist, qualitativ hochwertige Agrarrohstoffe und Lebensmittel zu erzeugen. Der Weg dorthin ist alles andere als einfach, aber der Handel ist bereit, ihn mitzugehen. Das zeigen die intensiven Gespräche, die Unternehmen einzeln aber auch mit dem Verband seit Wochen mit verschiedenen landwirtschaftlichen Organisationen führen. Gemeinsam mit Landwirten haben wir einen 5-Punkte-Plan vorgelegt, den wir nun umsetzen. Die ersten Gespräche über Lösungen für die besonders getroffenen Bereiche Milch- und Fleischerzeugung haben in dieser Woche begonnen. Sie waren sachlich, konstruktiv und haben gezeigt, dass Handel und Landwirtschaft zu Lösungen kommen wollen. Wir laden alle Vertreter der Landwirtschaft ein, sich an diesen Gesprächen zu beteiligen.

Die vor uns liegenden Herausforderungen können Lebensmittelhandel und Landwirtschaft aber nicht allein meistern. Der Handel ist nur eine Absatzkanal und in der Regel auch nicht der natürliche Vertragspartner der Landwirtschaft. Ohne die Hauptabnehmer landwirtschaftlicher Rohstoffe wird es keine tragfähigen Lösungen geben können. Deshalb muss die Verarbeitungswirtschaft zügig in die Gespräche einbezogen werden. Aber nicht nur die Industrie muss mehr Verantwortung übernehmen. Auch die Politik muss ihren Anteil leisten. Kurzfristig muss sie unbürokratisch finanzielle Hilfen zur Verfügung stellen, um Corona- und ASP-bedingt in Not geratene Bäuerinnen und Bauern zu unterstützen. Diese Forderung der Landwirtschaft unterstützt der Handel einhellig. Mittelbar kann die Bundesregierung vor allem den Schweinfleischerzeugern helfen, indem sie alle Anstrengungen unternimmt, ASP-bedingt geschlossene Exportmärkte so schnell wie möglich wieder zu öffnen. Auch diese Forderung der Landwirtschaft unterstützt der Handel nachdrücklich. Die Marktöffnung wäre eine wirksame Maßnahme, den aktuell großen Angebotsüberhang abzubauen und somit auch für eine Stabilisierung der Erzeugerpreise zu sorgen.

Darüber hinaus braucht es zügig einen agrarwirtschaftspolitischen Dialog zwischen Bundesregierung, Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung und Lebensmittelhandel. Ein solcher Dialog arbeitet zielstrebig auf die Umsetzung marktorientierter agrarpolitische Steuerungs- und Förderinstrumente hin, die Bauern unmittelbar helfen, erzeugerspezifische Risiken abzufedern, und er bekennt sich zu den Leitplanken des Wettbewerbsrecht sowie zu den wettbewerbsökonomischen Grundprinzipien der Marktwirtschaft, vor allem zum Prinzip der freien Preisbildung nach Angebot und Nachfrage.“