Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVL)

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Mit seinem Newsletter informiert der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH) regelmäßig über Aktuelles aus der Verbandsarbeit und Neues rund um den Handel mit Lebensmitteln. Mit einem Klick auf die jeweilige Ausgabe finden Sie den für einen Ausdruck vorbereiteten Volltext. Gern können Sie sich als neuer Empfänger anmelden.

BVLH diskutiert mit Parteien lebensmittelpolitische Grundsatzpositionen

Die Ansprüche der Kunden an Lebensmittel und ihren Einkauf sind die Geschäftsgrundlage des Lebensmittelhandels. Unter dieser Voraussetzung und in den Grenzen der Marktwirtschaft arbeitet die Branche daran mit, lebensmittelpolitische Probleme zu lösen. Auf Basis dieser Grundhaltung diskutierte der BVLH kürzlich auf seinem Parlamentarischen Abend in Berlin mit den im Deutschen Bundestag vertretenen Parteien lebensmittelpolitische Kernpositionen des Handels.

Kunden entscheiden jeden Tag aufs Neue, wo sie einkaufen gehen. Diese Wahlfreiheit führt zum Wettbewerb unter den Lebensmittelhändlern um das beste Angebot. Voraussetzung dafür sind freies Unternehmertum, Vertragsfreiheit und freie Preisbildung. Wertschöpfung erzielt, wer marktgerechte Ideen entwickelt, die auch in Zukunft Kunden überzeugen. Diese Prinzipien gelten für die gesamte Lebensmittelwertschöpfungskette. Innerhalb dieser Grenzen arbeitet der Handel an ihrer Stärkung mit.

Mit seinem Parlamentarischen Abend startete der BVLH seine Kommunikation zur Bundestagswahl 2017. Mit weiteren Maßnahmen wird der Verband in den kommenden Wochen und Monaten die lebensmittelpolitischen Kernpositionen des Handels deutlich machen.

Friedhelm Dornseifer erhält HDE Lifetime-Award

BVLH-Präsident Friedhelm Dornseifer ist auf dem Deutschen Handelskongress für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. Im Rahmen der Retailers Night nahm er den Lifetime Award des deutschen Handels entgegen. Er erhielt die Auszeichnung sowohl für die große unternehmerische Leistung, die er mit dem Aufbau seines Filialgeschäftes und eines Lebensmittelproduktionsbetriebes vollbracht hat, als auch für sein großes ehrenamtliches Engagement für den deutschen Lebensmittelhandel. Gewürdigt wurde insbesondere sein langjähriges Amt als Präsident des BVLH und als Vorsitzender der Mittelständischen Lebensmittelfilialbetriebe (MLF).

Patrick Schälte zum Vorsitzenden Fischfachhandel gewählt

Im Rahmen der Zusammenkunft des Fachverbandes ‚Der Fischfachhandel‘ im BVLH am 28. November 2016 in Lüneburg wurde Patrick Schälte (Solingen) zum neuen Vorsitzenden des Verbandes gewählt. Der langjährige Vorsitzende Peter Koch-Bodes (Bremen), der aus Altersgründen nicht erneut kandidierte, wurde wegen seiner herausragenden Verdienste zum Ehrenvorsitzenden des Verbandes gewählt. Während die bisherige Stellvertreterin Petra Wöbke (Lübeck) und der bisherige Stellvertreter Volker Reeh (Geretsried) im Amt bestätigt wurden, wurde als dritter Stellvertreter Tino Kaden (Marienberg) neu in den engeren Kreis gewählt. Dieser folgte Joachim Schulz (Frankfurt a. M.), der im Sinne eines Generationenwechsels für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung stand.

Nährwertangabe wird verpflichtend

Die Nährwerttabelle ist spätestens ab 13. Dezember 2016 für alle vorverpackten Lebensmittel verpflichtend. Mit diesem Datum endet die von der Lebensmittelinformationsverordnung vorgesehene Übergangsfrist. Anzugeben sind sieben Nährwertinformationen bezogen auf 100 Gramm oder 100 Milliliter: der Energiegehalt sowie die Gehalte an Fett, gesättigten Fettsäuren, Kohlenhydraten, Zucker, Eiweiß und Salz.

Nur bei Platzmangel dürfen die Angaben hintereinander aufgeführt werden. Einige Lebensmittelgruppen sind von der Pflicht zur Nährwertkennzeichnung befreit, beispielsweise unverarbeitete Monoprodukte, die nur aus einer Zutat oder Zutatenklasse bestehen, wie Obst und Gemüse, Mehl oder Reis, Kräuter, Gewürze sowie Mischungen daraus, Kaugummi, Tee sowie Kräuter- und Früchtetees und Getränke mit mehr als 1,2 Volumenprozent Alkohol.

Auch verpackte Lebensmittel, die in kleiner Menge direkt vom Hersteller an Verbraucher abgegeben werden, brauchen keine Nährwertkennzeichnung. Der Sinn und Zweck dieser Ausnahme ist die Vermeidung von unnötiger Belastung von handwerklichen Betrieben und Direktvermarktern (sog. Kleinstunternehmen).

Es handelt sich um ein Kleinstunternehmen, wenn dieses weniger als zehn Beschäftigte und einen Jahresumsatz von bis zu zwei Millionen Euro hat.

Task Force „Agrarmärkte“ will Landwirte stärken

Am 14. November dieses Jahres hat die Task Force „Agrarmärkte“ unter dem Vorsitz des ehemaligen niederländischen Landwirtschaftsministers, Cees Veerman, ihre Empfehlungen zur Stellung der Landwirte in der Lebensmittelversorgungskette vorgestellt.

Die zwölfköpfige Task Force war im Januar 2016 vom EU-Agrarkommissar Hogan mit der Bitte eingesetzt worden, sich angesichts der weltweiten Entwicklungen mit der schwierigen Lage der Landwirte auseinanderzusetzen.

Angesichts der Besorgnis, dass die Landwirte die Hauptlast der Preisschwankungen und der langanhaltenden Preisschwäche tragen müssen, kommt die Task Force in ihrem Bericht zu dem Schluss, dass die Rahmenregelungen für die Versorgungskette weiter verbessert werden sollten. Zu den Schlussfolgerungen des Berichtes zählen unter anderem Forderungen nach neuen Regeln auf EU-Ebene, um gegen bestimmte unfaire Handelspraktiken vorzugehen. Außerdem wird empfohlen, in den Mitgliedstaaten wirksame Durchsetzungsmechanismen einzuführen, indem zum Beispiel ein Schiedsrichter eingesetzt wird.

Andere Vorschläge betreffen die Erhöhung der Markttransparenz, die Verbesserung der Zusammenarbeit zwischen den Landwirten, die Erleichterung des Zugangs von Erzeugern zu Finanzmitteln und die Verbesserung der Akzeptanz von Instrumenten des Risikomanagements.

Einzelheiten finden Sie hier: http://ec.europa.eu/agriculture/agri-markets-task-force_en

Lebensmittel treiben Onlinehandel

Lebensmittel und Delikatessen sind der mit Abstand stärkste Treiber im Onlinehandel. Zu diesem Ergebnis kommt das Kölner Handelsforschungsinstitut IFH in einem aktuellen Branchenreport. Mit 27,6 Prozent erzielte dieser Konsumgütermarkt 2015 im Vergleich zum Vorjahr die höchste Wachstumsrate aller untersuchten Teilmärkte. Lebensmittel und Drogeriewaren gehören zu den sogenannten Nachzüglerbranchen, für die das Internet erst seit kurzem als Einkaufskanal immer größere Bedeutung gewinnt. Dasselbe gilt auch für die Teilmärkte Wohnen und Einrichten sowie für Heimwerken und Garten.

Nach Ansicht des IFH ist die Wachstumsdynamik des Onlinehandels ungebrochen. Das Marktvolumen ist 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 12 Prozent auf 47 Milliarden Euro gestiegen. Für 2016 rechnen die IFH-Experten mit einem Umsatzvolumen von über 50 Milliarden Euro.

Der „Branchenreport Onlinehandel 2016“ ist im Onlineshop des IFH erhältlich.
http://www.ifhshop.de/detail/index/sArticle/204

Lebensmittel zum Fest für mehr als eine halbe Milliarde Euro

Jeder vierte Verbraucher plant in diesem Jahr etwas Ess- und Trinkbares zum Weihnachtsfest zu verschenken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Analyse der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) zum bevorstehenden Weihnachtsgeschäft. 24 Prozent der Bevölkerung finden laut GfK Lebensmittel als Geschenk attraktiv. Hierfür planen die Verbraucher mit durchschnittlich 41 Euro aber etwas weniger Budget ein als im vergangenen Jahr. Der Handel kann mit rund 625 Millionen Euro rechnen. Diese Umsatzerwartung läge 24 Millionen Euro unter dem Wert von 2015. Die beliebtesten Geschenke sind laut GfK Bücher, Spielwaren und Bekleidung.

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Lebensmittelpreise in Deutschland auf EU-Durchschnittsniveau

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke waren 2015 in Deutschland etwas teurer als im Durchschnitt der Europäischen Union (EU). Zu diesem Ergebnis kommt die EU-Statistikbehörde Eurostat. Das Preisniveau betrug demnach 103 % des EU-Durchschnitts. Etwas höher lagen die Preise für Fleisch (117 %), etwas günstiger waren Milch, Käse und Eier zu bekommen (91 %). Die Lebensmittelpreise in Deutschland liegen damit geringfügig unter denen in beispielsweise Belgien (108 %) oder Frankreich (109 %), aber auch klar über denen in Spanien (92 %). Deutlich mehr Geld für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke müssen dagegen die Iren und Finnen (jeweils 119 %), die Österreicher (120 %) und die Schweden (124 %) aufwenden. Nach wie vor richtig zur Kasse gebeten werden die Verbraucher in Dänemark. Dort herrscht mit 145 % das höchste Preisniveau in der Europäischen Union. Dass es noch teurer geht, stellen erneut Norwegen (159 %) und die Schweiz (173 %) unter Beweis. Die Daten basieren auf der Erhebung von Preisen für Nahrungsmittel, Getränke und Tabakwaren, die in 38 Ländern durchgeführt wurde. Teilgenommen haben nicht nur die Mitglieder der EU sondern auch Norwegen, die Schweiz, die Balkanstaaten und die Türkei. Zur Eurostatmeldung.

Mit Auszeichnung gegen Lebensmittelverschwendung

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) zeichnet erneut beispielhafte Projekte zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung aus. Nach der Premiere 2015 lobt das BMEL den Bundespreis für Engagement gegen Lebensmittelverschwendung „Zu gut für die Tonne“ zum zweiten Mal aus. Ausgezeichnet werden Projekte aus allen Bereichen der Lebensmittelkette von der Landwirtschaft bis zu den privaten Haushalten. Teilnahmeschluss ist der 30. September 2016. Über die Gewinner entscheidet eine Jury unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer. Die ausgezeichneten Projekte werden Anfang 2017 prämiert. Unter den Bewerbern wird zusätzlich ein Förderpreis vergeben, der mit 3.000 Euro dotiert ist.

Alle Informationen zur Bewerbung sind hier abrufbar: www.zugutfuerdietonne.de/bundespreis

direkt zum Bewerbungsformular.

food akademie Neuwied verabschiedet Absolventen

Die food akademie Neuwied hat auch in diesem Jahr wieder bestens ausgebildeten Fach- und Führungskräftenachwuchs für den deutschen Lebensmittelhandel hervorgebracht. Auf dem traditionellen Sommerfest am 8. Juli erhielten die Absolventen der Bundesfachschule des Lebensmittelhandels ihre Abschlusszeugnisse.

Schulleiter Thorsten Fuchs konnte beim Festakt im Neuwieder food hotel insgesamt 117 Absolventen mit den Abschlüssen staatlich geprüfter Handelsbetriebswirt beziehungsweise staatlich geprüfter Handelsfachwirt verabschieden. Zu den ersten Gratulanten zählte BVLH-Präsident Friedhelm Dornseifer. Der selbstständige Lebensmittelkaufmann, der ebenfalls Absolvent der Lebensmittelfachschule ist, hob in seinem Grußwort zum einen die hohe Qualität der Ausbildung in Neuwied hervor. Zum anderen betonte er den Zusammenhang von Wissen, Know-how und wirtschaftlichem Erfolg: „Wohlstand braucht Wettbewerb und wer erfolgreich sein will, muss wettbewerbsfähig sein. Beste Voraussetzung dafür sind motivierte und gut ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter“, so Dornseifer. Die Fortbildung zum Handelsbetriebswirt absolvierten die Studenten in einem 11-monatigen Vollzeitstudium. Auf die IHK-Prüfung zum Handelsfachwirt bereiteten sich die Kursteilnehmer berufsbegleitend vor.

Die Absolventen der food akademie Neuwied, Jahrgang 2016 (Bildnachweis: Simon Zimpfer)
Die Absolventen der food akademie Neuwied, Jahrgang 2016          (Bildnachweis: Simon Zimpfer)

Ganzheitlich denken, Kosten senken

Der Schlüssel zur Kostensenkung im Supply Chain Management liegt in einem stufenübergreifenden Ansatz. Das zeigt die aktuelle Studie „Ganzheitliches Supply Chain Management im LEH“ von EHI Retail Institute, Boston Consulting Group (BCG) und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. Laut Untersuchung kostet Lebensmittelhändler die eigene Logistik im Schnitt etwa 8,5 Prozent des Nettoumsatzes. Davon entfielen 2,9 Prozent auf die Lagerkosten, 1,4 Prozent auf die Transportkosten, 0,8 Prozent auf die Kosten für die Zentrallogistik und 3,4 Prozent auf die Filiallogistikkosten. Abschriften von Überbeständen und Warenverluste machten zusätzlich durchschnittlich etwa 1,6 Prozent vom Nettoumsatz der Händler aus. Somit entfiele im Lebensmittelhandel mit mehr als 10 Prozent des Nettoumsatzes ein erheblicher Anteil auf die Kosten, die durch die Supply-Chain-Planung beeinflusst werden könne, stellten die Studienautoren fest.

Der Schlüssel zur Kostensenkung liege daher in Supply-Chain-Projekten, die nicht nur die Optimierung innerhalb einzelner Stufen der Lieferkette berücksichtigten, sondern eine ganzheitliche Perspektive vom Regal bis zur Rampe des Lieferanten einnähmen. Händler, die einen solchen ganzheitlichen Ansatz verfolgten, hätten niedrigere Logistikkosten als jene, die ihren Fokus auf die Optimierung einzelner Stufen der Lieferkette legten.

An der Studie nahmen 16 Handelsunternehmen teil. Die befragten deutschen Unternehmen stehen für mehr als 40 Prozent des Umsatzes der Top 10-Lebensmittelhändler. 87 Prozent der Teilnehmer kommen aus dem Lebensmittelhandel, 13 Prozent sind auf dem Drogeriemarkt tätig.

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Die Menge muss runter

Nach dem Milchgipfel betonen der Handelsverband Deutschland (HDE) und der Bundesverband des deutschen Lebensmittelhandels (BVLH), dass die tiefe Krise der Milchwirtschaft vor allem durch eine Reduzierung der Mengen überwunden werden kann. Dies könne in einem europäischen Binnenmarkt keine Aufgabe eines einzelnen Mitgliedsstaates sein. Vielmehr sei das koordinierte Vorgehen der EU gefordert. Es sei deshalb positiv, dass die Bundesregierung entsprechende Gespräche führt.

Die Mengenreduzierung sei eine schwierige Aufgabe, der sich die Milchbauern stellen müssen. „Wahrscheinlich wird es ohne staatliche Hilfen nicht gehen. Wenn es sie gibt, müssen sie konsequent an den nachhaltigen Umbau der Milchwirtschaft gekoppelt sein. Sonst bleiben uns die Folgen der Verwerfungen im Milchmarkt erhalten“, so HDE-Präsident Josef Sanktjohanser. Der Handel brauche langfristig gesunde Strukturen in der Landwirtschaft, denn Lebensmittel aus Deutschland stünden bei den Verbrauchern hoch im Kurs und hätten Konjunktur. Sanktjohanser machte darüber hinaus deutlich: „Absprachen über einheitliche Mindestpreise im Handel darf und wird es aus kartellrechtlichen Gründen nicht geben.“

„Der funktionierende Wettbewerb im Handel sorgt für günstige Preise, eine hohe Qualität und ein breites Sortiment bei Lebensmitteln. Die Branche leistet damit einen wichtigen Beitrag für den gesellschaftlichen Wohlstand in Deutschland“, stellt BVLH-Präsident Friedhelm Dornseifer anlässlich des Milchgipfels fest.

Lebensmittel aus Deutschland müssen ihren Platz in den Regalen der Lebensmittelgeschäfte behalten. Die Voraussetzungen dafür sind gut, denn die heimische Milchproduktion steht für hohe Qualität und Sicherheit. Dafür muss es aber auch weiterhin eine verlässliche regionale Rohstoffbasis geben. Vor diesem Hintergrund steht der Handel an der Seite der deutschen Landwirtschaft und aller Beteiligten der Wertschöpfungskette.

EU-Parlament fordert Drosselung der Milchproduktion

Die EU-Abgeordneten fordern dringend weitere Maßnahmen, um die Milchpreise zu stabilisieren und die in Not geratenen Milcherzeuger zu entlasten. Diese Haltung brachte das Parlament in einer Debatte am 26. Mai deutlich gegenüber der EU-Kommission und der niederländischen Ratspräsidentschaft zum Ausdruck. Daran teilgenommen haben auch Agrar-Kommissar Phil Hogan und Hans Hoogeveen, Agrarminister der Niederlande.

Zu den notwendigen Schritten gehört nach Ansicht des Parlaments eine Verringerung der EU-weiten Milchproduktion, damit die Preise wieder steigen. Außerdem brauche es wirksamere Interventionsmechanismen, damit die EU schneller reagieren könne. Weiterhin sei eine ausgewogenere Lieferkette wichtig, um den Milchbauern ein faires Einkommen zu gewährleisten.

Agrar-Kommissar Hogan machte deutlich, dass die Kommission alle Möglichkeiten und Notmaßnahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik ausschöpfen werde, um die Landwirte zu unterstützen. Gleichzeitig bestehe jedoch die Absicht, am Ansatz der Marktorientierung festzuhalten.

Der Milchwirtschaft weist das Parlament eine Schlüsselrolle zu. Es bedürfe einer besseren Steuerung der Versorgungskette, um den Anstieg der Milchproduktion zu vermeiden. Bei der Verringerung der Milchproduktion sei unbedingt eine europaweite Lösung nötig, um Verzerrungen im Binnenmarkt entgegenzuwirken.

Glyphosat Wiederzulassung steht auf der Kippe

Die Verlängerung der Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat wurde erneut vertagt. In der Sitzung des Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel am 19. Mai konnten sich die Vertreter der Mitgliedstaaten nicht auf eine Wiederzulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat verständigen.

Die Abstimmung wurde verschoben, weil sich abzeichnete, dass die notwendige qualifizierte Mehrheit der Stimmen nicht erreicht wird. Gegen die Verlängerung der Zulassung hatten sich im Vorfeld Frankreich und Italien ausgesprochen. Deutschland hätte sich enthalten müssen, da sich SPD und Union nicht auf eine gemeinsame Position einigen konnten. Sieben weitere Mitgliedstaaten hätten sich wahrscheinlich ebenfalls enthalten. Die Abstimmung soll nun in jedem Fall vor dem Auslaufen der Zulassung am 30. Juni 2016 erfolgen.

Bericht zum EU-Umweltzeichen Fisch veröffentlicht

Am 18. Mai hat die EU-Kommission ihren Bericht zur Machbarkeit eines EU-weiten Umweltzeichens für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse veröffentlicht. Das Siegel soll dabei helfen, das Management von Fischereierzeugnissen zu verbessern, die Entwicklung neuer Märkte zu erleichtern, die Marktzugangschancen zu erhöhen und den nachhaltigen Konsum zu fördern.

Der Bericht erörtert die Vor- und Nachteile folgender Optionen: Es werden weiterhin die bestehenden EU-Regularien angewandt. Dazu gehören beispielsweise die Verordnung zur Lebensmittelinformation, die Vorschriften zur Akkreditierung, zu umweltbezogenen Angaben, zu unfairen Geschäftspraktiken und so weiter. Dieser Ansatz wird wegen seines geringen Kostenaufwands als sehr vorteilhaft angesehen.

Die Alternative sieht die Schaffung EU-weit einheitlicher Qualitätskriterien beziehungsweise Mindeststandards vor, anhand derer bestehende Siegel und Gütezeichen verglichen werden könnten. Hier werden deutlich höhere Anfangskosten erwartet, die durch die Entwicklung der Kriterien entstehen. Ferner wird die Gefahr der Doppelung mit bestehenden Benchmark-Tools, wie z.B. des GSSI-Projekts gesehen.

Die dritte Option beschäftigt sich mit der Einführung eines EU-weiten Umweltsiegels mit Drittzertifizierung. Dieses könnte von den Unternehmen zur freiwilligen Verbraucherinformation verwendet werden. Dieser Alternative werden hohe Kosten und hoher Aufwand bescheinigt. Eine Kosteneinsparung durch den Ersatz bestehender Labels wird bezweifelt. Der Kommissionsbericht wird nun in EU-Parlament und Ministerrat erörtert.
Der Machbarkeits-Bericht ist hier abrufbar.

EU beruft Expertenkreis für Plattform gegen Lebensmittelverschwendung

Für ihre geplante Dialogplattform zu Vermeidung von Lebensmittelverlusten hat die EU-Kommission zur Einreichung von Bewerbungen privater Verbände aufgerufen.

Die Gruppe soll aus insgesamt 70 Vertretern aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor zusammengesetzt sein. Dazu zählen nationale Behörden, EU-Dachverbände der Lebensmittellieferkette, Nichtregierungsorganisationen, EU-Institutionen und internationale Organisationen. Die Mitgliedsverbände sollen durch ausgewiesene Experten der Thematik vertreten sein. Sie werden bis zum Ende der laufenden Legislaturperiode (31.10.2019) ernannt. Die Bewerbungsfrist endet am 27. Mai 2016.

Die Plattform soll durch den Austausch bester Praktiken und Informationen zur Erreichung des UN-Nachhaltigkeitsziels 12.3. (Reduzierung der Lebensmittelabfälle um 50% bis 2030) beitragen. Der Expertenkreis hat insbesondere die Aufgabe, der EU und den Mitgliedstaaten mit Rat und Expertise bei der Verbesserung einer kohärenten Anwendung der EU-Gesetzgebung und der sonstigen Maßnahmen mit Bezug zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen zur Seite stehen und gegebenenfalls die Vorbereitung möglicher neuer Initiativen erleichtern.

Als konkrete Arbeitsfelder werden folgende Bereiche genannt: Definition und Messung, Überwachung der Lebensmittelabfallmengen und der erzielten Fortschritte, Forschung zur Stärkung der Datenbasis, Erleichterung der Umverteilung von Lebensmitteln, Optimierung der Verwendung ehemaliger Lebensmittel und von Nebenprodukten der Lebensmittelkette in der Futtermittelherstellung sowie die Förderung von Verwendung und Verständnis der Datumskennzeichnung.

Weitere Informationen sind hier abrufbar.

Crowdfunding-Wettbewerb für Food Start-Ups

Der Verein DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT und die Plattform Startnext prämieren in einem Crowdfunding-Wettbewerb die besten Food Start-Ups in Deutschland. Dafür suchen die Veranstalter Existenzgründer aus der Lebensmittelbranche, die eine Crowdfunding-Kampagne auf Startnext starten möchten. Voraussetzung: Das Projekt hat einen Bezug zum Thema Lebensmittel, die Bewerber kommen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz und das Funding-Ziel beträgt mindestens 5.000 Euro.

Die ausgewählten Lebensmittel-Unternehmer werden bei der Vorbereitung ihrer Startnext-Kampagne mit Workshops und Webinaren unterstützt. DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT vergibt am Ende der erfolgreichen Finanzierungsphase Preisgelder in Höhe von insgesamt 24.000 Euro.

Die Auswahl der Projekte, die in den Crowdfunding-Contest starten, wird von einer Jury getroffen. Dazu gehört auch BVLH-Präsident Friedhelm Dornseifer.
Bewerber können sich noch bis zum 09.06.2016 auf folgender Internet-Plattform anmelden: https://www.startnext.com/pages/dielebensmittelwirtschaft#contest

Die Bekanntgabe der Teilnehmer erfolgt am 15.06.2016.

Tour de Matjes startet traditionell in Bremen

Am 15. Juni dieses Jahres startet in Bremen die Matjes-Saison. Entsprechend der Tradition und passend zum „bremischen Brauch“ werden die ersten Fässer des „neuen holländischen Matjes“ an der Teerhofbrücke/An der Schlachte vom Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft Christian Weber an die Landesvorsitzenden des deutschen Fischfachhandels übergeben. Im Anschluss werden die ersten Matjes-Fässer versteigert. Auktionator ist traditionell der Geschäftsführer des Fisch-Informationszentrums Hamburg, Dr. Matthias Keller. Unterstützt wird er dabei durch den Vorsitzenden des Fachverbandes „Der Fischfachhandel“ im BVLH, Peter-Koch-Bodes. Der Erlös der amerikanischen Versteigerung, das bedeutet alle Bieter zahlen, kommt in diesem Jahr der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zugute.

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Praxisgerechte Lebensmittelinformation

Die Kennzeichnungsvorschriften für lose Thekenware und Ladenpackungen treten voraussichtlich noch 2016 in Kraft. Lebensmittel, die zum unmittelbaren Verkauf vorverpackt und Kunden zur Selbstbedienung angeboten werden, so genannte Ladenpackungen, müssen voraussichtlich auch künftig keine Nährwertkennzeichnung tragen. Diese Ausnahme von den Kennzeichnungsvorschriften bei Lebensmitteln wurde jetzt durch eine entsprechende Vorschrift im Entwurf einer endgültigen Durchführungsverordnung zur Lebensmittelinformationsverordnung bestätigt. Das gleiche gilt auch für die Regelungen zur Allergeninformation bei loser Ware. Auf Basis einer Verschriftlichung (Thekenkladde, aber auch elektronische Medien) kann das Bedienpersonal die Kunden auch weiterhin mündlich über Allergene informieren, solange ein gut sichtbarer Aushang auf dieses Informationsangebot hinweist.

Eine ähnlich flexible Lösung fordert der Lebensmittelhandel vom zuständigen Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) auch bei der deutlich weniger sensiblen Zusatzstoff-Kennzeichnung. Sowohl bei loser Thekenware als auch bei Ware, die zum unmittelbaren Verkauf vorverpackt wird, kann der nationale Gesetzgeber gemäß der EU-weit gültigen Lebensmittelinformationsverordnung die Details der Kennzeichnung regeln. Deutschland hat von dieser Erlaubnis Gebrauch gemacht und Teile der beschriebenen Vorschriften bereits in einer vorläufigen Verordnung erlassen. Der vom BMEL nun vorgelegt Entwurf befindet sich aktuell in der Abstimmung und soll noch in diesem Jahr in Kraft treten.

Kakaoforum auf gutem Weg

Das Forum Nachhaltiger Kakao verzeichnet sichtbare Fortschritte. Anlässlich der Mitgliederversammlung am 19. April in Berlin informierte die Initiative über erste Erfolge. So habe der Anteil von nachhaltig erzeugtem Kakao in den Süßwaren, die von den Forumsmitgliedern 2015 in Deutschland verkauft wurden, bereits 49 Prozent betragen. Auch auf seinem Weg, die Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Familien zu verbessern, ist das Kakaoforum ein Stück weiter vorangekommen. So werden in der ersten Phase des Projektes PRO-PLANTEURS 12.000 Kakaobauern im Südosten der Côte d’Ivoire in nachhaltigem Kakaoanbau, wirtschaftlicher Betriebsführung und Verbesserung ihrer Ernährung geschult.

