Kompetenz für Lebensmittel.

Nachhaltiger Kakao – Ohne Reue genießen!

04.11.2015

Seinen Stand als Partner des BVLH-Retailforums auf der Anuga in Köln flankierte das Forum Nachhaltiger Kakao mit einer Podiumsveranstaltung am 12. Oktober 2015 auf der Messe. Unter dem Motto „Nachhaltiger Konsum am Beispiel Kakao - Wie bringen wir den Endverbraucher auf den Geschmack“ diskutierten namhafte Vertreter aus Handel, Industrie, Zivilgesellschaft, Politik und Verbraucherverbänden vor über 70 Teilnehmern vielversprechende Ansätze, den Verbraucher für nachhaltigen Konsum zu begeistern.

Rund 56 Prozent aller Konsumenten wollen ethisch einwandfreie Produkte kaufen, aber noch achten nur acht Prozent der Verbraucher beim Kauf von Schokolade auf Nachhaltigkeit. Deshalb sind alle Akteure gefordert, ihren Beitrag zu leisten, dass es für Verbraucher leichter wird, sich für nachhaltige Produkte zu entscheiden, so das Fazit der Podiumsveranstaltung.

Nachhaltigkeit und Transparenz

Verbraucher möchten heute wissen, wie und unter welchen ökologischen, ökonomischen und sozialen Umständen Rohstoffe erzeugt werden, so Peter Bleser, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesernährungsministerium (BMEL), der die Veranstaltung eröffnete. Für den Verbraucher müsse transparenter werden, was nachhaltiges Wirtschaften konkret bedeute und wie es von den Unternehmen umgesetzt werde, forderte Bleser.
Unser Ziel ist es, mittelfristig eine nachhaltige Lieferkette Kakao zu erreichen, erklärte Wolf Kropp-Büttner, Vorsitzender des Kakaoforums. Bereits jetzt stammen 27 Prozent des Kakaos aller in Deutschland verkauften Süßwaren aus nachhaltigen Quellen, bis zum Jahre 2020 soll die 50-Prozent-Marke überschritten sein, so Kropp-Büttner.

Glaubwürdigkeit und Kennzeichnung
Es müsse erreicht werden, dass Schokolade grundsätzlich für Nachhaltigkeit steht, forderte Friedel Hütz-Adams von Südwind. Laut Ingmar Streese von der Verbraucherzentrale (vzbv) komme es für Verbraucher darauf an, dass die Unternehmen glaubwürdig ihre Lieferketten auf Nachhaltigkeit umstellen und die Produkte auch im Handel leicht zu finden und klar gekennzeichnet sind. Nach Claudia Ramrath, Rheingold Institut, müsse der Verbraucher moralisch entlastet werden, so dass ein Genuss ohne negativem Beigeschmack möglich ist.

Unternehmen vielfältig engagiert
Florian Schütze von LIDL wies auf das firmeneigene Engagement in der Côte d’Ivoire hin. Über den Aufbau einer Landwirtschaftsschule wurden bereits 2.500 Trainer in nachhaltigem Kakaoanbau geschult, die ihr Wissen an die Bauern weitertragen. Er und Dr. Ludger Breloh, REWE Group, hoben hervor, dass ihre Unternehmen im Eigenmarkenbereich bereits komplett auf nachhaltigen Kakao umgestellt hätten. „Das war eine Mammutaufgabe und sie ist uns gelungen“, so Breloh.  Achim Lohrie von Tchibo erläuterte, dass die Kunden am erfolgreichsten mit einfachen, verständlichen und emotionalen Informationen in direktem Produktzusammenhang für Nachhaltigkeit begeistert werden können.

Projekte bis in den Ursprung
Andreas Ronken von Ritter erläuterte, wie das Unternehmen unter anderem mit seiner eigenen Plantage in Nicaragua die Versorgung mit nachhaltigem Kakao langfristig sichern und dabei über 300 Arbeitsplätze vor Ort schaffen will. Sabine Peters-Halfbrodt ergänzte, dass auch Mondelez mit umfangreichen Programmen Kakaobauern und  -bäuerinnen unterstützt, nachhaltigen Kakao anzubauen. Es sei wichtig, diese Ansätze für die Verbraucher sichtbarer und verständlicher zu machen, so Peters-Halfbrodt.

Kakaoforum als Leuchtturmprojekt ausgezeichnet
Gunther Beger vom Bundesentwicklungsministerium (BMZ) betonte, dass Nachhaltigkeit in globalen Lieferketten kein Nischenthema mehr sei, sondern Schwerpunkt der deutschen G7-Präsidentschaft.
Am 19. Oktober 2015 - kurz nach der Veranstaltung - wurde das Kakaoforum als Leuchtturmprojekt der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie für das Jahr 2016 ausgezeichnet. Damit honoriert die Bundesregierung die Anstrengungen des Forums, die Nachhaltigkeit im Kakaosektor voranzutreiben.


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Ansprechpartner

Christian Böttcher
Leiter Public Affairs und Kommunikation

Tel.: 030 726 250-86

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