Kompetenz für Lebensmittel.

Themen

Unternehmen und Verbrauchern gerecht werden

Verbraucherschutz hat im Lebensmittelsektor mehrere vielschichtige Facetten. Im Kern geht es dabei jedoch immer um die Themen Lebensmittelsicherheit, Lebensmittelinformation und Lebensmittelkennzeichnung. Vor allem bei den zwei letztgenannten Komplexen kommen verschiedene Verbraucherleitbilder zum Ausdruck, die auf unterschiedlichen Wertvorstellungen basieren. Dieses oder jenes in Verordnungen und Gesetzen zu manifestieren, ist das Ziel der öffentlichen Debatte.

Dreiklang des Verbraucherschutzes: Sicherheit, Information und Kennzeichnung

Vor diesem Hintergrund basiert die Arbeit des BVLH auf der Überzeugung, dass durch Lebensmittel keinerlei Gefahr für die menschliche Gesundheit ausgehen darf. Ferner wird das Handeln des Verbandes vom Leitbild des mündigen durchschnittlich gebildeten Verbrauchers bestimmt, dem wertneutral alle Informationen zur Verfügung gestellt werden, um das eigene Informationsbedürfnis zu befriedigen. Diese Position zielt ab auf den Ausgleich zwischen dem Sicherheits- und Informationsbedürfnis der Verbraucher und den schutzwürdigen, wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen.


Ausgleichende Gerechtigkeit bei Standards und Normen

Das Verbraucherschutzverständnis des BVLH ist daher darauf ausgerichtet, auf Standards und Normen hinzuwirken, die diesem Ausgleich gerecht werden.

 

Lebensmittelsicherheit

Der Schutz vor Gefahren für die menschliche Gesundheit, die sowohl mittelbar als auch unmittelbar durch den Verzehr von Lebensmitteln entstehen können, hat für den deutschen Lebensmittelhandel höchste Priorität. Die Unternehmen stellen diesen Anspruch durch strenge Eigenkontrollsysteme und durch die Beteiligung an stufenübergreifenden Qualitätssicherungssystemen sicher.

Für die Lebensmittelsektoren Fleisch sowie Obst und Gemüse gibt es das QS-System, für den Bereich Eier ist KAT zuständig. Beide Systeme setzen mit Ihren Anforderungen auf den Qualitätssicherungsstandards GLOBALG.A.P. und IFS auf. Diese prüfen, ob Erzeugung und Produktion von Lebensmitteln gemäß der gültigen Gesetze und der guten Herstellungspraxis erfolgen. Sie bewerten ebenfalls, ob der Produzent Prozesse implementiert hat, die im Krisenfall ein schnelles Handel ermöglichen. Die genannten Systeme und Standards haben gemein, dass ihre Einhaltung in den Betrieben von akkreditierten Zertifizierungsstellen und deren Auditoren geprüft wird.

Auf diese Systeme und Standards setzt jedes Handelsunternehmen zusätzlich eigene Kontrollsysteme auf. Damit wird die Einhaltung der zwischen Händler und Industriepartner vertraglich vereinbarten Produktspezifikationen überprüft. Außerdem erfolgen regelmäßig analytische und sensorische Produktkontrollen.

Lebensmittelinformation

Die Arbeit des BVLH ist geprägt vom Leitbild des normal informierten, angemessen aufmerksamen und verständigen Verbrauchers. Ihm müssen wertneutral alle Informationen zur Verfügung gestellt werden, um rationale und marktgerechte Entscheidungen treffen zu können.

Dieses Leitbild traut dem Konsumenten zu, dass er in der Lage ist, mittels ausführlicher und zutreffender Information, die Qualität der Produkte zu beurteilen. Es geht ebenfalls davon aus, dass der Verbraucher fähig ist, selbst zu entscheiden, ob und in welchem Umfang er von dem bereit gestellten Informationsangebot Gebrauch macht.

Dieses Verbraucherschutzverständnis zielt ab auf den Ausgleich zwischen dem berechtigten Sicherheits- und Informationsbedürfnis der Verbraucher und den schutzwürdigen, wirtschaftlichen Interessen der Unternehmen.
Es fordert Standards und Normen, die diesem Ausgleich gerecht werden.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit gewinnt für den Lebensmittelhandel zusehends an Bedeutung. Denn mehr und mehr Verbraucher interessieren sich dafür, dass Produkte umwelt- und sozialverträglich hergestellt und fair gehandelt werden. Nachhaltig zu wirtschaften heißt dabei, Produkte anzubieten, die diesen Forderungen gerecht werden.

Dieser Verantwortung ist sich der Lebensmittelhandel bewusst. Die Branche engagiert sich aktuell in zahlreichen Nachhaltigkeitsprojekten. So unterstützen mehrere Handelsunternehmen und der BVLH zum Beispiel zwei Projekte, die sich der Förderung eines nachhaltigen Fischfangs und eines nachhaltigen Kakaoanbaus verschrieben haben.

Mit Blick auf den kritischen Zustand nicht weniger Fischbestände weiten die Unternehmen ihre Maßnahmen zur Förderung einer nachhaltigen Fischerei kontinuierlich aus. So unterstützt der Handel die Datenbank „Fischbestände online", die über die Situation kommerziell genutzter Seefischbestände informiert.. Diese Initiative ermöglicht dem Handel, Fisch aus nachhaltig betriebener Fischerei künftig gezielter zu beziehen, damit gefährdete Bestände besser geschont werden.

Im Forum Nachhaltiger Kakaoanbau engagiert sich der BVLH gemeinsam mit Unternehmen des Lebensmittelhandels. Ziel des Forums ist es, die Lebensumstände der Kakaobauern zu verbessern, den Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos zu erhöhen und damit den steigenden Bedarf der Wirtschaft zu decken.

 

 

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Positionen

Anlassbezogen veröffentlicht der BVLH Positionspapiere zu relevanten Themen und stellt diese in der Infothek zum Download zur Verfügung.

ANUGA FOOD AKADEMIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT MLF EHI HDE