Das freiwillige Engagement von Süßwarenindustrie, Lebensmitteleinzelhandel, Zivilgesellschaft und Partnerländern erfuhr daher auch Lob von der Politik. So hob Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt das Forum Nachhaltiger Kakao in seiner Eröffnungsrede als beispielhaft für die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung hervor.
Gemeinsam mit dem BVLH engagieren sich die Handelsunternehmen Aldi Nord, Aldi Süd, Edeka, Lidl, Rewe Group und Tegut im Forum.

Neue EU-Studie zu Lebensmittelverlusten: Handel wirft am wenigsten weg

In der Europäischen Union landen jährlich etwa 88 Millionen Tonnen Lebensmittel im Wert von rund 143 Milliarden Euro im Abfall. Legt man diese Menge auf jeden EU-Bürger um, sind das 173 Kilogramm. Diese Daten umfassen sowohl die essbaren als auch den nicht essbaren Bestandteile von Lebensmitteln (z.B. Orangenschalen). Private Haushalte verursachen mit 46,5 Millionen Tonnen den größten Anteil der Lebensmittelabfälle. Es folgen die Sektoren Verarbeitung (16,9 Millionen Tonnen), Food-Service (10,5 Mio. t.), Primärproduktion (9,1 Mio.t) sowie Groß und Einzelhandel (4,6 Mio. t).

Ermittelt hat diese aktuellen Ergebnisse das EU-Projekt zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen mit dem Titel „Fusions“. Die Wissenschaftler weisen jedoch auf die hohe Unsicherheit der Ergebnisse hin. Grund sei die lückenhafte Datenlage. So hätten Zahlen in ausreichender Qualität nur in einem Viertel der EU-Mitgliedstaaten vorgelegen. Daraus ergebe sich für die Schätzung des Abfallaufkommens für die gesamte EU eine signifikante Unsicherheit von plus/minus 14 Millionen Tonnen.

Zur besseren Datenerfassung haben die Forscher deshalb ein Handbuch zur Quantifizierung von Lebensmittelabfällen entwickelt. Es soll die EU-Mitgliedstaaten dabei unterstützen, mittels eines standardisierten Quantifizierungsansatzes verlässlichere Daten auf jeder Stufe der Lebensmittellieferkette zu sammeln und in vergleichbare Erfassungssysteme einzuspeisen. Das Handbuch befasst sich mit drei Kernmaßnahmen: Quantifizierung von verschwendeten Lebensmitteln auf jeder Stufe der Lieferkette, Kombination sektoraler Messungen mittels eines gemeinsamen Rahmens auf nationaler Ebene sowie Übermittlung der nationalen Quantifizierungsergebnisse in kohärentem und vergleichbarem Format.  

Die Ergebnisse des Projekts „Fusions“ können hier abgerufen werden. Das Quantifizierungs-Handbuch steht unter folgendem Link zur Verfügung.

Spendenzwang nicht zielführend

Erneut spricht sich der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels gegen ein Gesetz aus, das die Handelsunternehmen bei Lebensmittelspenden zur Zusammenarbeit mit karitativen Organisationen verpflichtet. Eine gesetzliche Regelung wurde kürzlich, dieses Mal von der Verbraucherschutzministerkonferenz, abermals ins Spiel gebracht. Nach Auffassung des BVLH ist ein solches Spendenzwangsgesetz jedoch nicht zielführend. Die Zusammenarbeit, vor allem mit den mehr als 900 lokalen Tafelorganisationen, funktioniert bereits auf freiwilliger Basis sehr gut. Der Ausbau dieser Partnerschaft in der jüngsten Vergangenheit hat sogar wesentlich dazu beigetragen, dass der Senkung von Nahrungsmittelverlusten im Lebensmittelhandel mehr Aufmerksamkeit beigemessen wird. Darüber hinaus ist eine Zwangsverpflichtung unverhältnismäßig. Sie stellt einen erheblichen Eingriff in die unternehmerische Freiheit dar, der durch den zu erwartenden Ertrag nicht gerechtfertigt ist, da auf der Stufe Lebensmittelhandel die geringsten Verluste innerhalb der gesamten Lebensmittelkette anfallen.

EU-Parlament will die Zulassung von Glyphosat einschränken

Nach dem Willen des Europa-Parlaments soll die Zulassung des Pflanzenschutzmittels Glyphosat nicht um weitere 15 Jahre verlängert werden. In einer Entschließung zu einem Verordnungsentwurf der EU-Kommission, der die Erneuerung der Genehmigung des Wirkstoffs vorsieht, plädierten die Abgeordneten für eine Verlängerung der Zulassung um lediglich sieben Jahre. Zugleich forderten sie zusätzliche Informationen über mögliche gesundheitsschädliche Wirkungen von Glyphosat. Der Beschluss des EU-Parlaments ist rechtlich allerdings nicht bindend. Die finale Entscheidung über den Verordnungsentwurf treffen die Experten des sogenannten „Ständigen Ausschusses für Pflanzen, Tiere, Lebensmittel und Futtermittel“. Dieses Gremium wird von den EU-Mitgliedsstaaten besetzt. Falls es dort keine absolute Mehrheit gibt, entscheidet die EU-Kommission.

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hatte vor der Abstimmung im EU-Parlament erklärt, Berlin werde nur grünes Licht geben, wenn sichergestellt sei, dass alle Risiken bei der Anwendung glyphosathaltiger Pflanzenschutzmittel auf ein vertretbares Maß reduziert würden. Der Wirkstoffe stecke in vielen Pflanzenschutzmitteln und werde zu oft eingesetzt. Die Grünen verwiesen darauf, dass die Weltgesundheitsorganisation Glyphosat als „wahrscheinlich krebserregend“ einstuft.

Die Entschließung des Parlaments ist hier abrufbar.

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Magen oder Mülleimer? Das MHD hilft bei der Entscheidung

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels spricht sich für die Beibehaltung des Mindesthaltbarkeitsdatums aus. Die Angabe, verbunden mit der Information zu den richtigen Aufbewahrungsbedingungen, ist eine wichtige Hilfe für Verbraucher, um einschätzen zu können, ob ein Lebensmittel noch genießbar ist oder nicht. Das ist vor allem bei kühlpflichtigen Produkten wichtig, die bei falscher Lagerung einem höheren Verderbsrisiko ausgesetzt sind. Bestimmte Produkte in Zukunft anstatt mit einem MHD mit einem „echten Verfallsdatum“ zu kennzeichnen, ist keine Lösung. Milch oder Schinken tragen heute mit gutem Grund ein MHD, da sie ein geringeres Verderbsrisiko haben als zum Beispiel frisches Hackfleisch. Wichtiger wäre es, die Missverständnisse, die bei vielen Verbrauchern in Bezug auf das MHD zu herrschen scheinen, durch Information und Aufklärung zu reduzieren. Bei Lebensmitteln, wo die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums die Sicherheit nicht gefährdet, wie beispielsweise bei lange haltbaren Produkten wie Kaffee, Teig- oder Dosenwaren, kann der Verzicht hingegen eine sinnvolle Maßnahme sein, um einen nachhaltigen Umgang mit Lebensmitteln zu fördern.

Hintergrund dieser Positionierung ist ein Interview, in dem Bundesernährungsminister Christian Schmidt erklärt hat, er wolle das MHD zu einer „qualifizierten Verbraucherinformation“ weiterentwickeln. Demnach soll auf die Verpackungen zum Beispiel von Milch oder Schinken „ein echtes Verfallsdatum gedruckt werden, nach dem diese Produkte tatsächlich nicht mehr genießbar wären.“

Minister Schmidt sprach sich außerdem für den Einsatz intelligenter Verpackungen aus, die beispielsweise mit Hilfe elektronischer Chips ermitteln, wie sich das Produkt von Tag zu Tag verändert und die anhand einer Farbskala von Grün bis Rot zeigen, wie es um die Verzehrbarkeit steht. Jeder Verbraucher könne dann selbst entscheiden, bis zu welchem Grad er das Nahrungsmittel noch verwenden wolle.

Der BVLH vertritt dazu die Auffassung, dass intelligente Verpackungen in Zukunft durchaus dabei helfen könnten, die Güte eines Produktes beurteilen zu können. Diese Technologie muss aber zuverlässig funktionieren, wozu sicherlich noch einiges an Forschung notwendig ist. Außerdem müsste sie breit verfügbar sein und sie dürfte das Produkt nicht unverhältnismäßig verteuern.

Tierschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Nur eine Minderheit der Europäer ist der Meinung, dass der Tierschutz allein eine Sache der Wirtschaft ist. Das ist ein Ergebnis aus der aktuellen Eurobarometer-Umfrage, die am 15. März 2016 veröffentlicht wurde.

Demnach befürworten lediglich zwölf Prozent der Befragten rein freiwillige Selbstregulierungssysteme der Wirtschaft, um den Tierschutz zu handhaben. 40 Prozent der Umfrageteilnehmer sind der Meinung, dass der Tierschutz ausschließlich von den Behörden geregelt werden sollte. 43 Prozent stimmen der Aussage zu, dass Vorgaben zum Tierschutz von den zuständigen Behörden und der Wirtschaft gemeinsam gefunden werden müssten.

Solange sich der Preisaufschlag im Rahmen hält, wären viele Europäer auch bereit, für Produkte aus besonders tierfreundlichen Haltungsformen mehr Geld auszugeben. Demnach könnten sich rund 35 Prozent der Befragten vorstellen, für Haltungssysteme mit hoher Tierwohlfahrt bis zu 5 Prozent zusätzlich zu bezahlen. Die Zahlungsbereitschaft weiterer 16 Prozent liegt bei einem Aufschlag von sechs bis zehn Prozent. Fünf Prozent der Interviewten würden bis zu 20 Prozent mehr ausgeben und drei Prozent sogar mehr als das. Andererseits halten weitere 35 Prozent die tierfreundliche Haltung für keinen Grund, mehr Geld zu bezahlen.

Knapp über die Hälfte der EU-Bürger gab an, beim Einkauf gezielt auf Gütesiegel zur Tierhaltung zu achten, während ein Zehntel der Befragten von der Existenz solcher Label keine Kenntnis hat. Dass die Auswahl an tiergerecht erzeugten Produkten im  europäischen Einzelhandel ausreichend hoch ist, denken 38 Prozent der Umfrageteilnehmer, 15 Prozent können sich dazu keine Meinung bilden, 47 Prozent verneinen diese Frage.

Insgesamt halten 94 Prozent der Befragten den Tierschutz in der Landwirtschaft für wichtig; 82 Prozent denken, dass landwirtschaftlich genutzte Tiere besser als bisher geschützt werden müssten.

Bei der repräsentativen Umfrage wurden alle EU-Länder berücksichtigt. Insgesamt befragte TNS Emnid im November und Dezember vergangenen Jahres 27 672 Personen, darunter 1 527 in Deutschland.

Die Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage, eine Kurzzusammenfassung und sog. Factsheets zu einzelnen Mitgliedstaaten sind hier abrufbar.

EU-Parlament vor Entscheidung über Herkunftskennzeichnung

Mit 44 zu 18 Stimmen hat sich der Umweltausschuss des Europäischen Parlaments in seiner Sitzung vom 22. März 2016 für eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von Fleisch und Milch in verarbeiteten Lebensmitteln ausgesprochen.

Die nicht verbindliche Entschließung verweist dabei insbesondere auf Verbraucherumfragen, in denen ein hoher Anteil der Befragten die verpflichtende Angabe der Herkunft von Milch und Fleisch in verarbeiteten Produkten befürwortet hatte.

Die 2015 vorgelegten Berichte der Kommission hatten sich nach einer umfassenden Folgenabschätzung für eine freiwillige Herkunftskennzeichnung in den betreffenden Bereichen ausgesprochen. Dies würde nach Ansicht der Pflichtkennzeichnungsbefürworter jedoch zur Einführung einer Vielzahl unterschiedlicher Systeme führen, die Verbraucher nur verwirren würden. Auch sei die Kommission selbst zu dem Schluss gekommen, dass die Kosten der Einführung einer Pflichtherkunftskennzeichnung für Fleisch relativ gering seien.
Der Entschließungsantrag muss noch vom Plenum, voraussichtlich in den Sitzungen im April oder Mai, abgestimmt werden.

Die Pressemitteilung des EU-Parlaments ist hier abrufbar.

Parlamentarischer Widerstand gegen vorbehaltlose Glyphosat-Zulassung

Nach dem Willen des Umweltausschusses im Europäischen Parlament soll die Zulassung für das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat nicht ohne weitere Prüfungen für weitere 15 Jahre verlängert werden.

In einer unverbindlichen Entschließung, die mit 38 Ja-Stimmen, 6 Gegenstimmen und 18 Enthaltungen angenommen wurde, fordern die Abgeordneten, dass alle wissenschaftlichen Erkenntnisse offengelegt werden, die dem Gutachten der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) zugrunde lagen. Darüber hinaus soll eine neue Studie in Auftrag gegeben werden. Außerdem soll das Europäische Lebensmittel- und Veterinäramt beauftragt werden, Glyphosat-Rückstände in Lebensmitteln zu testen und zu überwachen. Die EU Kommission wird aufgefordert, eine neue Beschlussvorlage zu erarbeiten.

Die Abstimmung im Plenum des EU-Parlaments findet voraussichtlich in der Sitzung vom 11. bis 14. April 2016 statt. Das zuständige Gremium der Mitgliedsstaaten (Ständiger Ausschuss) wird voraussichtlich im Mai über die Angelegenheit abstimmen. Erforderlich ist ein qualifizierter Mehrheitsbeschluss. Sollte keine Mehrheit der Vertreter der Mitgliedsstaaten zustande kommen, entscheidet die Kommission.

Die Pressemitteilung des EU-Parlaments ist hier abrufbar.

EFSA veröffentlicht Leitfaden für Krisenkommunikation

Wie soll man im Fall einer Lebensmittelkrise kommunizieren? Zu dieser Frage hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) am 15. März 2106 einen Leitfaden mit Empfehlungen veröffentlicht.

Ziel des Leitfadens ist es, EU-weit Konsistenz und Kohärenz bei der Krisenkommunikation zu gewährleisten. Der Leitfaden erläutert unter anderem die Rolle und die jeweiligen Zuständigkeiten der EFSA beziehungsweise der nationalen Behörden. Außerdem werden verschiedene Phasen eines Vorfalls beschreiben, die jeweils von Anleitungen für effektive Kommunikationsmaßnahmen begleitet werden.

Die Leitlinien sind hier abrufbar.

LEH erwirtschaftet zehn Prozent des gesamten Non-Food-Umsatzes

Jeder zehnte Euro, den Verbraucher 2015 für Non-Food-Produkte ausgegeben haben, wurde im LEH verdient. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). Den mit Abstand größten Anteil aller LEH-Vertriebsschienen am Non-Food-Markt haben demnach die Discounter. Sie erwirtschafteten im vergangenen Jahr mit ihren Angeboten an Textilien, Elektro- und Haushaltsgeräten sowie Garten- und Heimwerkerartikeln 4,4 Prozent des Non-Food-Gesamtmarktes. Auf dem zweiten Platz rangieren die SB-Warenhäuser mit 2,6 Prozent Marktanteil, gefolgt von den Food-Vollsortimentern mit 1,6 Prozent und den Drogerie-Märkten mit 1,3 Prozent.

Auch auf den Non-Food-Teilmärkten liegen die Discounter bei den Umsatzanteilen weit vor den anderen Vertriebsschienen. So entfallen zum Beispiel knapp zwei Drittel aller Ausgaben, die Konsumenten im LEH für Heimwerker- oder Gartenartikel tätigen, auf Angebote, die von Discountern gemacht werden. Bei Textilien sind es 45 Prozent und bei Elektrogeräten noch knapp 38 Prozent. Insgesamt liegt der Umsatzanteil mit Non-Food-Waren im LEH bei 13 Prozent.

TV-Berichte über Lebensmittel: Checken was das Zeug hält

Deutsche Fernsehanstalten waren 2015 im Check-Fieber. In jeder dritten Sendung wurde geprüft, kontrolliert und verglichen.

„Wenn du nicht mehr weiter weist, gründe einen Arbeitskreis“. Was der Volksmund als institutionalisierte Rat- und Einfallslosigkeit vor allem in Politik und Verwaltung auf die Schippe nimmt, scheint auch für die TV-Berichterstattung über Lebensmittel zu passen. In beinahe jeder dritten Fernsehsendung über Lebensmittel und Ernährung wurde gecheckt, was das Zeug hält. Zu diesem Ergebnis kommt die Unternehmensberatung Engel und Zimmermann in einer Auswertung der TV-Berichterstattung des Jahres 2015.

Mit einem Anteil von 29 Prozent aller Beiträge führen Qualitätschecks die Rangfolge der TV-Themen mit großem Vorsprung an. 2014 lag der Anteil noch bei 17 Prozent. Am zweithäufigsten wurde über das Thema Verbrauchertäuschung berichtet. Auch hier ging der Anteil von acht auf elf Prozent aller Beiträge nach oben. Auf Rang drei landete die Berichterstattung über Produktbelastungen durch Keime, Antibiotika und Umweltgifte (9,5 Prozent aller Beiträge). 2014 lag dieses Themenfeld mit einem Anteil von sieben Prozent noch auf Rang fünf.

Vor allem die Fleischbranche und die Milchwirtschaft, so die TV-Beobachter von Engel und Zimmermann, seien besonders kritisch unter die Lupe genommen worden. In den meisten Beiträgen über diese beiden Branchen standen die Tierhaltung, die Fleischerzeugung, multiresistente Keime und die Milchquote im Mittelpunkt.

Handelsfachwirt und Abiturientenprogramm

Für die offenen Kurse der Bundesfachschule des Lebensmittelhandels in Neuwied können sich jetzt noch Teilnehmer anmelden.

Beim Abiturientenprogramm (Start am 01. August 2016) werden die Auszubildenden in 18 Monaten auf die Abschlussprüfung zur Kauffrau beziehungsweise zum Kaufmann im Einzelhandel vorbereitet. 14 Lernfelder werden in nur acht Wochen schulischer Ausbildung vermittelt. Projekte im hauseigenen Lehrsupermarkt, die Umsetzung der Theorie im eigenen Unternehmen in Form von Interimsarbeiten und die Unterstützung auf der E-Learning-Plattform moodle runden die schulische Ausbildung ab. Im Anschluss an die Abschlussprüfung an der IHK besteht die Möglichkeit, in weiteren 18 Monaten eine Fortbildung zum Handelsfachwirt zu absolvieren. Als Voraussetzung benötigt der Auszubildende eine Hochschulzugangsberechtigung (Abitur oder Fachhochschulreife).

Noch kürzer geht es mit dem Anfang September 2016 startenden berufsbegleitenden blended learning Studium zum geprüften Handelsfachwirt. In zwölf Monaten bereitet die Bundesfachschule des Lebensmittelhandels die Teilnehmer in acht dreitägigen Präsenzseminaren und mittels der internetbasierten Lernplattform moodle auf die Kammerprüfung vor.

Informationen unter www.food-akademie.de oder persönlich durch den Schulleiter Thorsten Fuchs unter Tel. 02631/830-400.

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Reichweite des IT-Sicherheitsgesetzes beschränken

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) und der Handelsverband Deutschland (HDE) halten ihre Kritik an der Reichweite des IT-Sicherheitsgesetzes aufrecht. In ihrer Stellungnahme zum Entwurf einer Verordnung zur Bestimmung Kritischer Infrastrukturen fordern die Verbände, dass noch einmal genau geprüft wird, welche Branchen und Wirtschaftszweige tatsächlich als unmittelbar gefährdete Kritische Infrastrukturen einzustufen sind. Für den Lebensmittelhandel ist nach wie vor nicht nachvollziehbar, dass der Sektor Ernährung vollumfänglich einbezogen wird.

Gestützt wird diese Position durch die europarechtlichen Vorgaben. So klammert die weitgehend finalisierte NIS-Richtlinie den Sektor Ernährung aus dem Bereich unerlässlicher Infrastrukturen eindeutig aus. Der heimische Gesetzgeber geht mit seinem nationalen Alleingang dagegen weit über Unionsrecht hinaus, was zu Wettbewerbsverzerrungen im Binnenmarkt und erheblichen Nachteilen für heimische Unternehmen führen kann. Für die Umsetzung der Vorgaben fallen Anlaufinvestitionen sowie jährliche Kosten in Höhe von jeweils mehr als sieben Millionen Euro an, ohne dass das Schutzniveau tatsächlich erhöht wird.

Deshalb fordern BVLH und HDE die Bundesregierung noch einmal mit Nachdruck auf, nicht über die Unionsvorgaben hinauszugehen und die Betroffenheit des Sektors Ernährung auf ein Minimum zu beschränken.

Das IT-Sicherheitsgesetz ist am 25. Juli 2015 in Kraft getreten. Es sieht unter anderem vor, dass informationstechnische Systeme, die für die Funktionsfähigkeit von Kritischen Infrastrukturen maßgeblich sind, von den jeweiligen Betreibern durch die Umsetzung von Mindestsicherheitsstandards abzusichern sind. Darüber hinaus müssen erhebliche IT-Vorfälle an das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) gemeldet werden.

Mit Vorschlag einer Verordnung zur Bestimmung Kritischer Infrastrukturen soll die Vorgabe in § 10 Absatz 1 Satz 1 des BSI-Gesetzes umgesetzt werden, wonach die Bewertung einer Infrastruktur als kritisch nach einer vorgegebenen Methodik zu erfolgen hat.

Herkunftskennzeichnung light?

Der Umweltausschuss des EU-Parlaments setzt sich weiterhin für die Einführung einer zutatenbasierten Herkunftskennzeichnung ein. In der Sitzung am 23. Februar dieses Jahres unterstützte die Mehrheit der Abgeordneten eine entsprechende parlamentarische Anfrage an die Kommission. Darüber hinaus beriet der Ausschuss einen Entschließungsentwurf zur verpflichtenden Herkunftskennzeichnung bei bestimmten „in geringem Maße verarbeiteten“ Lebensmitteln.

Die EU-Kommission lehnt eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung, die über die derzeit geltenden Reglungen hinausgeht ab. Sie begründet ihre Haltung zum einen mit den bestehenden Möglichkeiten einer freiwilligen Kennzeichnung und zum anderen mit höheren Kosten, die auf Lebensmittelunternehmer zu kommen könnten.

Diese Begründung stellen die Kennzeichnungsbefürworter im Umweltausschuss des EU-Parlaments erneut in Frage. Sie argumentieren, dass die Mehrkosten für eine Herkunftskennzeichnung bei Produkten mit geringerer Verarbeitungstiefe niedriger seien, als bei Nahrungsmitteln, die komplexer zusammengesetzt und verarbeitet seien. Daher fordern sie eine Definition für „in geringem Maße verarbeitete“ Lebensmittel, insbesondere für Milch- und Fleischprodukte. In der Aussprache des Ausschusses sprachen sich Abgeordnete aller Fraktionen für eine derartige Kennzeichnung aus.
Die Gegner wiesen solche Forderungen als protektionistisch zurück. Sie machten außerdem deutlich, dass es unglücklich sei, einen Entschließungsentwurf zu beraten, noch bevor die Kommission die parlamentarische Anfrage beantwortet habe.

Eine Abstimmung im Ausschuss findet Ende März, im Plenum voraussichtlich im April oder Mai dieses Jahres statt.

Der Entschließungsentwurf ist hier abrufbar
http://www.emeeting.europarl.europa.eu/committees/agenda/201602/ENVI/ENVI(2016)0223_1/IENVI(2016)0223_1EN-

Die parlamentarische Anfrage hier
http://www.emeeting.europarl.europa.eu/committees/agenda/201602/ENVI/ENVI(2016)0223_1/IENVI(2016)0223_1EN-

Vegan-Boom: Kernmarkt wächst auf 454 Millionen Euro

Vegetarische und vegane Lebensmittel sprechen in Deutschland immer mehr Konsumenten an. Insbesondere die drei umsatzstärksten Warengruppen – vegetarische und vegane Fleisch- und Milchalternativen sowie der Bereich Frühstück mit pflanzlichen Brotaufstrichen, Müsli und Cornflakes – ist der Umsatz in den vergangenen fünf Jahren deutlich gestiegen Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate lag bei fast 17 Prozent. Das Marktvolumen für diese drei Warengruppen betrug 2015 454 Millionen Euro. Zu diesem Ergebnis kommt der „Branchenreport Vegetarisch & Vegan: Modeerscheinung oder nachhaltiger Wachstumsimpuls?“ des IFH Institut für Handelsforschung Köln.

Laut Branchenreport, für den zusätzlich zur Marktanalyse 1.044 Konsumenten befragt wurden, liegt der Anteil der „echten“ Vegetarier und Veganer bei vier Prozent der Bevölkerung. Die Gruppe der Flexitarier umfasst knapp 24 Prozent der Verbraucher. Hauptabnehmer von Fleischalternativen in Deutschland seien aktuell die Flexitarier.

Der Branchenreport des IFH Köln umfasst 152 Seiten mit 106 Übersichten und kann über den Online-Shop des IFH Köln bestellt werden.
www.ifhshop.de/detail/index/sArticle/189/sCategory/9

Steht auf und bewegt euch!

Die Plattform Ernährung und Bewegung (peb) und die Fakultät für Gesundheitswissenschaft der Universität Bielefeld haben ein Angebot entwickelt, das vor allem Familien spielerisch dazu motivieren soll, sich mehr zu bewegen. Unter dem Motto „Familienaufstand! Alles zählt nur Sitzen nicht“, werden Familien angeregt, sich bewusst mit den negativen Folgen eines sitzenden Lebensstils auseinander zu setzen. Dieser ist neben weiteren Faktoren, wie Fehlernährung, Bewegungs- und Schlafmangel ein ausgewiesener Risikofaktor für die Gesundheit.

Zu Beginn des Spiels wird erfasst, wie es um die Bewegung im Familienalltag bestellt ist. Anschließend werden Aufsteh- und Bewegungsziele beschlossen und in einer gemeinsamen Vereinbarung festgehalten. Das Spielergebnis zeigt, wem es am Ende am besten gelungen ist, im Alltag weniger zu sitzen, mehr aufzustehen und sich zu bewegen. Abschließend soll ein Weg gefunden werden, wie Aufstehen und mehr Bewegung auf Dauer einen Platz im Familienalltag finden.

Unter www.familienaufstand.de ist das Spiel im Internet verfügbar.

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Die Welt daheim im Kochtopf

Wie halten es die Deutschen mit ausländischen Gerichten? Dieser Frage ist der BVLH nachgegangen und hat das Institut für Demoskopie Allensbach damit beauftragt, die Koch- und Essgewohnheiten in privaten Haushalten in Bezug auf die internationale Küche zu untersuchen.

Gut jeder vierte Einwohner Deutschlands hat eine ausgeprägte Vorliebe für Gerichte aus anderen Ländern (27 Prozent). Eine knappe Mehrheit der Bevölkerung (55 Prozent) steht internationalen Küchen durchaus aufgeschlossen gegenüber, ihre Vorliebe ist jedoch etwas weniger ausgeprägt, als bei den Liebhabern ausländischer Gerichte. Lediglich 18 Prozent der Bevölkerung mögen nur heimische Speisen.

Mit Abstand am beliebtesten ist die italienische Küche. Jeweils rund gut die Hälfte der Bevölkerung mag die griechische beziehungsweise die chinesische Küche, jeweils ein gutes Drittel die spanische beziehungsweise die türkische Küche.

Für die Studie wurde im August 2015 ein bevölkerungsrepräsentativer Querschnitt von 1.402 Personen ab 16 Jahren vom IfD befragt.

