Kompetenz für Lebensmittel.

Ausgabe 12/2013

Kontinuität und Neubeginn

Die dritte Große Koalition steht. Die üblichen Überraschungen bei der Verteilung und beim Zuschnitt der Ressorts betrafen dieses Mal auch den Bereich Lebensmittel. Mit dem Organisationserlass der Bundeskanzlerin vom 17.12.2013 wechselt die Zuständigkeit für die Verbraucherpolitik ins Justizministerium (neues Kürzel BMJV). Das Agrarressort (BMEL) behält die Themen Ernährung und Landwirtschaft. Aufgrund der engen fachlichen Verknüpfung wird das Ministerium auch weiterhin für den Verbraucherschutz im Bereich Lebensmittel zuständig sein. Wie diese Aufgabentrennung und die künftige Zusammenarbeit im Detail gestaltet werden, regeln die zuständigen Minister Hans-Peter Friedrich und Heiko Maas, die dabei von den Staatssekretären Maria Flachsbarth und Peter Bleser (BMEL) sowie Ulrich Kelber und Gerd Billen (BMJV) unterstützt werden.


Regional vom Erzeuger bis zum Verbraucher

Auch auf der Internationalen Grüne Woche 2014 stehen regionale Lebensmittel wieder im Fokus von Ausstellern, Medien und Politik. Mit ihren Bundesländerhallen ist die Messe Schaufenster für die große regionale Vielfalt Deutschlands.

Unter dem Thema „Mehrwert für Land und Gesellschaft - Regional vom Erzeuger bis zum Verbraucher“ veranstalten der Deutsche Bauernverband und der BVLH daher auf der IGW das Forum Regionalvermarktung. Die Veranstaltung setzt sich mit den Konzepten und den Erzeugnissen der Regionalvermarktung von der Landwirtschaft bis zum Lebensmitteleinzelhandel auseinander. Dabei stehen nicht nur die Erzeuger, die Produzenten oder der Handel im Fokus des Interesses, sondern auch die Dienstleister für Transport, Logistik oder Marketing, ohne die der Erfolg regionaler Wertschöpfungsketten ebenfalls nicht möglich wäre. Ihr Mehrwert für den ländlichen Raum wird an zwei Praxisbeispielen demonstriert.

Nähere Informationen sind im Internetangebot des BVLH zu finden.


Greenpeace-Studie zur Nachhaltigkeit bei Fisch

Trotz der Anerkennung des Engagements des deutschen Lebensmittelhandels für mehr Nachhaltigkeit bei Fisch, verdeckt die kürzlich veröffentlichte Greenpeace-Studie die Erfolge, die der Handel auf diesem Gebiet bereits erzielt hat. So tragen heute zum Beispiel bereits 46 Prozent der Wildfischprodukte im Handel das Umweltsiegel des MSC. Darüber hinaus liefert die Wildfisch-Datenbank ‚Fischbestände online‘ umfangreiche Informationen über die Situation einzelner Bestände. Die Datenbank wird vom Handel intensiv genutzt. Zudem gibt es im Sortiment immer mehr Fisch aus Aquakultur, der nach den Kriterien von ASC und GlobalGAP zertifiziert wurde, ergänzt um Fisch aus ökologischer Aufzucht.

Greenpeace stellt bei seiner Erhebung Anforderungen an die Kennzeichnung auf, die deutlich über den gesetzlichen Vorgaben liegen. Selbst wenn ein Produkt aus nachhaltiger Fischerei oder Aquakultur stammt, aber nicht alle aufgestellten Kennzeichnungsanforderungen erfüllt, fällt es in die Kategorie „nicht nachhaltig“. Für die Grundgesamtheit wurde außerdem eine große Sortimentsbreite zugrunde gelegt, in der sogar Fisch als Zutat, wie bei Pizza mit Thunfisch, enthalten ist. Das Ergebnis, dass 78 Prozent der Produkte nicht nachhaltig seien, muss ganz wesentlich auf dieses Studiendesign zurückgeführt werden. Dadurch treten die Verbesserungen, die gegenüber der letzten Erhebung der Umweltorganisation im Jahr 2010 erzielt worden sind, leider in den Hintergrund. Schließlich kommt Greenpeace auch zu dem Ergebnis, dass sich der Anteil „vollständig gekennzeichneter Produkte“ nach Greenpeace-Kriterien gegenüber dem Anteil „nicht vollständig gekennzeichneter Produkte“ verdreifacht hat.


Ernstfall erfolgreich simuliert

Unter dem Pseudonym „Der Lebensmittelverband“ hat der BVLH Ende November die länderübergreifende Krisenmanagement-Übung LÜKEX absolviert. Dabei wurde trainiert, wie Behörden und Wirtschaft mit dem Einbringen eines Toxins in die Lebensmittelkette umgehen. Der Fall wurde dem EHCE-Ausbruch 2011 nachempfunden.

Der Austausch mit Politik und Verwaltung war während der Übung eine der Hauptaufgaben des Verbandes. Dabei galt es, die Kontakte zwischen den teilnehmenden Handelsunternehmen, den Ministerien und der Task-Force zu koordinieren, Untersuchungsergebnisse auszuwerten, Warenströme zurück zu verfolgen oder auch Kontakt zu den Medien zu halten.

Aus Sicht des BVLH hat LÜKEX 2013 zu wertvollen Erkenntnissen geführt, um einer realen Krise möglichst gut vorbereitet gegenüber treten zu können.


Anforderungen an Kommunikation ändern sich

150 Gäste aus Presse, Politik, Wirtschaft und Verbänden waren am 5. Dezember in die Hauptstadtrepräsentanz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gekommen, um auf dem Symposium „Ohne Zweifel sicher?“ mehr über die Informationskultur im Themenfeld Lebensmittelsicherheit zu erfahren. Eröffnet wurde die Veranstaltung des Vereins DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT e. V. von BVLH-Präsident Friedhelm Dornseifer, der auch Mitglied des Geschäftsführenden Vereins-Vorstands ist. Er hob hervor, dass DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT nicht nur etwas für den guten Ruf der Branche tue, sondern vor allem das Verbrauchervertrauen stärken wolle.

Die vorgestellten Studien kamen zu dem Ergebnis, dass das öffentliche Interesse an Lebensmitteln hoch sei und dass ihnen Qualität und Sicherheit in hohem Maße zugesprochen und Vertrauen entgegen gebracht werde. Die zentrale Erkenntnis daraus lautet, dass die Lebensmittelkette große Chancen hätte, in der gesellschaftlichen Debatte Gehör zu finden. Dafür müsse man jedoch deutlicher technische Zusammenhänge erläutern und im Sinne einer echten Prozessketten-Kommunikation besser erklären, wie Lebensmittel produziert werden.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Symposiums sind im Internetangebot des Vereins DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT zu finden.


Zu guter Letzt

Der BVLH wünscht seinen Lesern frohe und erholsame Weihnachtsfeiertage sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2014.

Auch im neuen Jahr werden wir wieder unsere ganze Kraft für die Interessen des deutschen Lebensmittelhandels einsetzen. Wir freuen uns darauf, Sie erneut regelmäßig über die Lebensmittelfacharbeit des Verbandes zu unterrichten.

 

 

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Ansprechpartner

Christian Böttcher
Leiter Public Affairs und Kommunikation

Tel.: 030 726 250-86

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