Die Kernergebnisse hat der BVLH in einer Broschüre zusammengefasst, die unter folgendem Link heruntergeladen werden kann: http://bit.ly/1KffVzj

BVLH-Präsident Dornseifer Mitglied im Sachverständigenrat Ländliche Entwicklung

BVLH-Präsident Friedhelm Dornseifer wurde von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt in den Sachverständigenrat Ländliche Entwicklung im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft berufen. Anlässlich seiner konstituierenden Sitzung am 12. Januar dieses Jahres hob der Minister die Aufgabe und die Rolle des Rates hervor. „Ich freue mich, dass der Sachverständigenrat für Ländliche Entwicklung uns bei der Förderung der Ländlichen Räume jetzt beratend zur Seite steht. Seine Mitglieder sind profilierte Persönlichkeiten, die tief in den Ländlichen Räumen verwurzelt sind. Mit seinem Know-how wird uns der Sachverständigenrat bei der Entwicklung ländlicher Regionen, insbesondere solcher mit strukturellen Problemen und im demografischen Wandel, tatkräftig unterstützen.“

Der Sachverständigenrat Ländliche Entwicklung wurde mit Erlass des Bundesministers vom 27.10.2015 eingerichtet. Seine Aufgabe ist die Begleitung der Politik des BMEL für die ländliche Entwicklung. Er soll Defizite und Handlungsbedarfe in der ländlichen Entwicklung, aber auch Chancen für ländliche Regionen, aufzeigen sowie konkrete und umsetzbare Lösungsansätze benennen.

Jahrestagung des Fischhandels am 14. Februar in Bremen

Im Rahmen der Messe fish international in Bremen findet am 14. Februar 2016 die Jahrestagung des BVLH-Fachverbandes „Fischfachhandel“ statt. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Kreative Vertriebsformen und Wege zur Mitarbeitergewinnung im Fisch-Einzelhandel“. Darüber hinaus ist der Fachverband mit einem Stand (Stand-Nr. 5H26) in Halle 5 auf der Messe vertreten. Dort erhalten die Besucher neben allgemeinen Verbandsinformationen auch Auskunft zu handelsspezifischen Fragestellungen, wie beispielsweise zur Kennzeichnung und Rückverfolgung von Erzeugnissen aus Fischerei und Aquakultur sowie zur Allergeninformation bei loser Ware. Zudem wird der Verband aktuelle Entwicklungen in der Datenbank www.fischbestaende-online.de präsentieren.

Der BVLH sendet Mitgliedern im Handelsverband gern eine ausführliche Einladung zu (inkl. Zutritts-Gutschein, Hotelliste etc.). Kontakt: Frau Wasserstraß, Tel.: 030-726250-84, info@bvlh.net.

Mehr Tierwohl geht nur gemeinsam

In einem Beitrag für das Tagesspiegel-Internetportal „Causa“ hat BVLH-Präsident Friedhelm Dornseifer zum Thema Tierwohl Stellung bezogen. Darin äußert er die Überzeugung, dass nachhaltige Verbesserungen des Tierwohls in der Nutztierhaltung nur gemeinsam erreicht werden können. In diesem Zusammenhang hob er die Brancheninitiative Tierwohl als einen Ansatz hervor, bei dem sich erstmals in Deutschland Unternehmen aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Handel gemeinsam und auf breiter Front für eine tiergerechtere Fleischerzeugung einsetzen.

„Causa“ ist ein neues Online-Debattenportal des Tagesspiegels. Es bietet Lesern, sowohl eine schnelle Übersicht über die Diskussionsbeiträge, als auch die Möglichkeit, sich mit den Gastbeiträgen eingehender zu beschäftigen. Unter der Überschrift „Tierwohl und Markt“ hatte die Berliner Tageszeitung zur Internationalen Grünen Woche acht Experten um ihre Position zum Thema gebeten. Neben BVLH-Präsident Dornseifer debattierten unter anderem Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, Bauernpräsident Joachim Rukwied und der niedersächsische Landwirtschaftsminister Christian Meyer.

https://causa.tagesspiegel.de/tierwohl-und-markt

Lebensmittelpolitische Agenda der neuen EU-Ratspräsidentschaft

Die Niederlande haben am 1. Januar die EU-Ratspräsidentschaft für das erste Halbjahr 2016 übernommen. Darunter befindet sich eine Reihe lebensmittelpolitischer Themen, welche die niederländische Präsidentschaft - teilweise als Fortsetzung der Arbeiten der vorhergehenden luxemburgischen Ratspräsidentschaft - ehrgeizig vorantreiben will.

Eines davon ist die Reformulierung von Fertigprodukten. Ziel ist es, über einen einheitlichen Ansatz und eine enge Zusammenarbeit EU-weit die Verfügbarkeit von “gesunden” Produkten zu erhöhen und so zur Gesundheit der Bürger, zu Innovation und wirtschaftlichem Wachstum beizutragen. Die Präsidentschaft will sich zunächst einen Überblick über bereits laufende Initiativen und die verwendeten Kriterien für gesündere Produkte verschaffen, um von diesem „benchmark“ aus gemeinsam weitere Fortschritte zu erzielen. Am 22. und 23. Februar 2016 soll eine Konferenz zum Thema „Produktverbesserung“ unter Einbeziehung von EU-Institutionen, Mitgliedsstaaten, Wirtschaft und NGOs stattfinden. Ergebnis dieser Veranstaltung soll ein sogenannter „Fahrplan“ für weitere Maßnahmen und individuelle Selbstverpflichtungen sein, der letztlich in Ratsschlussfolgerungen aller Mitgliedsstaaten über langfristige Aktionen und Ergebnisse mündet. Weitere Themen sind die Vorschriften in Bezug auf die biologische und ökologische Erzeugung, die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung, die Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen sowie die Rechtsetzung im Bereich Fischerei mit dem Ziel größerer Nachhaltigkeit.

Weitere Informationen sind auf der Website der niederländischen Ratspräsidentschaft unter deutsch.eu2016.nl abrufbar.

Expertengruppe zur Funktionsweise der landwirtschaftlichen Märkte tritt zusammen

Am 13. Januar 2016 tagte zum ersten Mal die vom EU-Agrarkommissar Hogan neu ins Leben gerufene Expertengruppe zur Funktionsweise der landwirtschaftlichen Märkte. Unter Leitung des ehemaligen niederländischen Landwirtschaftsministers Cees Veerman werden die zwölf Experten mit Blick auf die gestiegene Marktorientierung der EU-Landwirtschaftspolitik Marktentwicklungen analysieren, Optionen hinsichtlich der vertraglichen Beziehungen innerhalb der Lebensmittelkette erörtern und Überlegungen anstellen, wie sich Kollektivklagen der Landwirte organisieren lassen. Ziel ist die allgemeine Stärkung der Stellung der Landwirte in der Nahrungsmittelkette. Aus Deutschland ist Helfried Giesen, ehemaliger geschäftsführender Vorstand von Westfleisch, in der Taskforce vertreten. Von der Handelsseite sitzt Jerôme Bédier, stellvertretender Geschäftsführer von Carrefour mit im Gremium. Im Herbst 2016 sollen die Experten einen Bericht und Empfehlungen vorlegen. Mehr Informationen zur neuen Expertengruppe und ihren Mitgliedern sind hier abrufbar.

Erste Deutsche Futsal-Meisterschaft der Lebensmittelwirtschaft

Glückliche Gewinner der ersten Deutsche Futsal-Meisterschaft der Lebensmittelwirtschaft.

Bereits zum 14-mal hatte die Bundesfachschule des Lebensmittelhandels die besten Betriebsmannschaften aus Lebensmittelhandel und Lebensmittelindustrie eingeladen, um den deutschen Hallenfußballmeister der Lebensmittelwirtschaft zu ermitteln. Das Turnier fand am 16. und 17. Januar in Neuwied statt und wurde erstmals nach den internationalen Futsal-Regeln ausgetragen.

Turniersieger wurde die Mannschaft von Panke Personalconsulting aus Dortmund, die in einem spannenden Endspiel die Betriebsmannschaft der REWE West erst nach Sechsmeterschießen bezwang. Den dritten Platz erkämpfte sich die aus Binzen angereiste Mannschaft von Hieber's Frische Center. Den Fair-Play Pokal erhielt die erstmals qualifizierte Mannschaft von REWE-Kaufmann Bayram Travaci aus Langgönz.

Neben dem sportlichen Wettbewerb stand auch wieder die Förderung der Partnerschaft von Handel und Industrie im Blickfeld der Veranstalter. So konnten beim Fußballerabend im Neuwieder food hotel nicht nur die Spiele des Wettkampftages analysiert werden, sondern auch die neuesten Trends rund um Lebensmittel diskutiert werden.

 

 

5. NRW-Nahversorgungstag

Am 17. Februar findet in Schwerte der 5. NRW-Nahversorgungstag statt. Die Tagung widmet sich sowohl verschiedenen Aspekten der Nahversorgung als auch aktuellen Entwicklungen im Einzelhandel. Welchen Bedingungen unterliegt die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel? Wie werden Ansiedlungs- und Infrastrukturvorhaben gesteuert? Funktionieren privat initiierte Wochenmärkte? Wird für Online-Händler der stationäre Einzelhandel zunehmend attraktiv? Diese und weitere Aspekte werden von erfahrenen Experten im Verlauf der Veranstaltung erörtert. Der Nahversorgungstag richtet sich vor allem an Stadtplaner, Architekten, Wirtschaftsförderer und Expansionsmanager. Aber auch weitere Akteure in der Nahversorgung sind herzlich willkommen. Die Architektenkammer Nordrhein-Westfalen erkennt den Nahversorgungstag mit 4 Stunden als Fortbildungsveranstaltung an. Architekten und Stadtplaner sollten eine Teilnahmebescheinigung bereits mit der Anmeldung anfordern. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei. Das ausführliche Programm sowie die Anmeldeunterlagen können hier abgerufen werden.

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BVLH auf der Anuga: Anlaufpunkt für Fachbesucher und Politikentscheider

Das BVLH-RETAILFORUM war auch auf der Anuga 2015 Anlaufpunkt sowohl für Fachbesucher aus aller Welt, als auch für politische Entscheidungsträger.

Vor allem das ausgestellte mobile Verkaufsfahrzeug entwickelte sich im Lauf der Messe zu einem Anziehungspunkt. Mit dem „rollenden Supermarkt“ machte der BVLH auf die wichtige Aufgabe der Nahversorgung mit Lebensmitteln vor allem im dünn besiedelten ländlichen Raum aufmerksam. Dieses Engagement würdige auch Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt, den der Verband in seiner Rolle als der Vertreter für die lebensmittelpolitischen Interessen der Handelsunternehmen auf dem Retailforum begrüßte.

Die Eröffnung der Anuga durch Minister Schmidt nahm BVLH-Präsident Friedhelm Dornseifer zum Anlass, die Kritik, die im Zuge der Bauernproteste für höhere Erzeugerpreise am deutschen Lebensmittelhandel aufgekommen war, zurückzuweisen. In seiner Rede verteidigte er das Gewinnstreben und die freie Preisbildung für Güter und Leistungen als grundlegende Prinzipien der sozialen Marktwirtschaft.

Rund 160.000 Fachbesucher aus 192 Ländern kamen vom 10. bis 14. Oktober 2015 zur Anuga nach Köln. Mehr als 7.000 Aussteller aus 108 Ländern nutzten die Messe, um dem Fachpublikum neue Produkte und Konzepte vorzustellen. Noch deutlicher als auf der Anuga 2013 trat das Thema Convenience in den Vordergrund. Leicht zu verzehren und leicht zu kochen sollen die Lebensmittel heute sein. Die Messe hat gezeigt: Produkte, die diese Eigenschaften mit Frische-, Gesundheits- und Nachhaltigkeitsaspekten verknüpfen, haben sehr gute Absatzchancen.

Kakaoforum ist Leuchtturmprojekt der Bundesregierung

Der Staatssekretärs-Ausschuss für nachhaltige Entwicklung hat das Forum Nachhaltiger Kakao als Leuchtturmprojekt der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie ausgezeichnet.
Damit honoriert die Bundesregierung die Anstrengungen des Forums, die Nachhaltigkeit im Kakaosektor voranzutreiben. Bereits jetzt stammen 27 Prozent des Kakaos aller in Deutschland verkauften Süßwaren aus nachhaltigen Quellen, bis zum Jahre 2020 soll die 50-Prozent-Marke überschritten sein.

Das Forum Nachhaltiger Kakao ist eine Multi-Stakeholder-Initiative, in der sich fast 70 Akteure aus der Kakao- und Schokoladenindustrie, dem Lebensmittelhandel, der Zivilgesellschaft und der Bundesregierung zusammengeschlossen haben. Der BVLH ist Gründungsmitglied des Forums und im Vorstand aktiv.

Ziel des Forums ist es, den Kakaosektor nachhaltiger zu gestalten. Das bedeutet im Einzelnen, die Situation der Kakaobauern und ihrer Familien zu verbessern, die natürlichen Ressourcen und die Biodiversität in den Anbauländern zu erhalten sowie den Anteil an nachhaltigem Kakao in Produktion und Vermarktung zu erhöhen.

Omas Apfelkuchen aus dem 3D-Drucker?

Was verstehen Verbraucher unter „Innovationen“ und was bedeutet das für die Kommunikation der Unternehmen? Diese Frage beantwortet die repräsentative Verbraucherstudie „Essbare Innovationen“ des Vereins DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT.

Ein Viertel der Verbraucher interessiert und befürwortet das Thema Innovation im Lebensmittelbereich. Allerdings finden nur wenige auf die Frage „Was ist eine Innovation?“ eine eindeutige Antwort. Zwei Drittel können keine positive oder negative Innovation benennen. Das könnte auch daran liegen, dass Verbraucher keine klare Vorstellung davon haben, was eine Innovation eigentlich ist. Vielmehr assoziieren sie damit alle guten und schlechten Neuigkeiten in Zusammenhang mit Technik und Lebensmittelproduktion. Aus diesem Befund lässt sich jedoch keine generelle Innovationsfeindlichkeit ableiten. Zum einen ist das Verbraucherinteresse für Innovationen im Bereich Gesundheit und Ernährung am größten, zum anderen meinen knapp zwei Drittel der Befragten, dass technologische Innovationen notwendig sind, um die weltweite Versorgung mit Lebensmitteln sicher zu stellen.

Für die Lebensmittelwirtschaft bedeuten die Ergebnisse unter anderem, dass nicht nur der technologische, sondern auch der persönliche und soziale Nutzen von Innovationen kommuniziert werden muss.
Der Studienbericht ist hier erhältlich www.lebensmittelwirtschaft.org/pressekonferenz-praesentation-studie-essbare-innovationen/.

Sachkundiger Ratgeber

In Zusammenarbeit mit dem EHI, der Anuga und dem BVLH hat LPV Media das Factbook Lebensmittelhandel 2016 veröffentlicht.

Das Praxishandbuch liefert nicht nur Lebensmittelunternehmern, sondern allen, die sich für Ernährungstrends und die Perspektiven der Lebensmittelwirtschaft interessieren, verlässliche Kennzahlen und fundierte Analysen. Fachkundige Autoren erläutern beispielsweise, wie sich verschiedene Rahmenbedingungen wie demografische Entwicklung, Nachhaltigkeit und Digitalisierung auf den Lebensmittelkonsum auswirken, welchen Einfluss das Storedesign auf den Lebensmitteleinkauf hat und mit welchen Instrumenten und Maßnahmen die Lebensmittelkette für die Sicherheit ihrer Produkte sorgt.

Weitere Informationen zum Factbook Lebensmittelhandel 2016 (Bestellmöglichkeiten und Leseprobe) gibt es im EHI-Onlineshop.
www.ehi-shop.de/de/handelsthemen/handelsstruktur/factbook-lebensmittelhandel-2016

Handel investiert elf Milliarden Euro in Werbung

Mit einem Budget von elf Milliarden Euro für Marketing bleibt der Handel einer der größten Werbungstreibenden in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle EHI-Marketingmonitor Handel 2015 - 2018.

Diese Investitionssumme entspricht einem Werbekostenanteil von 2,7 Prozent am gesamten Bruttoumsatz. Der größte Teil davon, circa fünf Milliarden Euro, fließt in die Media-Kosten, zum Beispiel für Anzeigenschaltungen. Die Produktionskosten schlagen mit 3,5 Milliarden Euro zu Buche. Das übrige Budget verteilt sich auf Kreation und Marktforschung. Die meisten Händler (61,2 Prozent) gehen mittelfristig von einem gleichbleibenden Investitionsniveau aus, knapp ein Viertel erwartet steigende Kosten. Nur ein kleiner Teil (14 Prozent) glaubt, dass die Investitionen in den nächsten Jahren sinken.

Gedruckte Handelswerbung und Prospekte (39,6 Prozent) liegen nach wie vor an erster Stelle und umfassen mit Kundenmagazinen (8,7 Prozent) und Anzeigen (7,2 Prozent) etwas mehr als die Hälfte der Werbeaufwendungen aus. Additive Handelswerbeformen wie Onlinemarketing (11,6 Prozent), Instore-Marketing (9,9 Prozent), Direktmarketing (9,6 Prozent) oder TV-/Radiowerbung (7,4 Prozent) teilen sich die restlichen 44,5 Prozent des Budgets.

Laut Prognose für 2018 wird die additive Handelswerbung allerdings künftig mit 56 Prozent den größeren Anteil des Werbebudgets beanspruchen und die klassische gedruckte überholen, deren Anteil dann nur noch bei 44 Prozent liegen wird.

Weitere Ergebnisse werden auf dem EHI Marketing Forum 2015 am 24./25.11. vorgestellt. Die Studie erscheint im Dezember 2015 und kann im EHI-Shop bestellt werden.

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Anuga Vorabendempfang thematisiert nachhaltigen Konsum

Auf dem Anuga-Executive Summit wirft Professor Manfred Güllner aus Verbrauchersicht einen Blick auf den nachhaltigen Konsum von Lebensmitteln.

Auch in diesem Jahr wird die weltweit größte Messe für Lebensmittel und Getränke mit dem Anuga Executive Summit eingeläutet.

Den fachlichen Impuls setzt Professor Manfred Güllner. Seit Jahren misst der Gründer des Forsa-Instituts für „Stern“ und „RTL“ die politische Stimmung im Land. Auch über das Kaufverhalten der Deutschen ist der Meinungsforscher bestens im Bilde. Auf dem Executive Summit wirft er einen Blick auf die Entwicklung des nachhaltigen Konsums von Lebensmitteln. Was verstehen die Deutschen heute darunter, was sind sie bereit, dafür zu zahlen und an ihren Gewohnheiten zu ändern und was können Industrie und Handel tun, um das Ziel eines nachhaltigen Konsums zu erreichen? Auf diese Fragen gibt Manfred Güllner in seiner Keynote Antworten.

Für beste Speisen und Getränke sorgen gleiche mehrere Küchenchefs der Kölner Sternegastronomie, die an Frontcooking-Stationen die Spezialitäten ihrer Häuser vor den Augen der Gäste frisch zubereiten.
Ausrichter des exklusiven Vorabendempfangs sind der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels, die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie, das Consumer Goods Forum und die Koelnmesse.

Weitere Informationen sind auf www.anuga-executive-summit.de zu finden.

ANUGA-Podium zu nachhaltigem Kakao – jetzt anmelden!

Das Forum Nachhaltiger Kakao präsentiert unterschiedliche Nachhaltigkeits- und Kommunikationsansätze, um bei Verbrauchern das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu stärken.
Das Forum Nachhaltiger Kakao führt am 12. Oktober 2015 auf der ANUGA in Köln eine Podiumsveranstaltung durch. Unter dem Titel „Nachhaltiger Konsum am Beispiel Kakao - Wie bringen wir den Endverbraucher auf den Geschmack?“ wurden namhafte Vertreter aus Handel (Lidl, Rewe Group) und Industrie (Mondelēz, Ritter), Repräsentanten der Zivilgesellschaft (Südwind), von Verbraucherverbänden (vzbv) und aus der Wirkungsforschung (Rheingold Institut) als Referenten und Podiumsteilnehmer gewonnen. Ein anschließender Empfang ist am Kakaostand auf dem BVLH-Retailforum geplant.

Auf der Podiumsveranstaltung werden unterschiedliche Nachhaltigkeits- und Kommunikationsansätze näher beleuchtet, diskutiert und erfolgreiche Wege aufgezeigt. Die Veranstaltung baut auf den Ergebnissen und Diskussionen der jüngsten Mitgliederversammlung des Kakaoforums auf. Sie hat das Ziel, bei Verbrauchern das Bewusstsein für nachhaltigen Konsum zu stärken.

Das ausführliche Programm ist auf www.kakaoforum.de/de/ueber-uns/veranstaltungen.html zu finden. Die Einladung zur Veranstaltung ist beim Kakaoforum abrufbar (Kontakt: Frau Beate Weiskopf: beate.weiskopf@giz.de, Tel.: 06196-791462).

EU-Parlamentsausschüsse uneinig bei Herkunftskennzeichnung

Sowohl die Mitglieder des Agrarausschusses als auch des Umweltausschusses im Europäischen Parlament verfolgen keine einheitliche Linie bei der Herkunftskennzeichnung.
Deutlich wurde das auf den Sitzungen im Juli beziehungsweise September dieses Jahres. Dort erörterten die Abgeordneten zwei Kommissionsberichte, die sich mit möglichen Folgen einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung befassen. Dabei handelt es sich um folgende Produktgruppen: andere Arten von Fleisch als Rind-, Schweine-, Geflügel-, Schaf- und Ziegenfleisch, Milch und Milch als Zutat, unverarbeitete Lebensmittel, Erzeugnisse aus einer Zutat sowie Lebensmittel al Zutaten, die über 50 % eines Produkts ausmachen.

Die Vertreter beiden Generaldirektionen Lebensmittelsicherheit und Landwirtschaft der EU-Kommission legten erneut dar, dass auf der Grundlage der Folgenabschätzungen ein Tätigwerden des Gesetzgebers nicht gerechtfertigt werden kann. Sie begründeten ihr Urteil mit der drohenden Beeinträchtigung des Binnenmarkts und mit der mangelnden Bereitschaft der Verbraucher, die zum Teil erheblichen Kosten einer generellen Herkunftskennzeichnungsverpflichtung zu tragen. Die Kommissionsbeamten betonten, dass das Verbraucherinteresse an der Herkunft bestimmter Erzeugnisse über freiwillige Informationen der Hersteller bedient werden kann.

Diese Argumentationslinie wurde in den Ausschussdiskussionen von einer Reihe EU-Parlamentarier geteilt. Es meldeten sich aber auch kritische Stimmen zu Wort. Diese Abgeordneten sprachen sich zumindest bei einfach strukturierten Produkten für eine Herkunftskennzeichnung aus. Eine freiwillige Kennzeichnung halten sie nicht für ausreichend.

Neue EU-Studie: Auswirkungen von Lebensmittelabfällen auf Wasser- und Stickstoffverbrauch

Die Auswirkungen von Lebensmittelabfällen auf den Verbrauch von Wasser und Stickstoff in der Europäischen Union sind gewaltig.

Zu diesem Schluss kommt eine Mitte August 2015 veröffentlichte Studie des wissenschaftlichen Dienstes der EU-Kommission. Durch eine Einsparung der vermeidbaren Lebensmittelabfälle beim Verbraucher könnten nach Berechnungen der Wissenschaftler pro Kopf und Tag rund 27 Liter Oberflächen- und Grundwasser sowie 294 Liter Regenwasser eingespart werden. Dies entspricht laut Studie allein dem Wasserbedarf für die pflanzliche Erzeugung in ganz Spanien. Den Ergebnissen zufolge werden im Schnitt 0,68 kg Stickstoff pro Kopf und Jahr unnötig verbraucht.

In der Europäischen Union werden jährlich 47 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Fast 80 Prozent dieser Abfälle wären vermeidbar. 97 Kilogramm vermeidbare Lebensmittelabfälle entfallen pro Jahr auf jeden EU-Bürger. Diese Zahl ist jedoch nur der Mittelwert einer großen Spanne, die von 45 Kilogramm bis 153 Kilogramm vermeidbarer Abfälle pro Person reicht. Ursächlich für diese Bandbreite ist die unterschiedlich gute Datenbasis in den EU-Ländern.

Die Studie stützt sich auf Angaben aus den Niederlanden, dem Vereinigten Königreich, aus Dänemark, Finnland, Deutschland und Rumänien. In Groß Britannien ist der Lebensmittelverlust am höchsten, während in Rumänien die geringste Menge in der Tonne landet.

Je nach Art der Lebensmittel schwankt auch der Wegwerffaktor: Gemüse, Obst und Getreideerzeugnisse enden am häufigsten im Müll. Diese Lebensmittel sind nur begrenzt haltbar und werden oft in zu großen Mengen gekauft.

Die Studie des JRC ist hier abrufbar.
http://iopscience.iop.org/article/10.1088/1748-9326/10/8/084008

Agrarausschuss im EU-Parlament gegen nationale Einfuhrverbote für GVO

Der Agrarausschuss des Europäischen Parlaments hat sich am 3. September 2015 mit großer Mehrheit gegen nationale Alleingänge beim Einfuhrverbot von gentechnisch veränderten Organismen ausgesprochen.

Der Vorschlag der EU-Kommission führe im Falle von einzelnen, nationalen Einfuhrverboten zu Wettbewerbsverzerrungen auf dem Binnenmarkt und gefährde Produktionszweige, die von Importen gentechnisch veränderter Futtermittel abhängig seien. Auch der Agrarrat hatte sich am 13. Juli 2015 in einer ersten Aussprache mehrheitlich gegen den Vorschlag ausgesprochen, verhandelt ihn aber derzeit inhaltlich auf Ebene der Ständigen Vertreter weiter. Parallel wurde eine Stellungnahme des Juristischen Dienstes beim Agrarrat eingefordert. Am 12./13. Oktober wird der federführende Umweltausschuss über das Dossier abstimmen, ein Votum des Plenums könnte dann während der Sitzung vom 26.-29. Oktober 2015 stattfinden.

Die Pressemitteilung des Agrarausschusses ist hier abrufbar. www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/content/20150901IPR91167/html/Agri-culture-committee-opposes-national-bans-on-Imports-of-GM-food-and-feed

EU-Parlament strebt strenges Klonverbot für alle Nutztierarten an

Mit Votum vom 8. September 2015 hat das EU-Parlament den ursprünglichen Vorschlag der EU-Kommission zum Klonverbot von Nutztieren verschärft.

Das Gesetz soll nicht nur für Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen und Equiden (Pferde), sondern für alle Nutztiere gelten. Auch die Verwendung der Nachkommen geklonter Tiere sowie von Produkten, die von ihnen stammen, soll verboten werden. Ferner soll sich das strenge Klonverbot auch auf Importe aus Drittländern erstrecken und dabei auch das Zuchtmaterial sowie Lebens- und Futtermittel von Klontieren und deren Nachkommen einbeziehen.

Als Hauptgrund führen die Abgeordneten insbesondere Bedenken in Bezug auf Tierwohl und Ethik an. Auch wenn die Nachkommen geklonter Tiere durch natürliche Fortpflanzung zur Welt kämen, seien die hohen Sterblichkeitsraten in allen Entwicklungsphasen während des Klonens der Elterntiere nicht akzeptabel. Die EU-Parlamentarier stützen sich dabei auch auf Ergebnisse der Verbraucherforschung an, nach denen die EU-Bürger mehrheitlich das Klonen für landwirtschaftliche Zwecke missbilligen und den Verzehr von Lebensmitteln, die von Klontieren und deren Nachkommen stammen strikt ablehnen.
Der geänderte Gesetzestext wandelt die Richtlinie in eine Verordnung um, die unmittelbar in allen Mitgliedstaaten gilt. Das Parlament verhandelt nun mit dem Rat über einen endgültigen Gesetzentwurf, der dann von Rat und Parlament angenommen werden muss.

Die Pressemitteilung des Parlaments ist hier abrufbar. www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/content/20150903IPR91517/html/Parlament-f%C3%BCr-strenges-Klonverbot-Ausweitung-auf-alle-Nutztiere-sowie-Importe

Erste Futsal-Meisterschaft der Lebensmittelwirtschaft

Die food akademie veranstaltet vom 16.01.2016 bis 17.01.2016 in Neuwied die erste Deutsche Futsal-Meisterschaft der Lebensmittelwirtschaft.

Neben dem sportlichen Wettkampf ist es das Ziel des zweitägigen Turniers, den Erfahrungs- und Meinungsaustausch zwischen Lebensmittelhandel und Ernährungswirtschaft zu fördern.

Spielberechtigt sind Betriebsmannschaften von Unternehmen des deutschen Lebensmittelhandels, der deutschen Lebensmittelindustrie und nach Einzelfallprüfung auch Betriebsmannschaften von Bildungs-, Dienstleistungs- und Medienunternehmen der Branche. Die Spieler müssen Mitarbeiter, Auszubildende oder Studenten von dualen Bildungsgängen sein.

Futsal ist die vom Weltfußballverband FIFA anerkannte Variante des Hallenfußballs. Der Name leitet sich vom portugiesischen Ausdruck futebol de salão beziehungsweise dem spanischen fútbol sala (‚Hallenfußball‘) ab. Futsal unterscheidet sich von anderen Arten des Hallenfußballs vor allem dadurch, dass das Spielfeld durch Linien und nicht durch Banden begrenzt ist. Es wird generell mit fünf Spielern auf Handballtore und mit einem sprungreduzierten Ball gespielt.

Meldeschluss für die erste Futsal-Meisterschaft der Lebensmittelwirtschaft ist der 31. Oktober 2015. Nähere Informationen zum Turnierablauf und den Teilnahmebedingungen sind erhältlich bei der food akademie Neuwied, Ansprechpartner Florian Zerres, zerres@food-akademie.de, Tel. 02631/830-460, Internet: www.food-akademie.de/go.to/modix/2,1909477/marke-1.html

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Anuga 2015: Kartenvorverkauf zu Sonderpreisen

Vom 10. bis 14. Oktober 2015 öffnet die Anuga erneut ihre Tore. Wie in den Vorjahren beteiligt sich der Verband mit dem BVLH-Retailforum an der weltweit größten Fachmesse für Lebensmittel und Getränke. Zu diesem Topereignis werden wieder über 6.800 Aussteller aus knapp 100 Ländern und über 160.000 Fachbesucher aus aller Welt erwartet.

Auch in diesem Jahr gibt es wieder die Möglichkeit, die Karten im Vorverkauf zu günstigeren Konditionen zu erwerben.

Für die Anuga 2015 gilt folgende Preisstaffelung:

KategorieVorverkaufKartenverkauf

Tages-Karte

32,00 €

57,00 €

2-Tage-Karte

51,00 €

67,00 €

3-Tage-Karte

61,00 €

77,00 €

4-Tage-Karte

69,00 €

87,00 €

Dauerkarte

74,00 €

93,00 €

Verbandsmitglieder profitieren nicht nur vom niedrigeren Vorverkaufspreis. Sie kommen darüber hinaus in den Genuss einer weiteren Vergünstigung: Wer mit einer über den BVLH erworbenen Eintrittskarte die Messe besucht, erhält kostenlos einen Anuga-Messekatalog (Normalpreis 33,00 €).

Bitte richten Sie Ihre schriftliche Bestellung direkt an den BVLH, nutzen Sie dazu das entsprechende Bestellformular für Verbandsmitglieder, Fachschüler und sonstige Fachbesucher. Bitte beachten Sie: Die Anuga ist eine B2B-Messe, die nur Fachbesuchern offen steht.

Lebensmittel in Deutschland: weder besonders teuer, noch ausgesprochen billig.

Im EU-Vergleich bewegen sich die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke in Deutschland auf moderatem Niveau. Zu diesem Ergebnis kommt das statistische Amt der Europäischen Union, Eurostat, in einer aktuellen Untersuchung.

Das Preisniveau für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke liegt in Deutschland bei 109 Prozent des EU-Durchschnitts. In acht von 28 Mitgliedsstaaten ist es teurer, Lebensmittel und alkoholfreie Getränke einzukaufen. Dazu zählen (mit aufsteigenden Preisniveaus): Belgien, Italien, Irland, Luxemburg, Schweden, Finnland, Österreich und Dänemark. Mit 139 Prozent vom EU-Durchschnitt ist das Preisniveau hier am höchsten. Billiger sind Lebensmittel hingegen in 19 EU-Staaten. Dabei ist zu beachten, dass sich die Preise in Frankreich (107 Prozent) oder auch im Vereinigten Königreich (106 Prozent) auf ähnlichem Niveau bewegen, wie in Deutschland. Zu den Ländern, in denen die Lebensmittelpreise niedriger sind zählen nicht nur die eher kleinen Volkswirtschaften der osteuropäischen Mitgliedsstaaten. Auch die Niederlande (97 Prozent vom EU-Durchschnitt) und Spanien (93 Prozent) gehören dazu. Das niedrigste Preisniveau bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken existiert in Polen mit 61 Prozent des EU-Durchschnitts.

Die Pressemitteilung von Eurostat ist hier erhältlich: http://ec.europa.eu/eurostat/documents/2995521/6889790/2-19062015-BP-DE.pdf/7d4f3cbe-60a5-4f47-b7d9-8a3969ec4405

Agrar-Rat: Einigung zu Öko-Verordnung

Am 16. Juni 2015 haben sich die Mitgliedstaaten auf der Sitzung des Agrarrats auf eine sog. „Allgemeine Ausrichtung“ zum Vorschlag der Öko-Verordnung geeinigt. Belgien, Bulgarien, Dänemark, Slowakei und Tschechien stimmten dagegen, Zypern und Kroatien enthielten sich.

Bis zum Schluss waren die Grenzwerte für Rückstände, die Art und Frequenz der Kontrollen (risikobasiert oder systematische jährliche Kontrollen), das Importregime und Ausnahmen für Entwicklungsländer umstritten.

Der jetzt gefundene Kompromiss sieht nun für Kontrollen von Unternehmer und Unternehmergruppen mit nachweislich niedrigem Risikoprofil eine Frequenz von 30 Monaten (statt drei Jahre) vor.

Bezüglich der Rückstandsgrenzwerte, oberhalb derer Erzeugnisse nicht als ökologisch/biologisch vermarktet werden dürfen, sollen bestehende nationale Regelungen nur noch bis 31.12.2020 (statt 2021) weiter angewandt werden dürfen. Dies gilt jedoch nur unter der Bedingung, dass nicht das Inverkehrbringen von Produkten, die in anderen Mitgliedstaaten hergestellt wurden, behindert wird. Bis spätestens 31.12.2020 soll die Kommission dem EU-Parlament und EU-Ministerrat einen Bericht über den Stand der Umsetzung dieser Regelung und über das Vorhandensein von nicht zugelassenen Erzeugnissen und Stoffen in Öko-Produkten vorlegen.

Eine “Allgemeine Ausrichtung” ist eine politische Einigung des Ministerrats zu einem Verordnungsvorschlag der Kommission. Sie ermöglicht die Aufnahme von Verhandlungen zwischen Parlament, Ministerrat und Kommission zum Zweck der Einigung auf einen für alle Institutionen akzeptablen Text und des Abschlusses des Verfahrens. Das Votum des federführenden Agrarausschusses des EU-Parlaments zur Ökoverordnung wird voraussichtlich im September oder Oktober 2015 stattfinden.

Der Bericht zur Sitzung des Agrarrats ist hier abrufbar: http://www.consilium.europa.eu/en/meetings/agrifish/2015/06/14/

Europäischer Gerichtshof urteilt zur Aufmachung von Lebensmitteln

Der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGH) hat am 04. Juni 2015 im Rechtsstreit zwischen dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) und dem Unternehmen Teekanne entschieden, dass die Etikettierung eines Lebensmittels den Verbraucher nicht irreführen darf, indem der Eindruck des Vorhandenseins einer Zutat erweckt wird, die tatsächlich in dem Erzeugnis nicht enthalten ist.

Auch wenn angenommen werde, dass der Verbraucher das Verzeichnis der Zutaten vor dem Kauf eines Erzeugnisses lese, könne die Etikettierung des Erzeugnisses geeignet sein, den Käufer irrezuführen, wenn bestimmte Elemente der Etikettierung unwahr, falsch, mehrdeutig, widersprüchlich oder unverständlich seien. Der EuGH präzisiert, dass demnach auch ein richtiges und vollständiges Zutatenverzeichnis in einem solchen Fall nicht ausreiche, einen falschen oder missverständlichen Eindruck zu berichtigen, der sich für den Verbraucher aus der Etikettierung des Lebensmittels ergebe.

Hintergrund des Urteils war ein Streit über die Verpackungsgestaltung des Kindertees „Felix Himbeer-Vanille Abenteuer“. Diese bildete sowohl Himbeeren als auch Vanilleblüten ab, ohne jedoch diese Zutaten in dem besagten Produkt zu verwenden. Darüber hinaus warb die Verpackung des Tees mit den Zusätzen „Früchtetee mit natürlichen Aromen“ sowie „nur natürliche Zutaten“. Im Tee selbst waren aber lediglich „natürliche Aromen mit Himbeer- und Vanillegeschmack“.

Der EuGH hat mit seinem Urteil lediglich über eine Vorlagefrage des Bundesgerichtshofs (BGH) entschieden. Die Richter betonten ausdrücklich, dass sie nicht für Entscheidungen zu Einzelfällen zuständig seien. Der BGH muss nun auf der Grundlage des EuGH-Urteils über den Einzelfall entscheiden. Dabei hat er zu beurteilen, ob ein normal informierter, vernünftig aufmerksamer und kritischer Durchschnittsverbraucher über das Vorhandensein von Himbeer- und Vanilleblütenzutaten oder aus diesen Zutaten gewonnener Aromen irregeführt werden kann. Dabei wird der BGH die verwendeten Begriffe und Abbildungen, die Platzierung, Größe, Farbe, Schriftart, Sprache, Syntax und Zeichensetzung der verschiedenen Elemente auf der Verpackung des Früchtetees zu berücksichtigen haben.

Das EuGH-Urteil ist hier abrufbar: http://curia.europa.eu/juris/document/document.jsf?text=&docid=164721&pageIndex=0&doclang=de&mode=lst&dir=&occ=first&part=1&cid=378646

EFSA-Gutachten zu Koffeinkonsum und Risiken

Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) hat am 27. Mai 2015 ein wissenschaftliches Gutachten zur Sicherheit von Koffein veröffentlicht.

Das Gutachten schätzt akute und tägliche Dosen ab, die für die gesunde Allgemeinbevölkerung unbedenklich sind. Das Gutachten enthält auch Empfehlungen zum Konsum von Koffein aus allen Nahrungsquellen in Kombination mit körperlicher Betätigung sowie zu möglichen Risiken des Koffeinkonsums zusammen mit Alkohol, sonstigen in sogenannten Energy-Drinks enthaltenen Stoffen und Synephrin, einer Substanz, die zunehmend in Nahrungsergänzungsmitteln zu finden ist.

Für die abschließende Bewertung wurden zahlreiche Rückmeldungen aus den Mitgliedstaaten, von Verbraucherverbänden, Industrie und sonstigen interessierten Kreisen berücksichtigt. Diese erfolgten u.a. während einer zweimonatigen Online-Konsultation und eines Treffens mit Interessengruppen in Brüssel.

Die Europäische Kommission hatte die EFSA um die vorliegende Bewertung ersucht, nachdem eine Reihe von Mitgliedstaaten Bedenken bezüglich gesundheitlicher Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit dem Konsum von Koffein geäußert hatten – insbesondere im Hinblick auf Herz-Kreislauferkrankungen, Auswirkungen auf das zentrale Nervensystem (beispielsweise in Form von Schlafstörungen oder erhöhter Ängstlichkeit) sowie mögliche Gesundheitsrisiken für Föten bei Schwangeren.

Ein erläuterndes Frage-Antwort-Dokument ist hier abrufbar, das vollständige Gutachten hier: http://www.efsa.europa.eu/en/efsajournal/pub/4102.htm

Konsultation zu Fischbeständen und Fischfangmöglichkeiten 2016

Die Kommission hat am 02. Juni 2015 einen Bericht über die Fischbestände vorgelegt und das Konsultationsverfahren bezüglich der Fischfangmöglichkeiten für 2016 eröffnet.

Laut dem Bericht wurde im Nordostatlantik sowie in Nordsee und Ostsee zu knapp mehr als 50 Prozent nachhaltig gefischt. Das nachhaltige Niveau betrug hier 2009 nur 14 Prozent.

Dem Bericht zufolge könne in diesen Fanggebieten nun mehr Fisch gefangen werden. Im Mittelmeer und im Schwarzmeer stellt die Überfischung jedoch nach wie vor ein ernstes Problem dar. Im Mittelmeer gab es eine zu 93 Prozent nicht nachhaltige Fischerei und im Schwarzen Meer zu 86 Prozent.

Die Kommission bekräftigt ihre Verpflichtung, alle Fischereien so früh wie möglich auf ein Niveau zu bringen, das dem höchstmöglichen Dauerertrag (MSY) entspricht. Dieses zentrale Ziel der neuen Gemeinsamen Fischereipolitik soll zur Erreichung des guten Umweltzustands der Meere bis spätestens 2020 beitragen.

Der Bericht wurde im Rahmen einer öffentlichen Online-Konsultation zur Diskussion gestellt. Interessenträger werden bis zum 1. Oktober 2015 um Stellungnahmen gebeten. Die Kommission wird ihre Vorschläge für die Fangmöglichkeiten für 2016 in den Gewässern der Union im Atlantik, in der Nordsee und in der Ostsee im Herbst vorlegen.

Der Bericht der Kommission ist hier erhältlich:
http://ec.europa.eu/dgs/maritimeaffairs_fisheries/consultations/fishing-opportunities-2016/doc/com_2015_239_de.pdf

Weitere Informationen sind hier abrufbar:
http://ec.europa.eu/fisheries/cfp/fishing_rules/tacs/index_de.htm (Konsultation)

http://europa.eu/rapid/press-release_MEMO-15-5083_en.htm (Frage-Antwort-Katalog)

Konsultation EU-Ökosiegel Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse

Anfang Mai 2015 hat die EU-Kommission eine öffentliche Konsultation zur Frage der Schaffung eines EU-Umweltsiegels für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse gestartet.

Bis zum 31. Juli 2015 haben alle Interessenträger und Einzelpersonen insbesondere Verbraucher- und Erzeugerorganisationen, Regierungsstellen, Behörden, Fischerei- und Aquakulturunternehmen, Lieferanten, Einzelhändler und Nichtregierungsorganisationen Gelegenheit, zu den aufgeworfenen Fragen Stellung zu nehmen.

Im Einzelnen befasst sich die Konsultation mit den Gründen für den Verkauf/Kauf bzw. die Verwendung von Produkten mit Ökolabel sowie den Gründen für eine Ablehnung eines Ökosiegels. Ferner werden Fragen zu den Vor- und Nachteilen der geltenden Ökolabel-Systeme auf EU-Ebene sowie zu den Kosten einer Zertifizierung und der künftigen Rolle der EU aufgeworfen.

Die neue gemeinsame Marktorganisation für Erzeugnisse der Fischerei und der Aquakultur (Verordnung (EU) Nr. 1379/2013) verpflichtet die Kommission zur Erstellung eines Durchführbarkeitsberichts über ein EU-weites Siegelsystem für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse. Die Konsultationsergebnisse sollen in diese Durchführbarkeitsstudie einfließen und konkret die Kommission dabei unterstützen, die Ansichten zu den (positiven und negativen) Auswirkungen und andern Fragen hinsichtlich eines Umweltsiegels für Fischerei- und Aquakulturerzeugnisse zu verstehen.

Der Fragebogen zur Konsultation ist hier abrufbar:
https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/Ecolabel

Weitere Informationen finden Sie hier:
http://ec.europa.eu/dgs/maritimeaffairs_fisheries/consultations/ecolabel/index_de.htm

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Position zur strategischen Entwicklung der Eiweißfütterung von Nutztieren

Abgestimmt mit den Unternehmen des deutschen Lebensmittelhandels hat der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels eine Position zur Eiweißfütterung von Nutztieren entwickelt. Damit strebt die überwiegende Mehrzahl der Unternehmen vorrangig für ihre Eigenmarkenprodukte an, dass bei der Nutztierfütterung auf den Einsatz von gentechnisch veränderten Futtermitteln verzichtet wird. Die Position beschäftigt sich speziell mit der Frage, wie die Eiweißlücke in der Nutztierfütterung im Rahmen einer breiteren gesellschaftlichen Akzeptanz geschlossen werden kann. Sie bedeutet keine grundlegende Ablehnung der Gentechnik, sondern ist als kritische Stellungnahme gegenüber dem Anbau von transgenen Sojabohnen zu verstehen.

Lebensmittel wertschätzen und gesunde Ernährung für alle

Drei Anträge, drei Titel, verdichtet in einer Überschrift: So lassen sich die Ziele zusammenfassen, die die Fraktionen des Deutschen Bundestages auf dem Gebiet der Ernährungspolitik verfolgen. Anlässlich der Internationalen Grünen Woche 2015 haben die Regierungsfraktionen aus CDU/CSU und SPD, die Fraktion DIE LINKE und BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Januar jeweils eigene Anträge in das parlamentarische Verfahren eingebracht. Diese Anträge wurden in den Sitzungen der zuständigen Bundestagsausschüsse am 20. Mai abschließend beraten und stehen nun zur Beschlussfassung auf der Tagesordnung der Plenarsitzung am 11. Juni 2015.

In ihren Anträgen betonen alle Fraktionen, das gemeinsame Ziel, eine gesunde Ernährung stärken und die Wertschätzung für Lebensmittel verbessern zu wollen. Ist man sich noch weitgehend einig darin, die Qualitätsstandards bei der Verpflegung in Kindertagesstätten und Schulen anzuheben, zeigen sich auf anderen Themenfeldern jedoch erhebliche Unterschiede in Bezug auf einzelne Maßnahmen. So fordern Grüne und Linke die Einführung der Nährwertampel und die Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Die Grünen setzen sich darüber hinaus unter anderem für eine Tierhaltungskennzeichnung bei Fleisch, für eine Positivkennzeichnung in Bezug auf gentechnisch veränderte Futtermittel und für eine bundeseinheitliche Hygienekennzeichnung ein. Die Linke will Lebensmittelwerbung „konsequent einschränken“ und die Lebensmittelbuchkommission dem Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit unterstellen. Die Koalitionsfraktionen fordern unter anderem eine „nationale Strategie“ zur Zucker-, Fett- und Salzreduktion in Fertiggerichten, die Einrichtung Süßwaren freier Kassen in Supermärkten, die Abschaffung des Mindesthaltbarkeitsdatums bei nichtverderblichen Lebensmitteln und die Streichung der noch verbliebenen EU-Handelsnormen. Die Festlegung von Zielmarkenbei der Reduktion von Lebensmittelabfällen, auch für den Lebensmittelhandel, haben sich alle Fraktionen auf die Fahne geschrieben. Der Unterschied besteht darin, dass die Koalition hier her auf Freiwilligkeit, die Opposition eher auf Verpflichtung setzt.

Laut Beschlussempfehlung empfiehlt der federführende Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft dem Plenum die Annahme des Antrags der Koalitionsfraktionen sowie die Ablehnung der Anträge von Linken und Grünen.

Die entsprechenden Dokumente finden Sie hier (Tagesordnung der Sitzung vom 11.06.2015, TOP 8).

Bundestag fordert Verbot des Klonens von Nutztieren

Anfang Mai hat der Deutsche Bundestag die Bundesregierung aufgefordert, sich auf EU-Ebene für ein dauerhaftes Verbot des Klonens von Nutztieren einzusetzen. Damit folgte das Plenum einem fraktionsübergreifenden Antrag von CDU/CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen. Verboten werden sollten auch die Produktion sowie die Einfuhr geklonter Tiere und deren Fleisch in die Europäische Union. Könne ein solches Verbot nicht erreicht werden, müsse sich die Bundesregierung für eine Kennzeichnungspflicht geklonter Tiere und für die daraus gewonnenen Produkte stark machen. Grundlage für den Vorstoß des Bundestages sind zwei EU-Richtlinienentwürfe, zum einen über das Klonen von Rindern, Schweinen, Schafen, Ziegen und Equiden, die für landwirtschaftliche Zwecke gehalten und reproduziert werden, zum anderen über das Inverkehrbringen von Lebensmitteln von Klontieren.

Den fraktionsübergreifenden Antrag finden Sie hier.

EU-Parlamentsberichterstatter legt erste Vorschläge zur Revision der EU-Öko-Verordnung vor

Am 26. Mai 2015 wurde im Agrarausschuss des EU-Parlaments der Berichtsentwurf zu den Verordnungsvorschlägen der Kommission für eine neue EU-Öko-Verordnung in einer ersten Aussprache erörtert. Insgesamt hat der Berichterstatter, der EU-Abgeordnete Martin Häusling (Die Grünen) 353 Änderungsanträge vorgelegt. Der Häusling-Bericht bemüht sich um eine praxisgerechte Korrektur des Kommissionsvorschlags bei gleichzeitiger Beibehaltung von Elementen der geltenden EU-Öko-Verordnung aus dem Jahr 2007. Viele der Anliegen des Handels wurden erfreulicherweise berücksichtigt. So werden Einzelhändler beispielsweise von der Pflicht zur Einführung eines Umweltmanagementsystems ausgenommen. Ferner sollen Unternehmer, die allein mit vorverpackten Erzeugnissen handeln und diese an den Endverbraucher verkaufen, entsprechend eines risikobasierten Kontrollansatzes nicht dem Öko-Kontrollsystem unterworfen werden. Generell sorgen eine Reihe von Änderungsanträgen zu den Produktionsbedingungen dafür, dass die Erzeugung in der Praxis nicht unnötig erschwert wird. Das wiederum kommt der Lieferfähigkeit von Bio-Produkten an den Handel zu Gute und betrifft zum Beispiel die Streichung spezifischer Bio-Grenzwerte für Pestizidrückstände.

Die Frist für die Einreichung weiterer Änderungsanträge läuft noch bis 12. Juni. Die Abstimmung über den Berichtsentwurf im Agrarausschuss des EU-Parlaments ist für den 17. Juli geplant. Parallel beabsichtigt die lettische Ratspräsidentschaft, dass sich die Mitgliedsstaaten auf der kommenden Sitzung des Agrarrates am 16. Juni auf eine gemeinsame Position zum Kommissionsvorschlag verständigen. Sollte dies sowohl im EU-Parlament als auch im Agrarministerrat gelingen, könnten die Kompromissverhandlungen mit der Kommission, die sogenannten Trilog-Verhandlungen, beginnen.

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BVLH-Frühstücksdebatte zur Öko-Verordnung in Brüssel

Vom Vorschlag der Europäischen Kommission zur Revision der EU-ÖKO-Verordnung wäre auch der Lebensmittelhandel massiv betroffen. Auf diese Bedrohung machte Prof. Dr. Horst Lang, Leiter des Ausschusses für Lebensmittelrecht und Qualitätssicherung der Handelsorganisation im Rahmen einer Frühstücksdebatte des BVLH in Brüssel aufmerksam. Stellvertretend für die gesamte Branche gab er zu bedenken, dass die vorgeschlagenen Verschärfungen für die Produktion von Bio-Produkten in ihrer jetzigen Form das Angebot stark verknappen würden. Angesichts der steigenden Nachfrage nach Bio-Produkten kritisierte Lang diese Stoßrichtung als kontraproduktiv.

Nicht nur die Teilnehmer des Handels, sondern auch anwesende Vertreter der Bundesregierung und des EU-Parlaments kritisierten die -Kommissionsvorschläge. Dazu gehören insbesondere die Einführung von besonderen Rückstandsgrenzwerten, die Abkehr von der Prozesskontrolle und die Etablierung einer Endproduktkontrolle, die Auslagerung des Kontrollsystems, die undifferenzierten Zertifizierungspflichten und das geplante Auslaufen der Äquivalenzabkommen bei Drittlandimporten.

In Kürze wird der Berichterstatter des zuständigen EU-Parlamentsausschusses Martin Häusling von der Grünen Fraktion seinen Berichtsentwurf vorlegen. Auf der Agrarratssitzung am 11. Mai wollen sich die Mitgliedsstaaten auf einen Kompromissvorschlag verständigen. Der politische Druck besteht nicht ohne Grund: Die EU-Kommission hatte angekündigt, den Verordnungsvorschlag zurückzuziehen, sollte bis Mitte des Jahres keine Einigung erreicht worden sein.

BMEL und LEH informieren über Lebensmittelkennzeichnung

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und der deutsche Lebensmittelhandel haben eine Informationsinitiative zur Lebensmittelkennzeichnung gestartet. Für diesen Zweck hat das BMEL eine Informationsbroschüre erstellt, die über das Kennzeichnungsrecht bei Lebensmitteln im Allgemeinen und über die Vorschriften der Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) aufklärt.

Der Flyer wurde in einer Auflage von 1,5 Millionen Exemplaren gedruckt und ist in etwa 28.000 Lebensmittelhandelsgeschäften erhältlich. Folgende Handelsunternehmen beteiligen sich an der Initiative: Aldi Süd, Edeka, Globus, Kaiser‘s Tengelmann, Kaufland, Lidl, Netto Marken-Discount, Norma, Penny, Real, Rewe und Tegut.

Die neuen Kennzeichnungsregeln der LMIV gelten für verpackte Waren seit dem 13. Dezember 2014. Dazu zählen beispielsweise eine verbindliche Mindestschriftgröße, die Hervorhebung der Hauptallergene im Zutatenverzeichnis oder die Angabe des Einfrierdatums bei Fleisch, Fleischzubereitungen und unverarbeiteten Fischereierzeugnissen.

Aldi und Edeka neue Mitglieder im Kakaoforum

Der deutsche Lebensmittelhandel baut sein Engagement im Kakaoforum aus. Mit Aldi Nord, Aldi Süd und Edeka sind drei weitere prominente Handelsunternehmen der Initiative beigetreten. Sie verstärken damit die Arbeit der Gründungsmitglieder Rewe Group, Lidl und Tegut sowie des BVLH als Branchenverband. Das Kakaoforum geht in Kürze mit einem Leuchtturm-Projekt in der Republik Côte d’Ivoire (Westafrika) an den Start. Im Rahmen des Projekts soll in den nächsten fünf Jahre die Lebens- und Einkommenssituation von etwa 20.000 Haushalten im Kakaosektor verbessert und der nachhaltige Kakaoanbau gefördert werden. Der Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos in den in Deutschland verkauften kakaohaltigen Produkten liegt derzeit bei 27 Prozent. Bis 2020 soll dieser Anteil auf mindestens 50 Prozent steigen. Zudem ist vereinbart, eine mögliche Anhebung der Zielsetzung im Jahresturnus zu überprüfen.

Studienreise und Seminare der food akademie

Die food akademie Neuwied veranstaltet vom 22. bis 24. September 2015 eine Studienreise zum Thema Molkereiprodukte. Im Rahmen der Exkursion stehen Besuche bei Molkereiunternehmen (frischli Milchwerke, Biomolkerei Söbbeke, FrieslandCampina) ebenso auf der Tagesordnung wie ein Gespräch bei der Landesvereinigung der Milchwirtschaft Nordrhein-Westfalen mit anschließender Besichtigung eines Milchlabors. In Zusammenarbeit mit dem Fachverband Mobile Verkaufsstellen im BVLH bietet die food akademie außerdem speziell für mobile Lebensmittelhändler Seminare zu folgenden Themen an: Am 18 Mai gibt Unternehmensberaterin und Verkaufstrainerin Andrea Jörg wertvolle Tipps zu Kundenwerbung, Tourenplanung, -aufbau und -optimierung. Am 8. Juni informieren die Qualitätsmanagementexperten Prof. Dr. Annette Grinôt und Gerd Bente über die Bedeutung der Lebensmittelinformationsverordnung für den mobilen Handel.

Nähere Informationen zur Studienreise und den Seminaren finden Sie unter folgenden Links:
www.bzneuwied.de/go.to/modix/2,190/kurse.html
www.bzneuwied.de/go.to/modix/now/seminare.html

Download Info-Flyer: Seminar / Studienreise

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LEH stärkt sein Engagement für mehr Tierwohl

Mit Beginn des Jahres 2015 hat die Initiative Tierwohl ihre Arbeit aufgenommen. Erstmalig in Deutschland setzen sich Unternehmen und Verbände aus Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel gemeinsam für eine tiergerechtere und nachhaltigere Fleischerzeugung ein. Dafür haben sich wichtige Partner der gesamten Wertschöpfungskette Schweine- und Geflügelfleisch in einem freiwilligen Aktionsbündnis zusammengeschlossen.

Mit der Initiative soll das Tierwohl in der Schweine- und Geflügelhaltung aus der Nische geholt und auf eine breite Basis gestellt werden. Finanziert wird die Initiative durch einen Tierwohlfonds. Dieser wird durch einen Tierwohlbeitrag der teilnehmenden Lebensmittelhandelsunternehmen gespeist. Die Höhe des Beitrags beläuft sich auf 4 Cent pro Kilogramm vermarkteter Fleisch- und Wurstwaren (Schwein und Geflügel). In einem ersten Schritt haben sich die Handelsunternehmen verpflichtet, die Initiative Tierwohl für drei Jahre zu unterstützen.

Der Tierwohlbeitrag sichert die Handlungsfähigkeit der Initiative und ermöglicht Landwirten die Durchführung von Tierwohlmaßnahmen vor Ort. Mit ihrer langfristigen Unterstützung wollen die beteiligten Handelsunternehmen die Initiative Tierwohl auf ein festes Fundament stellen und ihren Beitrag leisten, dass sie ein Erfolg wird.

Positive Tendenz beim Geschäftsklima im Einzelhandel mit Lebensmitteln

2014 war für den Einzelhandel mit Lebensmitteln kein einfaches Jahr. Die Verbraucherpreise stagnierten beziehungsweise stiegen nur leicht. Die Umsätze gerieten unter Druck.

Im Jahresvergleich erhöhten sich die Nahrungsmittelpreise 2014 um 1,0 % gegenüber 2013. Sie lagen damit nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahresdurchschnitt leicht über der Gesamtteuerung. Spürbar teurer waren vor allem Molkereiprodukte (+ 7,9 %). Leichte Preiserhöhungen gab es auch bei Fisch und Fischwaren (+ 1,9 %), Süßwaren (+ 1,7 %) sowie Brot und Getreideerzeugnissen (+ 1,3 %). Günstiger dagegen wurde vor allem Gemüse (− 3,4 %).

Für den November 2014 gibt das Statistische Bundesamt einen Umsatzrückgang im Einzelhandel mit Lebensmitteln von – 3,2 (real) und – 2,9 (nominal) gegenüber dem Vorjahresmonat an. Dabei spielen vor allem Kalendereffekte auf Grund beweglicher Feiertage eine Rolle. Für das Gesamtjahr 2014 (Januar bis November 2014) ist dagegen ein moderates Wachstum von 0,6 % (real) und 1,8 % (nominal) im Vergleich zum Vorjahreszeitraum festzuhalten.

Das Jahr 2015 könnte etwas besser laufen. So ist der aktuelle Geschäftsklimaindikator des ifo Instituts für den Einzelhandel mit Lebensmitteln deutlich gestiegen. Damit wurde die anhaltende Abkühlung des vierten Quartals 2014 gestoppt. Insgesamt bewerteten die am ifo Konjunkturtest teilnehmenden Lebensmittelhändel ihre gegenwärtige Situation wieder günstiger und der Geschäftsklimaindikator liegt erneut über dem des gesamten deutschen Einzelhandels.

Umweltausschuss des EU-Parlaments stimmt für Herkunftskennzeichnung bei Fleisch als Zutat

Der Umweltausschuss des EU-Parlaments hat in seiner Sitzung am 21. Januar einen Entschließungsantrag verabschiedet, der eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung bei Fleisch als Zutat fordert. Nach dem Willen der Mehrheit der Ausschussmitglieder soll als Region das Herkunftsland genannt werden. Der Antrag fordert die Kommission auf, einen Regelungsvorschlag für eine Pflichtkennzeichnung vorzulegen.

Im Vorfeld der Abstimmung hatte sich der Handel intensiv an der Diskussion beteiligt. Es wurde mit Nachdruck darauf hingewiesen, dass eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung zu einem Anstieg der Produktionskosten auch für die Unternehmen im Handel führen würde (hauptsächlich kleine und mittlere Unternehmen), Verbraucher jedoch nicht bereit seien, höhere Preise bei einer entsprechenden Kennzeichnung zu zahlen. Außerdem werde die Möglichkeit einer freiwilligen Herkunftskennzeichnung, wo es aus Verbrauchergesichtspunkten Sinn hat, bereits genutzt.

Vor dem Hintergrund, dass die verpflichtende Herkunftskennzeichnung unter dem Eindruck des Pferdefleischskandals in die politischen Diskussion Einzug gehalten hat, hat der Handel erneut betont, dass eine Pflichtkennzeichnung Betrug nicht verhindern könne und dass stattdessen Bedarf nach wirksamerer Durchsetzung bestehender Gesetzgebung und strengerer Sanktionsmechanismen bestehe.

Die Entschließung des Umweltausschusses steht Anfang Februar auf der Tagesordnung der Plenarsitzung des EU-Parlaments. Sollte sie dort ebenfalls verabschiedet werden, entfaltet die Entschließung zwar keine rechtlich bindende Wirkung. Sie ist jedoch ein wichtiges politisches Signal an die EU-Kommission, die bereits im Dezember 2013 in einem ausgewogenen und sachlichen Bericht das Für und Wider einer verpflichtenden Herkunftskennzeichnung beleuchtet hatte.

Lebensmittel in Deutschland verbessern ihren Ruf

Verbraucher bewerten die in Deutschland angebotenen Lebensmittel besser als im vergangenen Jahr. Der Indexwert ist im Vergleich zum Vorjahr um sieben Punkte gestiegen, von 39 auf 46 Punkte. Das ergibt eine repräsentative Studie, die das Forschungsinstitut TNS Infratest im Auftrag des Vereins DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT durchgeführt hat.

Insgesamt schätzen 21 Prozent der Befragten den aktuellen Ruf der Lebensmittel als sehr gut oder ausgezeichnet ein. Im Vorjahr betrug dieser Anteil 13 Prozent. Auch das Vertrauen in die Produkte ist hoch: 64 Prozent vertrauen deutschen Lebensmitteln „bestimmt“ oder „wahrscheinlich“. Erstmalig wurde bei der Studie auch das Vertrauen und die Bedeutung von tierischen Produkten abgefragt: Für 83 Prozent der Verbraucher gehören sie zu einer ausgewogenen Ernährung im Alltag dazu. 57 Prozent der Befragten geben an, dass sich ihr Vertrauen in tierische Produkte in den vergangenen zwei Jahren zum Positiven verändert habe.

Wissen fördert Vertrauen: Laut Studie fühlen sich 19 Prozent der Verbraucher „sehr gut“ oder „ausgezeichnet“ informiert – im Vorjahr waren es nur 12 Prozent. Bei den 30 bis 49-jährigen ist der Wert sogar von 13 Prozent auf 26 Prozent gestiegen. Weitere Informationen zur Umfrage sowie die Ergebnisse hat der Verein DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT auf seiner Internetseite veröffentlicht.

www.lebensmittelwirtschaft.org/jahrespressekonferenz-deutschlands-lebensmittel-bei-verbraucher-beliebt-wie-nie/

LMIV-Praxisseminar der food akademie

Die food akademie Neuwied veranstaltet am 18. Februar 2015 ein Praxisseminar zur Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Ein Schwerpunkt der Veranstaltung sind die Kennzeichnungsanforderungen bei loser Ware, speziell bei Allergenen. Das Seminar startet um 9 Uhr und endet um 17 Uhr. Veranstaltungsort ist die food akademie in Neuwied. Die Teilnahmegebühr beträgt 199,00 Euro inklusive Verpflegung. Weitere Informationen sind erhältlich beim Team der food akademie (Anke Pressler, Iris Rosener) unter 02631 - 830 430, E-Mail unter seminare@food-akademie.de oder im Internet unter www.bzneuwied.de/go.to/modix/now/seminare.html.

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Lebensmittelinformationsverordnung: Das ändert sich.

Ab 13. Dezember dieses Jahres gilt die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV). Damit werden umfangreiche Änderungen im Lebensmittelkennzeichnungsrecht wirksam. Aus diesem Grund hat der BVLH eine Übersicht mit den neuen Regelungen ins Netz gestellt. Ebenfalls auf der Internetseite des Verbandes finden Lebensmittelhändler einen Hinweis auf das an die LMIV-Anforderungen angepasste Datenblatt für den Allergenratgeber.

Mitgliedern im Handelsverband sendet der BVLH die Produktspezifikation (in kombinierter Lang- und Kurzfassung, sogenannter „Kladdenfassung“) auf Nachfrage zu. Kontakt: info@bvlh.net

EuGH-Urteil begründet keine Pauschalverantwortlichkeit für den Handel

Ein aktuelles Urteil des Europäischen Gerichtshofes (Az.: C-443/13) sorgt für Aufsehen und Verunsicherung zugleich. Wegen eines Salmonellennachweises in vorverpacktem Geflügelfleisch erging gegen eine Filialverantwortliche des Lebensmitteleinzelhandels in Österreich eine Geldstrafe. Der mit dem Rechtsmittel befasste österreichische Verwaltungssenat hat dem EuGH einige Fragen dazu vorgelegt.

Die in der Verordnung (EG) Nr. 2073/2005 festgelegten mikrobiologischen Kriterien gelten auf allen Stufen des Vertriebs, einschließlich des Einzelhandels, urteilt der EuGH. „Ein echtes Novum ist das nicht. Die mikrobiologischen Kriterien gelten ohnehin für die gesamte Haltbarkeit eines Lebensmittels“, kommentiert Rechtsanwalt Dr. Alexander Pitzer.

Ob tatsächlich ein sanktionierbares Verhalten vorliege, hätten auch weiterhin die nationalen Gerichte zu entscheiden. Die ergangene Geldstrafe sei auf eine österreichische Besonderheit im dortigen Sanktionsrecht zurückzuführen. Für Deutschland bleibe das Urteil faktisch ohne Auswirkungen, erläutert Jurist Pitzer.

Der Fachanwalt der Kanzlei Krell Weyland Grube führt weiterhin aus: „Eine Sanktion gegen Mitarbeiter des Handels kommt nach wie vor nur dann in Betracht, wenn sich das Lebensmittel in seinem Verantwortungs- und Tätigkeitsbereich verschlechtert hat“. Dies sei zum Beispiel bei einer relevanten Unterbrechung der Kühlkette denkbar. Ansonsten bleibe es bei der Primärverantwortung der Produzenten.

Der Lebensmittelrechtsexperte kommt zu einer klaren Beurteilung der EuGH-Entscheidung: „Eine pauschale sanktionsrechtliche (Ketten-)Verantwortlichkeit begründet das Urteil nicht. Die bekannte und etablierte differenzierte Stufenverantwortung gilt auch in Zukunft.“

Bedarfsgerechtes Warenregal

REWE-Kaufmann und BVLH-Vizepräsident Jörg Müller sowie die Bundesfachschule des Lebensmittelhandels beteiligen sich an einer Aktion, die im Rahmen der diesjährigen Abfallvermeidungswoche des Landkreises Neuwied initiiert wurde. Unter dem Motto „Taste, Don’t Waste“ werden ab Januar 2015 einmal pro Monat Rezepte mit dazu passendem Wochen-Einkaufszettel veröffentlicht. Der Einkaufszettel ist so ausgelegt, dass zum Wochenende keine Lebensmittel übrig bleiben. Die Aktion soll vorerst bis Juni 2015 laufen. Lebensmittelkaufmann Müller wird dafür in seinen Neuwieder Märkten ein rezeptorientiertes Warenregal einrichten. Dort können interessierte Verbraucher bequem die Zutaten für die aktuellen Rezepte einkaufen. Parallel wird in den Aktionswochen in der Mensa der Bundesfachschule des Lebensmittelhandels nach den Rezeptvorgaben gekocht. Die Initiatoren wünschen sich, dass sich bei Erfolg viele Händler an dieser Aktion beteiligen.

Hohe Investitionsbereitschaft für energieeffiziente Anlagen

Im Lebensmittelhandel liegen die Energiekosten pro Quadratmeter Verkaufsfläche im Jahr 2014 bei knapp 59 Euro. Das sind vier Euro weniger als im vergangenen Jahr. Das geht aus der neuen EHI-Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2014“ hervor. Hauptverantwortlich dafür sei der verstärkte Einsatz von effizienterer Kältetechnik, verglasten Kühltheken oder energiesparender LED-Beleuchtung. Dennoch rechnet der überwiegende Teil der befragten Händler in den kommenden drei Jahren mit einem weiteren Anstieg der Energiepreise. Die Bereitschaft, in energieeffiziente Anlagen zu investieren, sei daher weiterhin sehr hoch, so das EHI.

Der Bereich Kältetechnik stelle mit 45 Prozent den größten Energieverbraucher dar. Im Lebensmitteleinzelhandel planten daher knapp 88 Prozent in Tiefkühlung und 75 Prozent in Normalkühlung zu investieren. Der Anteil von energiesparenden Glasabdeckungen bei Tiefkühlmöbeln liege bei 98 Prozent, bei der Normalkühlung seien es nur 45 Prozent.
90 Prozent der befragten Lebensmittelhändler gaben an, künftig natürliche Kältemittel bevorzugt einzusetzen. Dabei waren sich alle befragten Lebensmittelhändler einig, dass sich die CO2-Technik langfristig gegenüber anderen Kältemitteln durchsetzen werde.

Die Studie „Energiemanagement im Einzelhandel 2014“ kann bestellt werden unter:
www.ehi-shop.de/de/handelsthemen/energiemanagement/studie-energiemanagement-im-einzelhandel-2014

Deutschlands fairste Azubis gesucht

Der Verein TransFair ruft auch in diesem Jahr wieder den Nachwuchs im Fach- und Lebensmitteleinzelhandel auf, sich am Wettbewerb „FABI 2015“ zu beteiligen. In dem bereits zum vierten Mal stattfindenden Nachwuchswettbewerb werden die Lehrlinge aufgefordert, PoS-Konzepte zum fairen Handel zu entwickeln, die dann im Rahmen von Verkaufsförderungsaktionen auf ihre Praxistauglichkeit überprüft werden. Die Auszeichnung und Preisverleihung findet am 19. März 2016 in Berlin beim Fairtrade Award mit Anke Engelke und anderen Fairtrade-Botschaftern statt.

Das Anmeldeformular zur Teilnahme am Wettbewerb steht bis zum 2. April 2015 steht unter www.fairtrade-deutschland.de/fabi zur Verfügung. Ansprechpartnerin für Fragen zum Wettbewerb ist Katja Wahli, TransFair e. V., Email: k.wahli@fairtrade-deutschland.de oder Telefon: 0221 / 94 20 40 32.

Jüngere verschenken zu Weihnachten gern Lebensmittel

Mehr als ein Drittel der unter 35-Jährigen verschenkt zu Weihnachten Genussprodukte aus dem Lebensmittel- und Getränkeregal. Damit liegen die Jüngeren in dieser Geschenkekategorie mit Abstand auf Platz 1. Zu diesem Ergebnis kommt die alljährliche Weihnachtsumfrage der Gesellschaft für Konsumforschung GfK. Insgesamt findet knapp ein Viertel der Verbraucher Ess- und Trinkbares als Geschenk attraktiv. Dafür planen sie allerdings mit durchschnittlich 41 Euro etwas weniger Budget ein als im vergangenen Jahr. Der Handel kann mit rund 640 Millionen Euro Umsatz rechnen. Insgesamt möchten 91 Prozent der Deutschen Freunden und Verwandten zu Weihnachten etwas schenken. Dafür werden sie durchschnittlich 285 Euro pro Person ausgeben. Für den Handel bedeutet das ein Umsatzvolumen von rund 15 Milliarden Euro.

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Geschäftsklima im Lebensmitteleinzelhandel noch positiv

Im Einzelhandel mit Lebensmitteln herrscht nach wie vor ein positives Geschäftsklima. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Konjunkturtest des ifo Instituts. Der Geschäftsklimaindikator lag im Oktober bei 6,1 Punkten. Damit setzt sich allerdings auch im Lebensmitteleinzelhandel eine Abwärtsbewegung fort, die seit Juni dieses Jahres (27,5 Punkte) anhält.

Bei der Beurteilung des aktuellen Geschäftsverlaufs überwiegen zwar weiterhin die zufriedenen Meldungen, jedoch erheblich weniger stark als noch im Juni. Bezüglich der Geschäftserwartungen für das kommende halbe Jahr keimte bei den Befragungsteilnehmern des ifo Konjunkturtests in den vergangenen Monaten eine leichte Skepsis auf. So hat sich der Indikator um etwas mehr als 14 Saldenpunkte von 7,7 Punkten im Juni auf – 6,5 Punkte im Oktober dieses Jahres verringert.

Erstmals seit vier Jahren meldeten die am ifo Konjunkturtest teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels im Oktober per Saldo sinkende Verkaufspreise. Auch die Planungen für die nahe Zukunft waren per Saldo auf einen Rückgang der Preise ausgerichtet.

Auf der Basis der bisher vorliegenden Umsatzmesszahlen des Statistischen Bundesamtes wurde von Januar bis August 2014 im Einzelhandel mit Lebensmitteln ein Umsatz von circa 145 Mrd. Euro erwirtschaftet.

Online-Handel mit Bio-Lebensmitteln nicht ohne Öko-Zertifizierung

Das Oberlandesgericht Frankfurt am Main hat mit Urteil vom 30.09.2014 (Az. 14 U 201/13) entschieden, dass Online-Händler, die Bio-Lebensmittel zum Verkauf anbieten, dem Kontrollsystem nach Art. 27 EG-Öko-Verordnung unterstehen.

Die Wettbewerbszentrale hatte gegen einen Online-Händler geklagt, der Bio-Gewürze zum Verkauf anbot, ohne den Kontrollen einer zuständigen Öko-Kontrollstelle zu unterliegen. Nach Art. 28 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates vom 28. Juni 2007 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen (EG-Öko-Verordnung) ist jeder Unternehmer, der Bio-Produkte erzeugt, aufbereitet, lagert, aus einem Drittland einführt oder in Verkehr bringt, verpflichtet, vor dem Inverkehrbringen von jeglichen Erzeugnissen seine Tätigkeit den zuständigen Behörden des Mitgliedsstaates, in dem diese Tätigkeit ausgeübt wird, zu melden sowie sein Unternehmen dem Kontrollsystem zu unterstellen. Grundsätzlich ist nach der Vorschrift der gesamte Einzelhandel zur Zertifizierung verpflichtet. Deutschland hat jedoch von der in Art. 28 Abs. 2 der EG-Öko-Verordnung vorgesehenen Möglichkeit Gebrauch gemacht, eine Ausnahmevorschrift für den Einzelhandel zu schaffen. Diese Ausnahme ist in § 3 Abs. 2 Öko-Landbaugesetz (ÖLG) umgesetzt. Nach der Vorschrift ist der Einzelhandel von der Kontrollpflicht entbunden, wenn die Erzeugnisse direkt an Endverbraucher oder –nutzer verkauft werden.
Die Wettbewerbszentrale ist der Ansicht, dass das Tatbestandsmerkmal „direkt“ beim Online-Handel mit Bio-Lebensmitteln nicht erfüllt ist, da es gerade an einer direkten Verkaufshandlung unter Anwesenheit der Endverbraucher, wie sie beispielsweise im Supermarkt gegeben ist, fehlt.

Diese Auffassung hat das Oberlandesgericht Frankfurt mit seinem Urteil bestätigt. Das Gericht hat ausgeführt, dass der Begriff „direkt“ in § 3 Abs. 2 ÖLG nach dem Sinn und Zweck der Vorschrift nur dahingehend verstanden werden kann, dass es einen Verkauf am Ort der Lagerung unter gleichzeitiger Anwesenheit des Unternehmers und des Verbrauchers meint. Dies sei beim Online-Handel nicht der Fall. Die Vorinstanz, das LG Fulda, hatte mit Urteil vom 23.09.2013, Az. 2 O 161/13 noch entschieden, dass den Online-Handel keine Pflicht zur Bio-Zertifizierung trifft, da die Ausnahme des § 3 Abs. 2 ÖLG greift. Zur Begründung hat das LG Fulda darauf abgestellt, dass der Endverbraucher und spätere Empfänger der Ware auf die invitatio ad offerendum des Anbieters direkt ein Angebot abgebe, welches dann vom Anbieter angenommen werde.

Das Gericht hat aufgrund der grundsätzlichen Bedeutung der Sache die Revision zugelassen.

Store of the Year-Wettbewerb 2015

Auch 2015 vergibt der Handelsverband Deutschland wieder die Auszeichnung „Store of the Year“. Die Geschäfte werden dabei nach dem Innovationsgrad, dem Kundennutzen, dem Wertschöpfungspotenzial, dem Erlebniswert, der Leitbildfunktion und dem Alleinstellungsmerkmal beurteilt. Folgende Kriterien werden dabei durch die Jury herangezogen: Shop-Design, Geschäftsgröße, Sortimentszusammensetzung, Wareninszenierung, Mitarbeiterqualifikation und Kundenorientierung.

Teilnahmeberechtigt sind alle Handelsbetriebe, die Ende 2013 oder im Jahr 2014 ein neues Geschäft eröffnet oder ein bestehendes umgebaut oder komplett umgestellt haben. Die Auszeichnungen werden im Januar 2015 im Rahmen des 11. Deutschen Handelsimmobilienkongresses in Berlin verliehen. Die Bewerbungsfrist endet am 30.11.2014.

Teilnahmebedingungen und Anmeldeformulare für den Wettbewerb können über folgenden Link abgerufen werden.

Deutschland einig Konsumland?

25 Jahre nach dem Mauerfall gleichen sich die Konsumgewohnheiten in Ost- und Westdeutschland weiter an, in einigen Bereichen gibt es jedoch weiterhin deutliche Unterschiede. Zu diesem Ergebnis gelangt die Gesellschaft für Konsumforschung GfK nach einem Vergleich des Einkaufsverhaltens in den alten und neuen Bundesländern.

So liegt man bei der Einkaufshäufigkeit im Osten und im Westen fast gleichauf. Geht der Ostdeutsche im Jahr durchschnittlich 210 Mal Güter des täglichen Bedarfs einkaufen, wobei er im Schnitt pro Einkauf 14,75 Euro ausgibt, sucht der westdeutsche Konsument die Einkaufsstätte seiner Wahl noch zehn Mal häufiger auf. Mit durchschnittlich 15,88 Euro pro Einkauf lässt auch noch etwas mehr Geld dort. Insgesamt geben Westhaushalte im Jahresdurchschnitt pro Käufer jedoch einige hundert Euro mehr aus als Osthaushalte (West: 3.488,00 Euro, Ost 3.110,00 Euro). Laut GfK liege das an den nach wie vor bestehenden Einkommensunterschieden, aber auch daran, dass dieselben Produkte im Osten häufig weniger kosten als im Westen.

Markante Unterschiede bestehen zwischen Ost und West außerdem bei der Wahl der Einkaufsstätte. Wie die Nürnberger Konsumforscher in ihrem aktuellen Consumer Index schreiben, kaufen die Menschen zwischen Suhl und Saßnitz deutlich weniger im Fachhandel und im Supermarkt ein, dafür aber sehr viel mehr im SB Warenhaus. Hintergrund sei, so die GfK, dass es im Osten nach der Wende keinen ausgeprägten Fachhandel gegeben habe und sich die Großfläche in dieses Vakuum hinein zügig habe etablieren können.

Die Verteilung der Einkaufsstättenanteile lässt diesen Unterschied deutlich zu Tage treten. Gehen im Westen 24,2 Prozent der Verbraucher regelmäßig im LEH-Food-Vollsortimenter einkaufen, sind es im Osten nur 17,3 Prozent. Dort ist der Anteil der Einkäufer im SB-Warenhaus mit 26 Prozent deutlich höher als im Westen (15 Prozent).

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Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Januar bis Juli 2014

Der Geschäftsklimaindikator des ifo Instituts für den Einzelhandel mit Lebensmitteln in Deutschland lag im ersten Halbjahr 2014 durchgehend über dem des gesamten deutschen Einzelhandels (ohne Kfz).

Der Geschäftsklimaindikator des ifo Instituts für den Einzelhandel mit Lebensmitteln in Deutschland lag im ersten Halbjahr 2014 durchgehend über dem des gesamten deutschen Einzelhandels (ohne Kfz). Die am ifo Konjunkturtest teilnehmenden Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels berichteten von einem günstigen Geschäftsverlauf sowie von im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Umsätzen. Lediglich im Mai fiel die Zufriedenheit der Firmen mit ihrer Geschäftslage wesentlich geringer aus. Dagegen führten die sehr positiven Lagebeurteilungen im Juni wieder zu einem erheblichen Anstieg des Geschäftsklimaindikators.

Günstiger Geschäftsverlauf, aber Abschwächung der Geschäfte möglich
Zu Beginn des zweiten Halbjahres hat sich das Geschäftsklima im Juli wieder abgekühlt, da die Umfrageteilnehmer ihre aktuelle Geschäftssituation als nicht mehr ganz so hervorragend einstuften wie im Vormonat. Bei der vierteljährlich gestellten Sonderfrage zu negativen Einflüssen auf die Umsatztätigkeit (z.B. schwache Nachfrage, Fachkräftemangel, schlechtes Wetter, etc.) gaben im Juli 43 Prozent der Unternehmen an, von einem oder mehreren Faktoren betroffen zu sein. Dieser Anteil lag höher als im Vorquartal (April 2014: 35 Prozent) und auch deutlich über dem Wert vor Jahresfrist (Juli 2013: 30 Prozent). Bei den Geschäftserwartungen für die kommenden Monate gewannen im Juli die skeptischen Stimmen, die mit einer weiteren Abschwächung der Geschäfte rechnen, gegenüber den zuversichtlichen Einschätzungen die Oberhand.

Umsatz 2,5 Prozent über dem Vorjahreszeitraum
Basierend auf den Erhebungen des Statistischen Bundesamtes betrug der Gesamtumsatz der Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels im Juli dieses Jahres etwa 18,7 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahresmonat bedeutet das ein Wachstum von 1,1 Prozent (nominal). In den ersten sieben Monaten 2014 wurden rund 127 Milliarden Euro umgesetzt. Das entspricht einer Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum von rund 2,5 Prozent (nominal)

Preisdynamik verliert deutlich an Fahrt
Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im August 2014 im Vergleich zum Vorjahresmonat nur leicht gestiegen (+ 0,5 Prozent). Im Vergleich zum Vormonat ist der Index sogar gefallen (- 0,4 Prozent). Im Juli 2013 hatte die Preisinflation bei Nahrungsmitteln und alkoholfreien Getränken mit einer Steigerungsrate von 5,1 Prozent gegenüber Juli 2012 einen vorläufigen Höchstwert erreicht. Seitdem sind Lebensmittel mit erkennbar gebremster Dynamik teurer geworden. Vor allem im Frühjahr 2014 ging die Teuerungsrat spürbar zurück.

Deutlich teurer als im August 2013 waren Molkereiprodukte (+ 8,4 Prozent, darunter Quark: + 13,9 Prozent; Schnittkäse: + 13,8 Prozent; Joghurt: + 6,9 Prozent). Höhere Preise wurden auch für Süßwaren (+ 1,9 Prozent), Brot und Getreideerzeugnisse (+ 1,5 Prozent) sowie Fisch und Fischwaren (+ 1,3 Prozent) beobachtet.

Günstiger war hingegen Gemüse (− 7,2 Prozent, darunter Kartoffeln:− 30,0 Prozent; Paprika: − 18,0 Prozent; Tomaten: – 7,0 Prozent). Weniger mussten Verbraucher auch für Speisefette und Speiseöle (− 4,5 Prozent) sowie für Obst (− 2,0 Prozent) bezahlen.

Vom Selbstbedienungsladen zum intelligenten Einkaufswagen

Im September 1949 öffnete in Hamburg der erste Selbstbedienungsladen. Das war vor 65 Jahren und seither hat sich der Lebensmittelhandel immer wieder den sich wandelnden Konsumbedürfnissen angepasst, beziehungsweise hat diese sogar entscheidend geprägt. Heute sind Wertewandel und Digitalisierung wesentliche Treiber, wenn es um die Zukunft des Lebensmittelhandels geht.

„Gesellschaftliche Veränderungen führen dazu, dass Konsumenten lang gehegte Einkaufsgewohnheiten ändern und neue Anforderungen an Lebensmittel stellen“, erklärte dazu kürzlich Franz-Martin Rausch. Gemeinsam mit anderen Experten skizzierte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) auf einer Veranstaltung des Vereins DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT in Berlin die Rahmenbedingungen für künftige Entwicklungen im Lebensmittelhandel. „Die Menschen gehen insgesamt seltener einkaufen und verlagern ihre Einkäufe mehr und mehr auf das Wochenende und in die Abendstunden. Sie machen es sich im Umgang mit Lebensmitteln zunehmend einfacher. Die Zeit, die sie früher zum Kochen aufgewandt haben, nutzen sie heute anders“, so Rausch. Das habe unter anderem zur Folge, dass der Bedarf an frischen Convenience-Produkten steige. Darüber hinaus sei ein stärkeres Bewusstsein für die Nachhaltigkeit bei Lebensmitteln zu beobachten.

stärkeres Bewusstsein für Qualität und Nachhaltigkeit
„Das veränderte Einkaufs- und Ernährungsverhalten führt dazu, dass der Lebensmittelhandel seine Anstrengungen in die Kundenbindung intensiviert“, resümiert Rausch. Im Vollsortiment macht sich das in einem konsequenten Ausbau der Qualitätsorientierung bemerkbar. Das geschieht vor allem durch die hochwertige Modernisierung von Standorten, die standortabhängige Differenzierung der Sortimente und durch den Ausbau des Angebotes zum Außer-Haus-Verzehr. Aus Kunden sollen Gäste werden.

Auch der Discount stärkt die Kundenbindung. Dabei setzt diese Vertriebsschiene auch auf das Thema Qualität, ohne dabei jedoch die Kerngedanken des Discountprinzips, schlankes Sortiment schnell drehender qualitativ einwandfreier Produkte zu günstigen Preisen, aus den Augen zu verlieren. Beispielhaft dafür ist die Aufnahme frischer Backwaren ins Angebot durch die Installierung von Backstationen, den Ausbau des Sortiments nachhaltiger Produkte, die behutsame Ergänzung des Sortiments von Eigenmarken durch Markenprodukte und die Modernisierung von Standorten.

Joachim Zentes, Leiter des Instituts für Handel & Internationales Marketing der Universität des Saarlandes, betont ebenfalls, dass heute die vielfältigen Wünsche der Verbraucher das Angebot der großen Supermärkte und Discounter bestimmen. „Die Fragmentierung im Lebensmittelhandel wird weiter voranschreiten. Vom Supermarkt für Veganer bis zum Vollsortiment ohne Verpackung – der Handel geht auf das veränderte Konsumverhalten der Kunden ein.“ Die Handelsunternehmen gingen neue Wege und böten mit modernen Konzepten und integrierter Gastronomie einen erlebnisorientieren Service.

Lebensmittel-Online-Handel eher die Ausnahme
Nicht nur der Wertewandel, auch die Digitalisierung verändert das Konsumverhalten der Kunden. Trend ist, den Konsumenten auf verschiedenen Kommunikationskanälen zu erreichen. Das Schlüsselwort heißt Multi-Channel. Smartphones und Tablets gewinnen mehr und mehr Einfluss auf das Einkaufs- und Informationsverhalten. Zunehmend wird über das Handy und das Internet bestellt und bezahlt. Neben der Einkaufstüte wird der virtuelle Warenkorb die Zukunft bestimmen. Die Liefermethoden werden immer vielfältiger und in Zukunft von intelligenten Logistiksystemen gesteuert.
„Der reine Online-Lebensmittelhandel wird aber auch auf absehbare Zeit eine Ausnahme beziehungsweise ein ergänzendes Geschäft bleiben“, prognostiziert Rausch. Es entwickele sich allerdings ein Trend dahin, online zu bestellen und den Einkauf nach der Arbeit fertig zusammengestellt abzuholen.

Smarte Kühlschränke, intelligente Einkaufswagen und sprechende Produkte
Wenn eintritt, was Gerrit Kahl, Leiter des Innovative Retail Laboratory am Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz, vorhersagt, können auch Produkte und Geräte bald mehr. „Supermärkte werden intelligente Assistenzfunktionen bereitstellen, die in Kombination mit Einkaufswagen Wege im Supermarkt zu sprechenden Produkten weisen werden“. Vorerst ist das noch Zukunftsmusik. Das war der Selbstbedingungsladen allerdings auch einmal.

Handelshäuser, BVLH und BLL gründen Arbeitsgruppe

Mit Vertretern verschiedener, Theken betreibender Handelshäuser und dem BLL hat der BVLH eine Arbeitsgruppe „Verzehrfertige und vorzerkleinerte Obst- und Gemüseprodukte" ins Leben gerufen.

Ziel dieser Initiative ist es, eine neue Leitlinie zur Anpassung der EU-Verordnung Nr. 2073/2005 zu erstellen. Unter anderem fordert die Verordnung für selbstgefertigte Convenience-Produkte wie Obstsalate, eine regelmäßige mikrobiologische Untersuchung. Nach Abstimmung mit den Behördenvertretern der Bundesländer soll die Leitlinie den Unternehmen die Anwendung der Verordnung erleichtern.

Keine Berufskraftfahrerqualifikation für Rollende Supermärkte

Fallen Verkaufsfahrer mobiler Verkaufsstellen unter den Anwendungsbereich des Berufskraftfahrerqualifikationsrechts?

Über diese Frage herrschte in der Branche lange Zeit große Unsicherheit, da im Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz (BKrFQG) nicht eindeutig geregelt ist, ob der dort in § 1 Abs. 2 Nr. 5 (so genannte Handwerkerregelung) formulierte Ausnahmetatbestand auch auf Fahrer rollender Supermärkte anwendbar ist.

Die Vertreter des Bund-Länder-Arbeitskreises Berufskraftfahrerqualifikationsrecht haben nun Anwendungshinweise zu den Pflichten des Fahrpersonals nach BKrFQG erarbeitet. Sie sollen sowohl dem Fahrpersonal und den Unternehmen als auch den für die Anwendung des Gesetzes zuständigen Behörden eine Hilfestellung für die tägliche Arbeit bieten und eine einheitliche Rechtsanwendung ermöglichen.

Die Anwendungshinweise führen konkrete Fallbeispiele auf und gehen dabei auch auf rollende Supermärkte ein, für deren Verkaufsfahrer die Ausnahme ausdrücklich bejaht wird.

Die Anwendungshinweise können auf der Internetseite des BVLH heruntergeladen werden.

LEH nach wie vor größte Einzelhandelsbranche

Mit einem Anteil von 54,6 Prozent am Umsatz der größten 1.000 Vertriebslinien ist der Lebensmitteleinzelhandel nach wie vor die größte Branche im stationären Einzelhandel.

Neun der zehn umsatzstärksten Vertriebslinien stammen aus dem LEH. Der E-Commerce hat bei den Lebensmitteleinzelhändlern – 16 Prozent nutzen diesen Vertriebskanal – nach wie vor einen geringeren Anteil, als bei den Non-Food-Händlern. Hier beträgt der Anteil 55 Prozent.

Diese und viele weitere Ergebnisse liefert die Studie „Stationärer Einzelhandel Deutschland 2014“ von EHI und Statista. Die Studie bietet einen umfassenden Überblick über die Top-Vertriebslinien des deutschen Einzelhandels und enthält detaillierte Informationen unter anderem zu Umsätzen, Filialanzahl und Filialflächen, Flächenproduktivitäten, Kundenkarten sowie Kontaktdaten.

Die Studie ist zum Preis von 980,- Euro plus MwSt. erhältlich.
Kontakt: vertrieb@ehi.org; ela.dietrich@statista.com oder unter
http://www.handelsdaten.de/statistik/studie/id/19688/dokument/stationaerer-einzelhandel-deutschland-2014/

Den kritischen Kunden mit Nachhaltigkeit und Regional-PR gewinnen

Regional angepasste Öffentlichkeitsarbeit ist für die meisten Kommunikationsprofis ein relevanter Baustein, um Zielgruppen auf emotionaler Ebene anzusprechen und Vertrauen zu generieren.

Das ist eines der zentralen Ergebnisse der EHI-Studie „PR im Handel 2014“. Sponsoring des örtlichen Sportclubs, Patenschaften für Spielplätze oder Bäume pflanzen im Stadtpark  – mit lokaler Verbundenheit und sozialem Engagement positionieren Händler sich als vertrauenswürdige Unternehmen.

75 Prozent der PR-Verantwortlichen gaben an, dass sie regionale PR-Aktionen durchführen, um eine vertrauensvolle Beziehung zu ihren Kunden aufzubauen. Wichtigstes PR-Instrument ist dabei das Sponsoring. In den Genuss solcher Aktivitäten kommen am häufigsten lokale Vereine und Institutionen sowie Events. Aber auch eigene Veranstaltungen mit Lokalkolorit sind beliebte Mittel, um emotionale Verbundenheit zu zeigen. 89 Prozent der PR-Profis nutzen für die Kommunikation ihrer lokalen Aktivitäten die regionale Presse, 42 Prozent setzen auf regionale TV- oder Radiosender. Die Verbreitung der Aktionen via Social Media wählt nur knapp ein Drittel der Befragten.

Auch die Kommunikation von Nachhaltigkeit stärkt das Vertrauen der Kunden, meinen 83 Prozent der PR-Profis und sollte deshalb trotz der Komplexität des Themas als PR-Mittel genutzt werden. Insgesamt werden Nachhaltigkeitsthemen in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung für die Öffentlichkeitsarbeit zunehmen, sind 88 Prozent der Kommunikationsverantwortlichen überzeugt. Ursache dafür ist, so glauben zwei Drittel, dass Kunden immer höhere Ansprüche an sozial und ökologisch verantwortliches Handeln der Unternehmen haben.

Mitglieder des EHI erhalten die Studie ‚PR im Handel 2014‘ im kostenlosen Downloadbereich:
http://www.ehi.org/mitglieder-downloads.html

Bestellmöglichkeit unter: http://www.ehi-shop.de/de/handelsthemen/public-relations/studie-pr-im-handel-2014
Preis: 495,- Euro inkl. MwSt./Versand

Andreas Bartmann neuer Präsident des Einzelhandelsverbandes Nord (EHV Nord)

Der Beirat des Einzelhandelsverbandes Nord (EHV Nord), das höchste Gremium des Verbandes, hat gestern in seiner Sitzung in Lübeck Andreas Bartmann zum neuen Präsidenten des Verbandes gewählt. Bartmann ist geschäftsführender Gesellschafter der Globetrotter Ausrüstung GmbH. Bartmann wurde vom Beirat einstimmig gewählt.

Bartmann dankte den Delegierten für das ausgesprochene Vertrauen. „Der Einzelhandel steht zurzeit enormen Herausforderungen gegenüber, die alle Unternehmen - egal ob groß oder klein, egal ob in der großen Stadt oder auf dem Land - hautnah erleben. Hierauf müssen wir uns gemeinsam einstellen, Antworten finden und zudem von der Politik die richtigen Rahmenbedingungen für gerechten Wettbewerb einfordern. Ich bin zuversichtlich, dass wir im Norden vieles für den Einzelhandel bewegen und gestalten können.“

Seinem Vorgänger im Amt, Hans-Jürgen Frick, dankte Bartmann für ein gut bestelltes Haus, Vertrauen und die gute Zusammenarbeit in den zurückliegenden Jahren. Bartmann und Frick hatten die Fusion von EHV Nord und den Fachverbänden des Hamburger Einzelhandels, deren Vorsitzender Bartmann bereits lange Jahre war, bis zur rechtlichen Fusion im vergangenen Jahr maßgeblich vorangetrieben.
Hans-Jürgen Frick, persönlich haftender Gesellschafter des Hans-Jürgen Frick GmbH in Lübeck, der das Amt seit 2002 innehatte, stand aus Altersgründen nicht mehr zur Wahl. Frick wird auch zukünftig im Präsidium und im Beirat des Verbandes mitwirken.

Am kommenden Dienstag, 23. September 2014, veranstaltet der EHV Nord den Tag des Norddeutschen Einzelhandels in den Media Docks in Lübeck. Unter der Überschrift „Schaufenster 2.0 – Handeln wo die Kunden sind“ geht es um die von Bartmann beschriebenen Herausforderungen des Online-, des stationären und des Multi-Channel Handels. Bartmann wird hier das erste Mal als Präsident des EHV Nord sprechen und den Präsidenten des Handelsverbandes Deutschland (HDE), der Dachorganisation des Verbandes, Josef Sanktjohanser als Ehrengast und Redner begrüßen.

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Keine Abstriche bei der Lebensmittelsicherheit

UBA-Veranstaltung zu Lebensmittelvernichtung

Der deutsche Lebensmittelhandel unternimmt weiterhin große Anstrengungen, um Lebensmittelverluste so gering wie möglich zu halten. Das betonte Franz-Martin Rausch anlässlich eines Fachgesprächs am 24. Juni dieses Jahres in Berlin.

Auf Einladung des Umweltbundesamtes (UBA) diskutierte der BVLH-Hauptgeschäftsführer auf einer Tagung mit Teilnehmern aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung und Verbänden Maßnahmen und Strategien zur Reduktion von Lebensmittelabfällen.

Ein Forschungsvorhaben des UBA, das die Umweltauswirkungen der Lebensmittelabfälle in Deutschland in den Fokus stellt und dessen erste Ergebnisse auf der Fachtagung vorgestellt wurden, empfiehlt unter anderem, „rechtliche Standards und Handelsnormen sowie Haftungs- und Hygienevorschriften, die unnötigerweise zu Lebensmittelabfällen führen“, zu streichen.

Rausch zeigte sich diesen Vorschlägen gegenüber skeptisch. Qualitätsnormen seien ein unverzichtbares Mittel im weltweiten Warenverkehr, dass sowohl dem Handel als auch dem Erzeuger beziehungsweise Produzenten der Ware zu Gute komme. Bei der Senkung von Hygienevorschriften müsse immer auf die Sicherheit der Lebensmittel geachtet werden. Hier werde der Handel keine Kompromisse zu Lasten der Kunden eingehen.

Vielmehr machte der BVLH-Hauptgeschäftsführer in der Diskussionsrunde erneut deutlich, dass die Unternehmen durch eine ständige Verbesserung der Warenwirtschaft, durch Abverkaufsaktionen und durch die Zusammenarbeit mit karitativen Organisationen mit Nachdruck an einer weiteren Reduzierung der Verluste arbeiten.

Entwicklungspotenzial bei Lebensmittel-Onlineshops

EHI-Studie zum Reifegrad von Onlineshops erschienen

Im Vergleich zu virtuellen Marktplätzen für Unterhaltungselektronik oder Möbeln besitzen Lebensmittel-Onlineshops noch einen geringen Reifegrad. Das ist eines der Ergebnisse der Studie „Reifegrad-Analyse Onlineshops 2014“ des EHI Retail Instituts.

Bewertet wurde nach einem Punktesystem, dem Onlineshop-Maturity-Index (OMI). Maximal konnten 150 Punkte erreicht werden. Während der Durchschnitt aller untersuchten Shops 66 Punkte beträgt, hat der beste Shop einen Punktwert von 120 erreicht.

Lebensmittel-Onlineshops erreichen im Durchschnitt 59 Punkte. Dabei ist die Spreizung innerhalb der untersuchten Branche relativ groß. Während Spezialversender mit 100 Punkten und mehr einen hohen Reifegrad erreichen, finden sich bei Vollsortimentanbietern weniger ausgereifte Shops. „Wir sehen hier Potenzial für neue Wettbewerber. Speziell der Lebensmittelhandel wartet auf einen Anbieter, der seine Erfahrung in diesen Markt trägt“, sagt Marco Atzberger, Mitglied der EHI-Geschäftsleitung.

Der Reifegrad eines Onlineshops bemisst sich an unterschiedlichen Kriterien, die dazu beitragen, den Einkauf für den Kunden komfortabel, sicher und angenehm zu gestalten. Voraussetzung für einen hohen Reifegrad sind beispielsweise die benutzerfreundliche Aufmachung der Internetseite, eine gute Produktpräsentation und Produktsuche, eine sichere Datenübertragung und die unkomplizierte Gestaltung des Bezahl-, Liefer- und Rückgabeprozesses.

Auf Basis der 1.000 umsatzstärksten Onlineshops in Deutschland wurden in der Studie „Reifegrad-Analyse Onlineshops 2014“ die 741 Shops, die ein Gütesiegel tragen und/oder den Rechnungskauf anbieten, von März bis Mai 2014 nach 81 Kriterien in 9 Kategorien bewertet. Neben der Einzelbewertung wurden die Ergebnisse auch zu Branchenwerten verdichtet.

Bestellung:
www.ehi-shop.de/studie-reifegrad-analyse-onlineshops-2014
oder bei: Claudia Husseck, 0221-57993-64, husseck@ehi.org
Preis: 480,- Euro zzgl. MwSt.
ISBN: 978-3-87257-426-8

Dem mobil vernetzten Kunden auf der Spur.

ECR-Tag 2014 verleiht neue Impulse für mehr Kundenorientierung

Unternehmen brauchen umfassendes Wissen darüber, welche Kanäle Verbraucher für ihren Konsum nutzen und wie diese miteinander verknüpft sind. Das so genannte Multi- oder Crosschannel-Know-how, ist heute wichtiger denn je, denn die digitale Revolution beeinflusst das Informations- sowie das Konsumverhalten der Verbraucher und hat damit vielschichtige Auswirkungen auf die Marketingstrategie eines Unternehmens.

Welche Technologien sind beim Konsumenten angesagt und welche gehören bereits zum alten Eisen? Führt im Multichannel-Geschäft jeder Weg ans Ziel? Wie lässt sich der Wunsch von mehr und mehr Verbrauchern nach Transparenz sowie nach relevanten, korrekten Informationen befriedigen?

Diese und weitere Fragen zum Thema Kundenorientierung (Efficient Consumer-Response - ECR) beantwortet der ECR-Tag 2014, den GS1 Germany am 10 und 11 September dieses Jahres in Nürnberg veranstaltet. An diesen bei den Tagen nehmen Experten aus Industrie und Handel die Kunden und ihre Kanäle unter die Lupe. Dazu zählen beispielsweise: Olaf Gens, Bereichsleiter Corporate Development & Controlling – Marktforschung bei der Rewe Group, Robert Kecskes, Leiter Strategic Customer Development, GfK SE, Franz-Olaf Kallerhoff, Geschäftsführer Procter & Gamble GmbH, Florian Sieg, Vorstand Blume 2000 New Media AG, oder Andrej Busch, CEO DHL Paket Europa.

Das Programm und viele weitere Informationen zum ECR-Tag finden Sie hier.

"Der Lebensmittelhandel braucht qualifizierte Mitarbeiter."

Neuwieder Lebensmittelfachschule verabschiedet Absolventen

Im Rahmen des Sommerfestes der Bundesfachschule des Lebensmittelhandels am 11. Juli dieses Jahres in Neuwied, erhielten die diesjährigen Absolventen ihre Abschlusszeugnisse. Schulleiter Thorsten Fuchs konnte beim Festakt im Neuwieder food hotel gleich mehrere Gruppen mit den Abschlüssen „staatlich geprüfter Handelsbetriebswirt“ und „geprüfter Handelsfachwirt“ verabschieden.

Die Studenten kommen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Neuwied, um an der einzigen Branchenfachschule in Deutschland die Abschlüsse der Bundesfachschule des Lebensmittelhandels zu erlangen. Die Ausbildung zum Handelsbetriebswirt wird in einem 11-monatigen Vollzeitstudium absolviert. Der Handelsfachwirt hingegen wird berufsbegleitend erworben und endet mit einer IHK-Prüfung.

BVLH-Präsident Friedhelm Dornseifer betonte in seinem Grußwort die hohe Bedeutung gut ausgebildeten Nachwuchses für den deutschen Lebensmittelhandel. Deutschland gehe es gut, die Binnennachfrage sei stark. Und die Kunden schauten immer häufiger auf die Qualität, als auf den Preis der Ware. „Wer aber Qualität kauft, der erwartet Auswahl, Service und Beratung. Und dafür braucht der Lebensmittelhandel qualifizierte Mitarbeiter, so Dornseifer.“

Beim anschließenden Sommerfest feierten Absolventen, Ehrengäste und Dozenten gemeinsam mit den zahlreichen Repräsentanten der Lebensmittelwirtschaft bis spät in die Neuwieder Sommernacht.

6 Handelsbetriebswirte und 53 Handelsfachwirte freuen sich über ihre Abschlüsse, die sie an der Bundesfachschule des Lebensmittelhandels in Neuwied erworben haben.

Kaiser’s Tengelmann ist die Nummer Eins

Neuwieder Sommercamp ermittelt zum sechsten Mal die besten Nachwuchsteams im Handel

Das Handelshaus aus Mühlheim an der Ruhr hat mit seinem Team „KT-Angels“ am 14. und 15 Juni dieses Jahres das „Neuwieder Sommercamp“ für sich entschieden. In einem spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem Team „Real Royal“ der SB Warenhauskette Real, das erst in der letzten Disziplin entschieden wurde, sicherte sich der Kaiser’s Tengelmann-Nachwuchs den Titel. Platz drei erkämpfte sich das Team „die Kleinen Genießer“ von Edeka Klein aus Bad Honnef. Die Top Drei freuten sich neben der Auszeichnung „STAR TEAM - Top-Handels-Nachwuchs 2014“ in Gold, Silber und Bronze auch über die Preisgelder in Höhe von 500, 400 und 300 Euro.

In zwölf branchenspezifischen Wettkampfdisziplinen mussten die Mannschaften, bestehend aus je fünf Teilnehmern von 18 bis 23 Jahren, Beratungskompetenz, warenkundliches und kaufmännisches Wissen, Kreativität bei der Verkaufsförderung sensorische Fähigkeiten, aber auch Teamwork unter Beweis stellen.

Bei der mittlerweile sechsten Auflage des Branchenwettbewerbs traten 24 Handels-Teams aus dem gesamten Bundesgebiet gegeneinander an. Dazu gehörten Mannschaften von Combi Verbrauchermarkt, Edeka, HIT Handelsgruppe, Kaufland, Kaiser’s Tengelmann, Lidl, Metro, Real und Rewe.

Das Neuwieder Sommercamp wird vom Fachmagazin LEBENSMITTEL PRAXIS und der Bundesfachschule des Lebensmittelhandels ausgerichtet.

Informationen sowie Bilder unter www.neuwieder-sommercamp.de und www.facebook.com/NeuwiederSommercamp.

Das Nachwuchsteam von Kaiser’s Tengelmann hat die zwölf Wettkampfdisziplinen am besten gemeistert.

Zeitstress führt zu mehr Wochenend- und Abendeinkäufen

GfK untersucht Zusammenhang zwischen zunehmendem Zeitmangel und Einkaufsplanung

Der zunehmende Zeitstress bei Verbrauchern hat spürbare Auswirkungen auf ihr Einkaufsverhalten. Zu diesem Ergebnis kommt die Gesellschaft für Konsumforschung GfK in einer aktuellen Untersuchung. Danach leidet fast ein Drittel aller Haushalte in Deutschland stark beziehungsweise sehr stark unter Zeitstress.

Am stärksten werde der permanente Zeitmangel von jenen Haushalten bzw. Personen empfunden, die mitten im Erwerbsleben stehen, die Kinder erziehen und/oder Karriere machen wollten. Laut GfK sei der Einkauf von Gütern des täglichen Bedarfs (FMCG) vor allem für berufstätige Familien eine Möglichkeit, anderswo dringend benötigte Zeit einzusparen. Bei dieser Zielgruppe aber auch bei jüngeren Verbrauchern verlagere sich der Einkauf auf das Wochenende und auf den Abend.

Wie die GfK ermittelt hat, geben Haushalte, in denen der empfundene Zeitstress hoch beziehungsweise sehr hoch ist, am Wochenende mehr als ein Viertel ihres Gesamtbudgets für FMCG aus. Im Vergleich zu Haushalten mit geringem Zeitstress ist bei diesen Haushalten auch der Anteil der Spätkäufe wesentlich höher. So entfielen bei den zeitknappen Haushalten rund 15 Prozent der FMCG-Umsätze auf Einkäufe nach 18 Uhr. Bei Haushalten mit geringem Zeitstress seien es nur neun Prozent.

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Initiative zur Überprüfung der Mindesthaltbarkeitsangaben sinnvoll

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e. V. (BVLH) begrüßt den aktuellen Vorstoß mehrerer EU-Länder, eine Reihe lang haltbarer Lebensmittelprodukte von der Pflicht, ein Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) tragen zu müssen, auszunehmen. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass diese Befreiung für jedes in Frage kommende Produkt einzeln geprüft wird. Die Lebensmittelsicherheit darf auf keinen Fall gefährdet werden. Unter dieser Bedingung kann es sinnvoll sein, vor dem Hintergrund eines nachhaltigen und verantwortungsvollen Umgangs mit Lebensmitteln in privaten Haushalten, auf das MHD zu verzichten.

Diskutiert wird, dass MHD für lang haltbare Lebensmittel wie Tee, Kaffee, Reis, trockene Pasta und viele Konservenprodukte zu streichen. Bereits heute sind beispielsweise frisches Obst und Gemüse, Speiseeis in Portionspackungen, frische zum unmittelbaren Verzehr hergestellte Backwaren oder Kaugummi von der MHD-Kennzeichnungspflicht befreit.

Forum Nachhaltiger Kakao – Vereinsgründung treibt breite Vernetzung voran

Die Bundesminister (Bildmitte von links) Christian Schmidt (BMEL) sowie Dr. Gerd Müller (BMZ) begrüßten feierlich die Forumsmitglieder, eingerahmt von Franz-Martin Rausch (BVLH-Hauptgeschäftsführer, links) sowie Stephan Nießner (BDSI-Vorsitzender, rechts).

Am 13. Mai 2014 trafen sich die Mitglieder des Forums Nachhaltiger Kakao zu ihrer ersten Mitgliederversammlung in Berlin. Die formale Gründung des Vereins war bereits im April erfolgt. Zu den Gründungsmitgliedern zählen die Handelshäuser Lidl, REWE und tegut … . Stellvertretend für den Lebensmittelhandel ist der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) ebenfalls Mitglied.

Weitere namhafte Unternehmen, Verbände und Stiftungen aus der Kakao-, Schokoladen- und Süßwarenindustrie, Organisationen der Zivilgesellschaft sowie Ministerien (BMEL und BMZ) sind dem Verein beigetreten, der aktuell rund 50 Mitglieder vorweisen kann. „Die Institutionalisierung wird dem Kakaoforum und dem Zusammenspiel aller Stakeholder weitere Schubkraft verleihen. Sie ermöglicht dem Forum, sich künftig noch breiter und internationaler zu vernetzen sowie seine Ziele noch stringenter zu verfolgen“, so Christian Mieles, BVLH-Geschäftsführer und Mitglied im Vorstand des Kakaoforums.

Die Nachhaltigkeitsziele des Kakaoforums sind hoch gesteckt. So wollen die beteiligten Unternehmen und Institutionen die ökonomischen, ökologischen und sozialen Aspekte im Kakaoanbau, insbesondere die Lebensumstände der Kakaobauern und ihrer Familien, verbessern. Gleichzeitig soll der Anteil nachhaltiger erzeugten Kakaos erhöht werden, um den steigenden Bedarf der Wirtschaft zu decken.

„Tour de Matjes“ startet am 12. Juni in Bremen

Am 12. Juni 2014 startet die inzwischen 31. „Tour de Matjes“ in Bremen. Von dort aus wird der Matjes traditionell „in die Republik getragen“. Passend zum „bremischen Brauch“ startet auf dem Domshof die öffentliche Übergabe der ersten Fässer des neuen holländischen Matjes an die Landesvorsitzenden des deutschen Fischfachhandels durch den Präsidenten der Bremischen Bürgerschaft, Christian Weber.

Hier finden Sie das Programm (inkl. Hinweis auf Matjesmarkt und -versteigerung).

Lebensmittelfachschule ist AZAV zertifiziert

Im Rahmen einer Feierstunde in der food akademie überreicht Inge Appel (2. v. l.) von der Zertifizierungsgesellschaft Zertpunkt dem Direktor der Bundesfachschule des Lebensmittelhandels Thorsten Fuchs (links) das begehrte AZAV-Zertifikat.

Durch die Zertifizierung nach AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung) weist sich die food akademie als Experte des Arbeitsmarktes aus und ist jetzt in der Lage, Maßnahmen der Arbeitsförderung durch Förderung der Bundesagentur für Arbeit durchzuführen.

Die Regelungen verfolgen das Ziel, die Qualität von Arbeitsmarktdienstleistungen und damit die Leistungsfähigkeit und Effizienz des arbeitsmarktpolitischen Fördersystems nachhaltig zu verbessern. Um dieses Ziel zu erreichen, können nur solche Träger zugelassen werden, die unter anderem ihre Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit nachweisen, qualifiziertes Personal einsetzen und ein System zur Sicherung der Qualität anwenden.

Als staatlich anerkannte Ergänzungsschule hat sich die Neuwieder Lebensmittelfachschule somit zusätzlich zu den Anforderungen der Rheinland-Pfälzischen Schulaufsicht ein eigenes Qualitätsmanagementsystem erarbeitet.

Zu den ersten Gratulanten zählten daher auch Monika Hahn von der ADD Koblenz - Schulaufsicht und Jörg Müller, Vizepräsident des Bundesverbandes des deutschen Lebensmittelhandels und Hauptgesellschafter der Trägergesellschaft der Lebensmittelfachschule, der food akademie Neuwied.

Einbeziehung von Gratis-Zugaben bei der Bildung des Grundpreises rechtens

Die Einbeziehung von Gratis-Zugaben bei der Bildung des Grundpreises ist rechtens. Das entschied in letzter Instanz der Bundesgerichtshof, in dem er die Revision gegen ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Köln abwies. Der Leitsatz des bereits im Oktober 2013 gefällten Urteils, dessen Begründung aber erst kürzlich veröffentlicht wurde, lautet: „Es stellt keinen Verstoß gegen § 2 Abs. 1 Satz 1 PAngV dar, wenn ein Lebensmittel-Einzelhandelsunternehmen den Grundpreis im Sinne dieser Vorschrift auf der Basis der Gesamtmenge der abgegebenen Waren (hier: inklusive von zwei "GRATIS" angebotenen Flaschen eines Erfrischungsgetränks) zum beworbenen Endpreis errechnet.“ (BGH, Urteil vom 31. 10. 2013 - I ZR 139/12)

In dem konkreten Fall wurde per Zeitungsanzeige dafür geworben, beim Kauf eines Kastens mit Erfrischungsgetränken (12 Flaschen zu je einem Liter Inhalt) gratis zwei Ein-Liter Flaschen zusätzlich zu erhalten. Der angegebene Grundpreis wurde dann auf der Basis von 14 anstatt von 12 Litern berechnet und in der Anzeige ausgezeichnet.

In seiner Revisionsbegründung folgt der BGH der Auffassung des OLG Köln. Das Berufungsgericht begründete seine Entscheidung unter anderem damit, dass „die erstrebte Vereinfachung von Preisvergleichen mit anderen Angeboten von Erfrischungsgetränken nur dann erreicht werden (kann), wenn auch die zusätzlich gratis angebotenen beiden Flaschen bei der Berechnung des Grundpreises mitgezählt werden“. Der Kunde würde in den Preisvergleich trotz ihrer unentgeltlichen Abgabe auch die beiden „gratis“-Flaschen einbeziehen, weil sie für ihn denselben Gegenwert wie die zu bezahlenden Flaschen hätten. Weiter führten die OLG-Richter aus: „Demgegenüber würde die Grundpreisangabe das gesetzgeberische Ziel (nahezu) nicht erreichen, wenn … verlangt würde, der Berechnung lediglich 12 Flaschen zugrunde zu legen. …Der Kunde müsste, um einen brauchbaren Vergleich vornehmen zu können, seinerseits die beiden Flaschen in den Grundpreis aufwendig einrechnen, um die vom Gesetz erstrebte Vergleichsgrundlage zu haben. Das wäre mit dem gesetzlichen Ziel einer Vereinfachung der Vergleichbarkeit verschiedener Angebote nicht zu vereinbaren.“

Der Volltext des BGH-Urteils ist unter folgendem Link zu finden: openjur.de/u/686141.html

GfK-Konsumklima: Anschaffungsneigung legt leicht zu

Mit einem Plus von 0,9 Punkten im Vergleich zum Vormonat, legt die Anschaffungsneigung im Mai dieses Jahres wieder etwas zu. Wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in ihrem aktuellen Konsumklima-Index berichtet, weist der Indikator 49,5 Zähler auf und liegt damit knapp 12 Punkte über seinem entsprechenden Vorjahreswert.

Damit könne die Konsumneigung ihr hohes Niveau klar bestätigen, stellt die GfK fest. Stabile Beschäftigungsaussichten sowie damit einhergehend steigende Einkommen in Verbindung mit einer sehr moderaten Inflation seien die perfekten inländischen Rahmenbedingungen für eine hohe Konsumneigung. Auch von der Sparneigung kämen in diesem Monat keinerlei Impulse, da sich diese nahezu unverändert zeige.
Der Gesamtindikator prognostiziere für Juni 2014 einen Wert von 8,5 Punkten nach ebenfalls 8,5 Zählern im Mai. Das Konsumklima setze damit seine überaus stabile Entwicklung fort, resümiert die GfK.

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Mineralölproblematik – Handel engagiert!

Am 2. April übermittelte der BVLH dem BMEL ein Positionspapier, das das vielfältige Engagement der Unternehmen des Lebensmittelhandels zur Unterbindung kritischer Übergänge von Mineralölbestandteilen auf Lebensmittel verdeutlicht. Im Papier wurden die spezifischen Maßnahmen der Handelshäuser zusammengeführt, die zuvor über den Ausschuss Lebensmittelrecht und Qualitätssicherung abgefragt wurden.

Bereits vor Jahren begann die Diskussion über mögliche Übergange von Mineralölbestandteilen aus unterschiedlichen Quellen auf Lebensmittel. Die Handelshäuser haben die Entwicklungen von Beginn an aufmerksam verfolgt und sind - im Bewusstsein ihrer Verantwortung - den Empfehlungen der wissenschaftlichen Risikobewertung gefolgt. So haben die Häuser im Rahmen ihres Einflussbereiches, insbesondere im Eigenmarkenbereich, angemessene Maßnahmen ergriffen, kritische Übergänge von Mineralölbestandteilen auf Lebensmittel zu unterbinden. 

Nachhaltig und handwerklich hergestellte Delikatessen liegen im Trend

Am 10. März hat Corpus Culinario, die Gemeinschaft führender Delikatessen-Kaufleute in Deutschland, in Bad Kissingen den diesjährigen GenussGipfel veranstaltet. Mehr als 80 Aussteller aus Deutschland und mehreren europäischen Ländern haben auf der Fachmesse gezeigt, dass künftig vor allem nachhaltig und handwerklich hergestellte Feinkostwaren die Trends setzen.

Wie schon in den vergangenen Jahren, präsentierten die Aussteller auch auf dem GenussGipfel 2014 eine große Delikatessen-Vielfalt. Von Bärlauchnudeln über, iberischen Schinken oder Trüffelprodukten bis hin zu ausgewählten Manufakturessigen, handgeschöpfter Schokolade und feinen Konfitüren: Für jeden Geschmack war etwas dabei.

Auf dem GenussGipfel werden alljährlich auch die Delikatesse und das Produkt des Jahres prämiert. Zur Delikatesse des Jahres wurde der Hubertus-Salat der Butterhandlung Holstein in Münster gekürt. Zartes, gebratenes Hirschfilet, geschmorte Waldpilze, Staudensellerie und ein Schuss alter Balsamico: „So würzig, fein und mild kann Wild schmecken“, urteilte die Jury über das Gewinnerprodukt.

Zum Produkt des Jahres wurde die Gewürzmischung „Mediterrane Tomate“ der Gewürzmühle Engels aus Neuss gekürt. „Jede einzelne Zutat lässt sich herausschmecken. Alle Komponenten sind perfekt aufeinander abgestimmt. Genau das macht ein echtes und gelungenes Produkt aus“, begründete Corpus Culinario Geschäftsführerin Kerstin Uhlenbusch die Entscheidung der Jury.

Personelle Kontinuität bei Corpus Culinario

Auf dem diesjährigen GenussGipfel am 10. März in Bad Kissingen hat Corpus Culinario, die Gemeinschaft führender Delikatessen-Kaufleute in Deutschland wichtige Personalentscheidungen getroffen. Einstimmig haben die Mitglieder Kerstin Uhlenbusch als Geschäftsführerin für weitere drei Jahre gewählt. Die Nordhorner Delikatessen-Kauffrau möchte in ihrer zweiten Amtszeit weitere Mitglieder und Förderer für das Netzwerk von Delikatessengeschäften gewinnen. Neben der Geschäftsführung wurde auch der Beirat im Amt bestätigt. Als kooptiertes Mitglied wurde der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes des Deutschen Lebensmittelhandels Franz-Martin Rausch aufgenommen.

Rechtlicher Status von Honig-Pollen demnächst geklärt

Der Umweltausschuss des Europaparlaments hat Mitte März mit knapper Mehrheit beschlossen, dass Pollen ein natürlicher Bestandteil von Honig sei und deshalb nicht als Zutat aufs Etikett müsse. Es wird erwartet, dass auch das Plenum des Europaparlaments sich diesem Votum anschließen wird. Damit würden rechtliche Unsicherheiten beseitigt werden, die nach einer Entscheidung des EUGH aus September 2011 entstanden sind. Damals hatten die Richter geurteilt, dass Honig mit kleinsten Spuren Pollen die von einer gentechnisch veränderten Pflanze stammen, geprüft und zugelassen werden müssen, sonst wäre die Ware nicht verkehrsfähig. Dies galt auch, wenn die Konzentration unterhalb des sonst üblichen Schwellenwertes von 0,9 Prozent liegt. Mit der Neuregelung soll dies geändert werden, so dass künftig eine Kennzeichnung nur noch dann erforderlich ist, wenn der übliche Schwellenwert von 0,9 Prozent überschritten wird.

Fischwirtschaftliches Gespräch mit Staatssekretärin Flachsbarth

Am 20. März 2014 fand in Berlin das alljährliche Fischwirtschaftliche Gespräch, diesmal mit Dr. Maria Flachsbarth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesernährungsministerium (BMEL), statt. In Anwesenheit von Vertretern der gesamten Wertschöpfungskette Fisch nutzte der BVLH mit seinem Fachverband Fischfachhandel die Gelegenheit, einige  Anliegen der Branche vorzutragen. So appellierte der Verband erneut und  eindringlich an das Ministerium, schnellstmöglich  konkrete Vorschläge zur nationalen Ausgestaltung der Allergeninformation bei unverpackter (loser) Ware vorzulegen.

Darüber hinaus ermunterte der Verband das BMEL in seinem Vorgehen, den gemeinsam mit der Fischwirtschaft erstellten Leitfaden zur Umsetzung der EU-Fischmarktorganisation (GMO), der neue Vorgaben zur Fischkennzeichnung enthält, weiter bei den Zuständigen der Überwachung in den Ländern bekannt zu machen, um hier eine einheitliche Auffassung zu erreichen. Da jedoch noch immer offene Auslegungsfragen aus Industrie und Handel vorgetragen werden, soll hierzu noch im Mai 2014 ein Runder Tisch beim Ministerium stattfinden, um diese zu klären. Eine erneute Anpassung des Leitfadens würde dann folgen.

Deutsche wollen Lebensmittel bedarfsorientierter einkaufen

Immer mehr Konsumenten in Deutschland wollen ihre Lebensmittel bewusster einkaufen, weil sie weniger wegwerfen wollen. In einer im Oktober 2013 durchgeführten Umfrage der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) bejahten 52 Prozent die Aussage: „Ich kaufe bewusst weniger Lebensmittel auf Vorrat ein, damit ich nicht mehr so viel wegwerfen muss.“ Diese Zustimmungsrate ist in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen – von 44 Prozent im Jahr 2010 auf 46 Prozent 2011 und 50 Prozent 2012.

Die prozentual meisten Vorratsreduzierer findet man laut GfK in der Altersgruppe der über 60-Jährigen, die wenigsten bei den unter 40-Jährigen. Größere Haushalte kaufen in der Mehrheit nach wie vor auf Vorrat ein, aber bereits in Zwei-Personen-Haushalten gäbe es mehr Vorratsreduzierer als Vorratskäufer. Am stärksten achten die Ein-Personen-Haushalte auf den bedarfsgerechten Einkauf. Schließlich spielt nach Angaben der GfK auch das Haushaltseinkommen eine wichtige Rolle: Die so genannten Promotion-Shopper und Handelsmarken-Shopper würden ihre Vorratskäufe denn auch weit seltener reduzieren als die Premium- und Marken-Shopper.

Russische Lebensmittelhersteller suchen deutsche Handelspartner

Eine Delegation von Führungskräften aus Unternehmen der russischen Lebensmittelwirtschaft besucht vom 10. Juni bis 5. Juli 2014 Nordrhein-Westfalen und Berlin. Ziel ist unter anderem die Gewinnung neuer Geschäftspartner im deutschen Lebensmittelhandel. Zu diesem Zweck veranstalten die Carl Duisberg Centren am 17. Juni von 14:00 bis 17:00 Uhr bei der Industrie- und Handelskammer Düsseldorf eine Kooperationsbörse veranstaltet. Unternehmen, die an einer Zusammenarbeit interessiert sind, können sich bis zum 16. Juni für diesen Termin anmelden. Sie haben laut Veranstalter zudem die Möglichkeit, während des vierwöchigen Programms Termin für Einzelgespräche zu vereinbaren.

Weitere Auskünfte erteilen die Carl Duisberg Centren, Mareike Dröge, Hansaring 49-51, 50670 Köln, Tel.: 0221/1626-218, E-Mail: mareike.droege@cdc.de, www.cdc.de.


Handelsverbände führen politische Gespräche

Gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Ausschusses für Lebensmittelrecht und Qualitätssicherung Dr. Horst Lang (Globus) haben HDE und BVLH mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Maria Flachsbarth aktuelle lebensmittel- und handelspolitische Fragestellungen diskutiert.

Bei ihrem Antrittsbesuch haben die Verbände eine breite Themenpalette angesprochen. Dabei ging es sowohl um Fragen der Marktmacht, der Qualitätssicherung bei Eigenmarken und des nachhaltigen Umgangs mit Lebensmitteln, als auch um Aspekte der Lebensmittelkennzeichnung und Lebensmittelüberwachung.

Zu den lebensmittelfachlichen Aspekten erläuterte BVLH-Hauptgeschäftsführer Franz-Martin Rausch die Positionen des deutschen Lebensmittelhandels. Dabei hob er gegenüber Staatssekretärin Flachsbarth die Bedeutung praxistauglicher Vorschriften hervor. Diese müssten Verbrauchern wirklich nutzen, aber auch die Unternehmen vor unverhältnismäßigen Belastungen schützen.

Fachgespräch zur Fertigpackungsverordnung im BMWi

Für eine stärkere Berücksichtigung der Anliegen des Handels bei der anstehenden Novellierung der Fertigpackungsverordnung hat der BVLH bei einem Gespräch im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geworben.

Der Austausch auf Fachebene diente unter anderem dem Ziel, die Erfahrungen des Handels mit der Verordnung zu erläutern. Dabei ging es konkret auch um die Füllmengenkennzeichnung bei feinen Backwaren. Darüber hinaus wurden auch Themen aus dem Messe- und Eichwesen angesprochen.

fish international

Rund 230 Aussteller aus 20 Nationen präsentierten ihr Angebot auf der fish international, die vom 9. bis 11. Februar 2014 in Bremen stattfand. Auf seiner Messe-Sonderschau war der Fischhandel wieder mit namhaften Partnern vertreten.

Der Fachverband ‚Der Fischfachhandel’ im BVLH führte traditionell am Messesonntag seine Jahrestagung durch. Sein langjähriger Vorsitzender, Peter Koch-Bodes, skizzierte dabei die Hausforderungen für 2014. Diese liegen vor allem in den neuen Anforderungen zur Kennzeichnung, wie sie die EU-Fischmarktorganisation vorschreibt.

Auch auf seiner Sonderschau war der Fischhandel mit einem Informationsstand vertreten. Er diente als Anlaufstelle, insbesondere für die Kaufleute und Einzelhändler. Neben umfangreichem Informationsmaterial zur neuen Fisch-Kennzeichnung wurden dort auch die Datenbank www.fischbestaende-online sowie Informationen über die derzeit noch freiwillige aber künftig verpflichtende Allergeninformation bei loser Ware vermittelt.

Moderate Teuerung bei Nahrungsmitteln

Die Verbraucherpreise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Januar 2014 um 0,7 Prozent im Vergleich zum Dezember 2013. Teurer wurden vor allem Gemüse (+ 3,6 %) und Obst (+ 1,4 %).

Im Vergleich zum Vorjahresmonat stiegen die Lebensmittelpreise im Januar 2014 um 3,6 Prozent. Mehr als vor einem Jahr mussten die Verbraucher vor allem für Speisefette und Speiseöle, für Molkereiprodukte und für Gemüse zahlen. Etwas günstiger hingegen waren Eier. Deutlich weniger als vor einem Jahr mussten die Deutschen für Kaffee bezahlen.

Weitere Daten und Fakten finden Sie hier www.bvlh.net/infothek_daten-fakten.html

Hohe Aufmerksamkeit für die Vielfalt der Esskultur

Zum Auftakt seiner Beitragsreihe „Vielfalt der Esskultur“ lud der Verein DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT am Dienstag dieser Woche zu einem Pressefrühstück ein.

Mittelpunkt stand die Initiative des Bäckerhandwerks, die deutsche Brotvielfalt bei der UNESCO als immaterielles Kulturerbe registrieren zu lassen. Überregionale und regionale Medien aus TV, Hörfunk und Print haben ausführlich über das Ereignis berichtet.
Stephan Becker-Sonnenschein, Geschäftsführer des Vereins DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT, hob in seiner Begrüßung die regionale Küche mit ihren kulturellen Eigenheiten hervor. Die Förderung des Bewusstseins, der Wertschätzung für die eigene Küche sei eine wichtige Aufgabe des Vereins.

Mehr Informationen finden Sie auf der Internetseite des Vereins www.lebensmittelwirtschaft.org


Qualität, Ansehen und hohes Engagement

Regionale Wertschöpfungspartnerschaften sind ein Gewinn für Erzeuger, Produzenten und den Handel, wenn sie von allen Partnern ernsthaft und mit Überzeugung betrieben werden. Wie das funktionieren kann, haben BVLH und DBV auf ihrem Grüne Woche-Regionalforum gezeigt.

Der organisierte Lebensmittelhandel ist in Deutschland der mengenmäßig bedeutendste Absatzweg für regionale Produkte. Aufgrund seiner Bündelungs- und Distributionskompetenz erzielt der Handel mit Abstand die größte Käuferreichweite. Die Handelsunternehmen übernehmen daher bei der Regionalvermarktung eine zentrale Vermittlerrolle zwischen Erzeugern, Produzenten und Verbrauchern.

Höchste Käuferreichweite für regionale Produkte im LEH
Diese Stärke stellte der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) in den Mittelpunkt des Forums „Regional vom Erzeuger bis zum Verbraucher“, das der Verband auf der Internationalen Grünen Woche gemeinsam mit dem Deutschen Bauernverband veranstaltet hat. Das Forum beschäftigte sich anhand von zwei Praxisbeispielen mit den Konzepten und den Erzeugnissen der Regionalvermarktung von der Landwirtschaft bis zum Lebensmitteleinzelhandel.

Stellenwert regionaler Produkte im LEH hoch
Der Stellenwert regionaler Produkte spielt in den Vermarktungsstrategien des Lebensmittelhandels eine zunehmend größere Rolle. Unternehmen, die sich hier engagieren, betrachten sich als Partner regionaler Wertschöpfungsketten. Sie wollen die Region stärken, eine nachhaltige Beschaffungspolitik fördern sowie regionale Erzeuger- und Verarbeitungsbetriebe des Lebensmittelhandwerks unterstützen.

„Für mich ist die große regionale Vielfalt Deutschlands ein Geschenk für den Lebensmittelhandel“, betonte Volker Bergmann, BVLH-Präsidiumsmitglied und selbstständiger Lebensmittelkaufmann in seiner Begrüßungsrede. Regionale Produkte seien eine identitätsstiftende Bereicherung für das Marktsortiment. Eine gute Mischung aus überregionaler und regionaler Nahrungsmittelbeschaffung, aus überregionalen Austauschprozessen und regionalen Wertschöpfungspartnerschaften sei mittlerweile eine nicht unwesentliche Voraussetzung dafür, wie erfolgreich ein Handelsunternehmen am Markt agiere.

Identitätsstiftende Bereicherung für das Marktsortiment
Die beiden vorgestellten Praxisbeispiele, die regionale Dachmarke aus Brandenburg und Berlin „Von Hier“ sowie das Gemeinschaftsprojekt der EDEKA Minden-Hannover mit dem Brandenburger Erzeugerbetrieb Gut Hesterberg verdeutlichten: erfolgreiche regionale Wertschöpfungspartnerschaften zeichnen sich durch Nähe zum Kunden, Überschaubarkeit und Transparenz aus. Diese Voraussetzungen schaffen Vertrauen und ermöglichen eine enge Kommunikation mit dem Verbraucher.
Mit einer regionalen Marke oder mit der Spezialisierung auf regionaltypische Produkte beziehungsweise Herstellungsverfahren können regionale Wertschöpfungspartnerschaften die Verbundenheit der Bevölkerung mit ihrer Region erhöhen. Daraus wiederum können sich Marktvorteile für die Partner der Kette ergeben. Für die beteiligten Händler kann das ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal im Wettbewerb sein.

Regionale Dachmarken als Vorreiter
Die vorgestellten Projekte haben diese Vorzüge auf unterschiedliche Weise zum Ausdruck gebracht. Die Dachmarke „Von Hier“ habe für die großflächige Vermarktung regionaler Produkte im Lebensmittelhandel in Brandenburg und Berlin wichtige Pionierarbeit geleistet, betonte pro agro-Vorstand Gerd Lehmann in seinem Vortrag. Als Gemeinschaftsinitiative von Produzenten, Lebensmitteleinzelhandel, gesellschaftlichen Kräften und Verbänden stehe die Marke auf einem breiten Fundament. Man betrachte die Marke in erste Linie als Flaggschiff für Produkte aus der Region und damit als Türöffner zum Lebensmittelhandel für weitere regionale Anbieter, auch für solche, die nicht unter der Dachmarke „Von Hier“ segeln. Das übergeordnete Ziel sei es, Arbeitsplätze in Brandenburg und Berlin zu sichern und den Verbrauchern umweltschonend hergestellte Lebensmittel anzubieten.
Dass auch weniger breit aufgestellte Projekte zur Wertschöpfung in der Region beitragen, stellt die Partnerschaft zwischen dem Erzeugerbetrieb Gut Hesterberg und der EDEKA Minden-Hannover unter Beweis. So zeigte Karoline Hesterberg detailliert auf, wie auch die Geschäftspartner, Dienstleister und Lieferanten von der Vermarktung der Fleisch- und Wurstwaren des bäuerlichen Familienunternehmens in den Berliner EDEKA-Märkten profitieren.

Ansehen ist wichtiger als der Preis
In einem Punkt waren sich alle Referenten einig: Damit regionale Wertschöpfungspartnerschaften funktionieren, bedarf es des hohen Engagements aller Partner. Erzeuger, Produzenten und Händler müssen hinter dem Regionalkonzept stehen und gemeinsam dafür beim Verbraucher werben. Vor allem die Qualität und der Geschmack, gepaart mit der richtigen Positionierung, die in erster Linie die nachhaltigen und sozialen Aspekte regionaler Produkte betont, entscheiden über den Markterfolg. Und obwohl der Preis auch bei regionalen Produkten nicht ganz außer Acht gelassen werden darf, ist das Ansehen doch wichtiger.

Öffentliche Debatten selbstbewusst führen

Ein Jahr ist es her, dass der Verein DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT in Berlin seine Arbeit aufgenommen hat. Gemeinsam mit anderen Verbänden der Lebensmittelkette hat der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels die Initiative als Informationsplattform ins Leben gerufen, um die öffentliche Debatte über Lebensmittel zu versachlichen und das Verbrauchervertrauen gegenüber Erzeugern, Herstellern und Händlern zu steigern. Zur Internationalen Grünen Woche hat der Verein eine erste Bilanz seiner Arbeit gezogen.

DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT hat es sich zur Aufgabe gemacht, vor allem die mediale Diskussion aktiv mitzugestalten. Der Verein bietet Hintergrundinformationen, er vermittelt Wissen und bringt die Positionen der Lebensmittelkette fundiert und sachbezogen in den Dialog ein.

Auf diesem Weg ist DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT in ihrem ersten Jahr ein gutes Stück vorangekommen. Mit seinen Beitragsreihen zum Verbraucherleitbild und zum Thema „Bilder, Lebensmittel, Werbung“ hat sich der Verein an aktuellen verbraucherpolitischen Diskussionen beteiligt und für die Lebensmittelkette relevante Fragestellungen aufgegriffen.

Einen weiteren Schwerpunkt legte DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT darauf, wie über Lebensmittel in den Medien berichtet wird. Die Frage, welchen Beitrag die mediale Informationskultur im Themenfeld Lebensmittelsicherheit zur Verbraucherinformation leistet, stand im Mittelpunkt des Symposiums „Ohne Zweifel sicher?“, das der Verein DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT Ende vergangenen Jahres in Berlin veranstaltet hat.

Auf der Basis zweier Studien, die sich mit den Journalisten, ihrer Motivation und der Art und Weise ihrer Berichterstattung über Lebensmittel auseinandersetzen, wurde unter anderem diskutiert, welche positiven und negativen Aspekte über Lebensmittel hervorgehoben werden und wo Handlungsbedarf besteht.

Großes mediales Interesse an den Themen Lebensmittel und Ernährung
Das positive Ergebnis: Es gibt ein großes mediales Interesse an den Themen Lebensmittel und Ernährung. Im Mittelpunkt der Presseberichterstattung steht der individuelle Lebensmittelkonsum. Berichte über sogenannte Lebensmittelskandale spielen von der Anzahl her eine kleinere Rolle. Zwischenfälle bilden aber aufmerksamkeitsstarke Spitzen in der Berichterstattung. In den überregionalen Medien wird über Lebensmittel und Lebensmittelsicherheit in einem eher kritischen Kontext berichtet. Auf regionaler Ebene hingegen halten sich positive und kritische Artikel die Waage.

Die Studien machten darüber hinaus deutlich, dass die Journalisten einerseits einen deutlich stärkeren gesellschaftlichen Diskurs zwischen allen Beteiligten fordern. Andererseits wünschen sie sich, dass sich die Lebensmittelwirtschaft noch stärker als Gesprächspartner öffnet.

87 Prozent der Verbraucher vertrauen den angebotenen Lebensmitteln
Aufbauend auf der guten Qualität der Lebensmittel ist die Branche für diesen Dialog gut gerüstet. Das bestätigt auch der Reputationsindex der Lebensmittelwirtschaft. Auf der Basis eines von TSN Infratest entwickelten Verfahrens werden in einer Verbraucherumfrage verschiedene Indikatoren erhoben, die das Ansehen der Branche und ihrer Produkte in Deutschland messen. Die zweite Erhebung, die anlässlich der Internationalen Grünen Woche erfolge, kommt zu dem Ergebnis, dass die Reputation von Lebensmitteln bei 84 Prozent der Befragten innerhalb des letzten halben Jahres gestiegen ist. 87 Prozent der Verbraucher geben an, dass sie den angebotenen Lebensmitteln vertrauen. Für drei Viertel der Befragten haben die Lebensmittel in Deutschland eine hohe bis ausgezeichnete Qualität. Über Lebensmittel gut bis ausgezeichnet unterrichtet fühlen sich 51 Prozent der Verbraucher. Annehmbar informiert sind 33 Prozent. Immerhin noch 16 Prozent fühlen sich schlecht informiert.

Vor allem die beiden letztgenannten Werte sind Ansporn für den Verein DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT, sein Engagement für mehr Sachlichkeit, Aufklärung und Transparenz 2014 zu verstärken. Die Maßnahmen dieses Jahres stehen daher unter dem Motto „Vielfalt und Sicherheit“.

Medienveranstaltungen zur Darstellung der Lebensmittelkette
Den Auftakt machte auf der Internationalen Grünen Woche eine für Journalisten konzipierte Veranstaltung zur Darstellung der Lebensmittelkette bei Wurstwaren. Mehr als ein Dutzend Medienvertreter von regionalen und überregionalen Tageszeitungen, Nachrichtenagenturen, Online-Medien und Rundfunk haben sich anhand von Vorträgen und Standbesuchen über das Thema informiert. Sie erhielten Informationen zur Esskultur, zu traditionellen Spezialitäten und Verzehrsgewohnheiten. Aber auch Fragestellungen zur Ethik in der Tierhaltung, zur Hygiene und Sicherheit bei der Aufzucht der Tiere sowie bei der Herstellung und Distribution der Wurstwaren standen im Focus der Veranstaltung. Durch die Besichtigung eines modernen Tiertransporters und den Besuch einer gläsernen Metzgerei konnten sich die Journalisten zudem einen erlebbaren Eindruck von der Lebensmittelkette Wurstwaren verschaffen.

Neben Referenten aus Fachverbänden haben die Mitglieder des wissenschaftlichen Vereinsbeirates die Veranstaltung mit ihrer Expertise maßgeblich bereichert. Der Beirat hatte sich im Herbst 2013 konstituiert, um den Verein dabei zu unterstützen, Debatten rund um das Thema Lebensmittel auf ein breites wissenschaftliches Fundament zu stellen. Er besteht aus zwölf international renommierten, unabhängigen Wissenschaftlern. Sie werden Herausforderungen formulieren und Perspektiven zu technologischen Entwicklungen sowie gesellschaftlichen Diskussionen erarbeiten. Die Experten stehen bei Bedarf auch den Medien als Ansprechpartner zur Verfügung .

Entwicklung eines einheitlichen Branchenindexes
Auf der Maßnahmenagenda des Jahres 2014 steht außerdem die Entwicklung eines einheitlichen Branchenindexes. Die Lebensmittelwirtschaft ist der viertgrößte Wirtschaftszweig in Deutschland. Gemeinsame Branchenzahlen, die diese Leistungen adäquat über die verschiedenen Glieder der Wertschöpfungskette abbilden, sollen diese Stellung auch faktenbasiert zum Ausdruck bringen. Mit Unterstützung der Mitglieder und des wissenschaftlichen Beirats soll eine verlässliche Methodik für die Erstellung des Branchenindexes für die Lebensmittelwirtschaft erarbeitet werden.

Nach der im vergangenen Jahr erfolgten Analyse der Berichterstattung über Lebensmittel in den Printmedien stehen 2014 Studien zu Radio und Fernsehen im Mittelpunkt. Die Beitragsreihen auf der Homepage des Vereins werden fortgesetzt.

Auf der Suche nach dem Besonderen

Corpus Culinario, die Gemeinschaft führender Delikatessen-Kaufleute, veranstaltet am 10. März 2014 den diesjährigen GenussGipfel.

In der Wandelhalle im bayerischen Kurort Bad Kissingen präsentieren mehr als 60 Aussteller in der Zeit von 11:00 bis 18:00 Uhr ihre Produkte - vom etablierten Lieferanten der Delikatess-Branche bis zum Feinkost-Newcomer. Die Delikatessen-Fachmesse richtet sich ausschließlich an Fachbesucher aus dem Lebensmittel(fach)handel, aus Gastronomie und Hotellerie, an Fachverbände, Food-Blogger und Journalisten. Die Anmeldung erfolgt per-E-Mail unter Angabe der Kontaktdaten an info@corpus-culinario.de. Der Messebesuch ist kostenlos.

Es besteht ebenfalls noch die Möglichkeit, als Aussteller am GenussGipfel teilzunehmen. Die Anmeldunterlagen und weitere Hinweise zur Messe sind im Internetauftritt von Corpus Culinario zu finden. www.corpus-culinario.de

Praxisorientierte Workshops für Mitarbeiter der Frischeabteilung

Die Bundesfachschule des Lebensmittelhandels in Neuwied bietet vom 4. bis zum 6. Februar dieses Jahres praxisorientierte Workshops zu den Frischebereichen Fleisch und Wurstwaren, Obst und Gemüse sowie Käse und Fisch an.

Die Frischewoche ist ideal für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen mit verantwortungsvoller Position in der Fachabteilung sowie für neue oder erfahrene Abteilungs- oder Marktleiter.

In den praxisorientierten Workshops werden unter anderem Verkaufsstrategien trainiert und Tipps für ansprechende Warenpräsentationen vermittelt.

Tagesgebühr: 79,99 € incl. Material, Getränke, Mittagessen, ab 2 Mitarbeitern 59,99 € pro Person, Sonderpreis für Mitglieder des Fördervereins: 39,99 € pro Person.
Anmeldung bei Florian Zerres, zerres@food-akademie.de, Tel: 02631 – 830 460

Diskussionsrunde mit Lebensmittelkontrolleuren in NRW

Unter dem Motto „Fragen Sie – Lebensmittelkontrolleure antworten!“, lädt der Landesverband der Lebensmittelkontrolleure und Lebensmittelkontrolleurinnen im öffentlichen Dienst Nordrhein-Westfalen e. V. zu einer Informations- und Diskussionsveranstaltung ein.

Am Dienstag, 18. März 2014, um 17:00 Uhr möchte der Verband in der Stadthalle Detmold mit Vertretern aus Unternehmen und Verbänden spezielle Details und Fragestellungen aus dem Lebensmittelrecht diskutieren.

Nähere Auskünfte erteilt der Vorsitzende des Landesverbandes Konrad Etteler unter 05232-850553 beziehungsweise unter k.etteler@t-online.de


Kontinuität und Neubeginn

Die dritte Große Koalition steht. Die üblichen Überraschungen bei der Verteilung und beim Zuschnitt der Ressorts betrafen dieses Mal auch den Bereich Lebensmittel. Mit dem Organisationserlass der Bundeskanzlerin vom 17.12.2013 wechselt die Zuständigkeit für die Verbraucherpolitik ins Justizministerium (neues Kürzel BMJV). Das Agrarressort (BMEL) behält die Themen Ernährung und Landwirtschaft. Aufgrund der engen fachlichen Verknüpfung wird das Ministerium auch weiterhin für den Verbraucherschutz im Bereich Lebensmittel zuständig sein. Wie diese Aufgabentrennung und die künftige Zusammenarbeit im Detail gestaltet werden, regeln die zuständigen Minister Hans-Peter Friedrich und Heiko Maas, die dabei von den Staatssekretären Maria Flachsbarth und Peter Bleser (BMEL) sowie Ulrich Kelber und Gerd Billen (BMJV) unterstützt werden.

Regional vom Erzeuger bis zum Verbraucher

Auch auf der Internationalen Grüne Woche 2014 stehen regionale Lebensmittel wieder im Fokus von Ausstellern, Medien und Politik. Mit ihren Bundesländerhallen ist die Messe Schaufenster für die große regionale Vielfalt Deutschlands.

Unter dem Thema „Mehrwert für Land und Gesellschaft - Regional vom Erzeuger bis zum Verbraucher“ veranstalten der Deutsche Bauernverband und der BVLH daher auf der IGW das Forum Regionalvermarktung. Die Veranstaltung setzt sich mit den Konzepten und den Erzeugnissen der Regionalvermarktung von der Landwirtschaft bis zum Lebensmitteleinzelhandel auseinander. Dabei stehen nicht nur die Erzeuger, die Produzenten oder der Handel im Fokus des Interesses, sondern auch die Dienstleister für Transport, Logistik oder Marketing, ohne die der Erfolg regionaler Wertschöpfungsketten ebenfalls nicht möglich wäre. Ihr Mehrwert für den ländlichen Raum wird an zwei Praxisbeispielen demonstriert.

Nähere Informationen sind im Internetangebot des BVLH zu finden.

Greenpeace-Studie zur Nachhaltigkeit bei Fisch

Trotz der Anerkennung des Engagements des deutschen Lebensmittelhandels für mehr Nachhaltigkeit bei Fisch, verdeckt die kürzlich veröffentlichte Greenpeace-Studie die Erfolge, die der Handel auf diesem Gebiet bereits erzielt hat. So tragen heute zum Beispiel bereits 46 Prozent der Wildfischprodukte im Handel das Umweltsiegel des MSC. Darüber hinaus liefert die Wildfisch-Datenbank ‚Fischbestände online‘ umfangreiche Informationen über die Situation einzelner Bestände. Die Datenbank wird vom Handel intensiv genutzt. Zudem gibt es im Sortiment immer mehr Fisch aus Aquakultur, der nach den Kriterien von ASC und GlobalGAP zertifiziert wurde, ergänzt um Fisch aus ökologischer Aufzucht.

Greenpeace stellt bei seiner Erhebung Anforderungen an die Kennzeichnung auf, die deutlich über den gesetzlichen Vorgaben liegen. Selbst wenn ein Produkt aus nachhaltiger Fischerei oder Aquakultur stammt, aber nicht alle aufgestellten Kennzeichnungsanforderungen erfüllt, fällt es in die Kategorie „nicht nachhaltig“. Für die Grundgesamtheit wurde außerdem eine große Sortimentsbreite zugrunde gelegt, in der sogar Fisch als Zutat, wie bei Pizza mit Thunfisch, enthalten ist. Das Ergebnis, dass 78 Prozent der Produkte nicht nachhaltig seien, muss ganz wesentlich auf dieses Studiendesign zurückgeführt werden. Dadurch treten die Verbesserungen, die gegenüber der letzten Erhebung der Umweltorganisation im Jahr 2010 erzielt worden sind, leider in den Hintergrund. Schließlich kommt Greenpeace auch zu dem Ergebnis, dass sich der Anteil „vollständig gekennzeichneter Produkte“ nach Greenpeace-Kriterien gegenüber dem Anteil „nicht vollständig gekennzeichneter Produkte“ verdreifacht hat.

Ernstfall erfolgreich simuliert

Unter dem Pseudonym „Der Lebensmittelverband“ hat der BVLH Ende November die länderübergreifende Krisenmanagement-Übung LÜKEX absolviert. Dabei wurde trainiert, wie Behörden und Wirtschaft mit dem Einbringen eines Toxins in die Lebensmittelkette umgehen. Der Fall wurde dem EHCE-Ausbruch 2011 nachempfunden.

Der Austausch mit Politik und Verwaltung war während der Übung eine der Hauptaufgaben des Verbandes. Dabei galt es, die Kontakte zwischen den teilnehmenden Handelsunternehmen, den Ministerien und der Task-Force zu koordinieren, Untersuchungsergebnisse auszuwerten, Warenströme zurück zu verfolgen oder auch Kontakt zu den Medien zu halten.

Aus Sicht des BVLH hat LÜKEX 2013 zu wertvollen Erkenntnissen geführt, um einer realen Krise möglichst gut vorbereitet gegenüber treten zu können.

Anforderungen an Kommunikation ändern sich

150 Gäste aus Presse, Politik, Wirtschaft und Verbänden waren am 5. Dezember in die Hauptstadtrepräsentanz der Frankfurter Allgemeinen Zeitung gekommen, um auf dem Symposium „Ohne Zweifel sicher?“ mehr über die Informationskultur im Themenfeld Lebensmittelsicherheit zu erfahren. Eröffnet wurde die Veranstaltung des Vereins DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT e. V. von BVLH-Präsident Friedhelm Dornseifer, der auch Mitglied des Geschäftsführenden Vereins-Vorstands ist. Er hob hervor, dass DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT nicht nur etwas für den guten Ruf der Branche tue, sondern vor allem das Verbrauchervertrauen stärken wolle.

Die vorgestellten Studien kamen zu dem Ergebnis, dass das öffentliche Interesse an Lebensmitteln hoch sei und dass ihnen Qualität und Sicherheit in hohem Maße zugesprochen und Vertrauen entgegen gebracht werde. Die zentrale Erkenntnis daraus lautet, dass die Lebensmittelkette große Chancen hätte, in der gesellschaftlichen Debatte Gehör zu finden. Dafür müsse man jedoch deutlicher technische Zusammenhänge erläutern und im Sinne einer echten Prozessketten-Kommunikation besser erklären, wie Lebensmittel produziert werden.

Weitere Informationen zu den Ergebnissen des Symposiums sind im Internetangebot des Vereins DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT zu finden.

Zu guter Letzt

Der BVLH wünscht seinen Lesern frohe und erholsame Weihnachtsfeiertage sowie ein gesundes und erfolgreiches Jahr 2014.

Auch im neuen Jahr werden wir wieder unsere ganze Kraft für die Interessen des deutschen Lebensmittelhandels einsetzen. Wir freuen uns darauf, Sie erneut regelmäßig über die Lebensmittelfacharbeit des Verbandes zu unterrichten.


Ausgabe 11/2013

BVLH simuliert den Ernstfall

Unter dem Pseudonym „Der Lebensmittelverband“ nimmt der BVLH am 27. und 28. November 2013 an der länderübergreifenden Krisenmanagementübung „Lükex“ teil. Dabei üben Bund und Länder unter Beteiligung von Wirtschaft und Verbänden den Katastrophenfall. Simuliert wird bei dieser Übung eine Schadenlage, bei der die Gesundheit der Bevölkerung, die Lebensmittelsicherheit und die innere Sicherheit gefährdet sind. Das Katastrophengeschehen ist teilweise der EHEC-Krise nachempfunden.

Mit Lükex wird alle zwei Jahre kontrolliert, wie Bund und Länder auf einen Ernstfall vorbereitet sind. Darüber wird das Zusammenspiel von Behörden, Wirtschaft und Verbänden in der Krise getestet.

Ohne Zweifel sicher?

Für den Verbraucher ist es eine Selbstverständlichkeit, dass nur sichere Lebensmittel auf den Tisch kommen. Um sich wirklich sicher zu fühlen, bedarf es jedoch eines komplexen Zusammenspiels von Produkt, Produktinformation, persönlichen Einstellungen und individueller Risikokompetenz.

Die Frage, welchen Beitrag die Informationskultur im Themenfeld Lebensmittelsicherheit dazu leistet, steht im Mittelpunkt des Symposiums „Ohne Zweifel sicher?“, das der Verein DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT am 5.12.2013 in Berlin veranstaltet.

Folgende Fragestellungen stehen im Fokus der Veranstaltung: Wie wird in Deutschland über Lebensmittelsicherheit berichtet? Welche positiven und negativen Aspekte werden hervorgehoben und warum? Wie schätzt die Gesellschaft die generelle Informationslage zum Thema Lebensmittelsicherheit ein? Wo besteht Handlungsbedarf?

Dazu werden auf dem Symposium neue Studienergebnisse zur Informationskultur im Themenfeld Lebensmittelsicherheit vorgestellt und mit Journalisten, Politikern, Wissenschaftlern sowie Verbraucher- und Wirtschaftsvertretern diskutiert.

Termin: Donnerstag, 5. Dezember 2013, 11:30 bis 18:00 Uhr
Ort: Verlags- und Redaktionsgebäude der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in Berlin, Mittelstraße 2 – 4, 10117 Berlin
Anmeldung: www.lebensmittelwirtschaft.org/symposium/anmeldung/
Codewort: ESSKULTUR

Schokolade schlägt Apfel

151 Euro gibt der Verbraucher im Durchschnitt für Süßwaren aus. Das ist das 1,5-fache seiner Ausgaben für Obst, die bei rund 100 Euro liegen. Das ist eines der zentralen Ergebnisse der aktuellen Studie „GfK-Sortimentskaufkraft“.

Beim Süßwarensortiment haben der Norden rund um Hamburg und das Ruhrgebiet mit den Stadtkreisen Düsseldorf und Köln die Nase vorn. Dort ist die Kaufkraft für Naschzeug bis zu 20 Prozent höher als im Bundesdurchschnitt. Im Süden sticht München heraus. Die bayerische Landeshauptstadt liegt bundesweit zwar nur auf Rang 14, die Münchner haben mit rund 173 Euro pro Kopf jedoch noch gut 14 Prozent mehr Kaufkraft für Süßwaren als der Durchschnitt.

Gemeinsam mit den Bewohnern des Hochtaunuskreises haben die Münchner allerdings bei Obst mit rund 130 Euro pro Kopf die höchste Kaufkraft. Mit 78 Euro geben die Einwohner des Landkreises Cloppenburg am wenigsten für Obst aus. Die GfK-Forscher schränken jedoch ein, dass in ländlichen Regionen Obst oft auch im heimischen Anbau zur Verfügung stünde und daher die Kaufkraft nur begrenzt etwas über den Obstkonsum der Menschen aussage.

Die Studie „GfK-Sortimentskaufkraft“ misst das durchschnittliche, verfügbare Ausgabepotenzial für rund 60 Standardsortimente am Wohnort der Konsumenten. Sie basiert auf unterschiedlichen Erhebungen und Analysen des Einkaufsverhaltens von Verbrauchern im Einzelhandel.

Einseitige Debatte über Lebensmittelsicherheit

Die Diskussion um Lebensmittelsicherheit wird in den Medien einseitig geführt. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Medienanalyse zum Themenkomplex Lebensmittelsicherheit in der Presse“.

Geprägt würden die Debatten zur Lebensmittelsicherheit vor allem von Akteuren aus Politik, Wissenschaft und den Verbraucherorganisationen. Die Verbände der Lebensmittelwirtschaft hingegen seien in den analysierten Berichten unterrepräsentiert. Bei Diskussionen fehlten damit häufig die Gegenargumente. Kontroversen fänden kaum statt.

Die Studie kommt darüber hinaus zu dem Ergebnis, dass die Berichte über Lebensmittelskandale zahlenmäßig zwar nur eine kleinere Rolle spielen, Zwischenfälle aber aufmerksamkeitsstarke Spitzen in der Berichterstattung bilden. In den überregionalen Medien werde über Lebensmittel und Lebensmittelsicherheit in einem eher kritischen Kontext berichtet. Auf regionaler Ebene hingegen hielten sich positive und kritische Artikel die Waage.

Für die Studie die vom Verein DIE LEBENSMITTELWIRTSCHAFT in Auftrag gegeben wurde, wurden knapp 600 Pressebeiträge analysiert, die zwischen Oktober 2012 und März 2013 in zwölf Titeln aus überregionaler Tagespresse, Wochenpresse und Boulevardpresse erschienen sind.


Ausgabe 10/2013

Anuga 2013: Für das internationale Foodbusiness die wichtigste Plattform

Mit einem sehr guten Ergebnis endete am 9. Oktober 2013 die 32. Anuga in Köln. An den fünf Messetagen besuchten rund 155.000 Fachbesucher aus 187 Ländern die Stände der 6.777 Aussteller. Mit rund 65 Prozent Auslandsanteil erwies sich die Anuga erneut als die internationale Handelsdrehscheibe für Nahrungsmittel und Getränke.

Convenience ist weiter auf dem Vormarsch. Die Lebensmittelkette bedient damit konsequent die Bedürfnisse von immer mehr Menschen, deren Ernährungsgewohnheiten sich den veränderten Alltagssituationen zunehmend anpassen. Dabei stellen mehr und mehr Hersteller- und Handelsmarkenprodukte neben der hohen Qualität die Aspekte Genuss, Frische und Nachhaltigkeit in den Fokus.

Die Anuga hat sich darüber hinaus einmal mehr als wichtige Dialogplattform für die internationale Politik erwiesen. Minister und Staatssekretäre aus aller Welt sind nach Deutschland gereist, um die Anuga zu besuchen.

BVLH-Retailforum: Nachhaltigkeit weiter im Focus

Der Anuga-Messeauftritt des BVLH stand ganz im Zeichen des verantwortungsvollen Konsums. Unter dem Motto „Sustainability. Food Safety. Transparancy.“ präsentierten der Verband und seine Partner auf dem Retailforum Initiativen und Maßnahmen, die Konsumenten dabei unterstützen, einen umwelt- und sozialethisch ausgerichteten Konsumstil zu führen.

Mit dem Forum Nachhaltiger Kakao und dem Datenbankprojekt „Fischbestände online“, konnte der BVLH zeigen, was Lebensmittelwirtschaft, Zivilgesellschaft und Politik unternehmen, um die sozial- und umweltverträgliche Erzeugung, Verarbeitung sowie Distribution von Lebensmitteln zu verbessern.

Das Forum Nachhaltiger Kakao hat im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf der Anuga ein erstes Resümee seiner bisherigen Arbeit gezogen. Durch Wissens- und Erfahrungsaustausch wollen die Mitglieder der Initiative die Wirksamkeit der vielfältigen, bereits bestehenden Maßnahmen erhöhen, vernetzen und weiter ausbauen. Zahlreiche Produkte aus nachhaltigem Kakaoanbau sind bereits in den Regalen des Lebensmittelhandels zu finden. Dieses Angebot zeigt, dass sich die Handelsunternehmen ihrer Verantwortung bewusst sind.

Auf dem Retailforum wurden ebenfalls die aktuellen Entwicklungen bei der Datenbank „Fischbestände online“ vorgestellt. Die vom Thünen-Institut gepflegte, aber von Handel, Industrie und Fischerei finanzierte Plattform, informiert aktuell, unabhängig und verständlich über alle Aspekte der nachhaltigen Nutzung eines Fischbestandes.

Anfang Oktober waren Informationen über 156 Fischbestände aus 33 Arten vorhanden, zu denen fast 80 Prozent des in Deutschland verkauften Fisches gehören. Die Bestände lassen sich durch die freiwillige Fanggebietskennzeichnung von Handel und Industrie auch einzelnen Fanggebieten zuordnen – ein wesentlicher Schritt für mehr Transparenz. Die nächste große Entwicklung ist die Einrichtung von Herkunftssicherungssystemen.

Handelsbefragung nachhaltige Produkte: Regional schlägt Bio

Nachhaltig erzeugte Produkte haben im deutschen Lebensmittelhandel weiterhin gute Wachstumsaussichten. Das ist eines der Kernergebnisse einer Umfrage, die der BVLH anlässlich der Anuga 2013 durchgeführt hat.

Dabei wird regionalen Produkten von den befragten Handelsunternehmen höheres Potenzial eingeräumt, als ökologisch erzeugten Lebensmitteln. So schätzt zwar die Hälfte, dass sich der Umsatz sowohl bei regionalen, als auch bei Bio-Produkten in den kommenden fünf Jahren um bis zu 30 Prozent erhöhen könnte. Knapp ein Drittel aber traut regionalen Produkten sogar eine Steigerung von bis zu 50 Prozent zu. Ebenfalls knapp ein Drittel taxiert das Wachstumspotenzial von Bio-Lebensmitteln hingegen nur auf bis zu 10 Prozent.

Die Einschätzungen zu den Wachstumsaussichten für fair gehandelte Produkte sind unter den befragten Handelsunternehmen relativ ausgewogen. Je ein Drittel rechnet in den kommenden fünf Jahren mit einer Umsatzsteigerung von bis zu 10 Prozent bzw. bis zu 30 Prozent. Ein Viertel hält bis zu 50 Prozent für möglich.

Hohes Wachstumspotenzial wird auch Produkten mit Tierschutzaspekt eingeräumt. Die Hälfte der befragten Unternehmen traut ihnen eine Steigerung von bis zu 50 Prozent zu, ein Drittel hält bis zu 30 Prozent für möglich.

Die Ergebnisse beruhen auf den Antworten von neun Unternehmen des filialisierten und des genossenschaftlich organisierten Lebensmittelhandels. Sie betreiben insgesamt 30 Vertriebslinien mit fast 20.000 Geschäften und erzielten 2012 einen Umsatz von zusammen 137 Milliarden Euro.
Weitere Ergebnisse der Befragung, vor allem zu den Treibern und Hemmnissen der Vermarktung nachhaltig erzeugter Produkte, sind auf www.bvlh.net/infothek_meldungen.html zu finden.

Nachhaltigkeit wird immer bekannter

Die Bekanntheit des Begriffs Nachhaltigkeit ist deutlich gestiegen. Mehr als 80 Prozent der Bundesbürger haben zumindest schon einmal davon gehört. Zumeist wird der Begriff mit Aspekten des Natur- oder Umweltschutzes verbunden. Dies ergab eine repräsentative Studie zum Thema Nachhaltigkeit des GfK Vereins.

Allerdings ist nur bei 40 Prozent der Begriff „ganz sicher“ bekannt. Die Zahl derer, die den Ausdruck definitiv kennen, ist damit im Vergleich zum Vorjahr um acht Prozentpunkte gestiegen. Nur noch 17 Prozent können gar nichts mit dem Ausdruck anfangen. Vor einem Jahr gab dies noch fast jeder vierte Befragte an.

Auch wer den Begriff Nachhaltigkeit schon einmal gehört hat, weiß nicht unbedingt, was genau darunter zu verstehen ist: elf Prozent derjenigen, die angeben, den Begriff zu kennen, haben keine konkrete Vorstellung von seiner Bedeutung. Wobei dieser Wert in den letzten zwei Jahren deutlich zurückging (2011: 18 Prozent). Für die übrigen Befragten steht Nachhaltigkeit vor allem für Natur- und Umweltschutz. So nennt fast jeder Vierte umweltbewusstes Handeln und Wirtschaften, 16 Prozent denken speziell an die Verwendung nachwachsender Rohstoffe und 14 Prozent an das Sparen von Ressourcen.

Neben Umweltaspekten verbinden 20 Prozent jener, die angeben, den Begriff zu kennen, damit Dauerhaftigkeit oder eine lange Lebensdauer. Für 10 Prozent heißt Nachhaltigkeit, in die Zukunft zu investieren und an die Folgen des Handelns zu denken. Sechs Prozent sehen darin eine Verpflichtung gegenüber den nachfolgenden Generationen.

Neuwieder Frischewoche 04.02. – 06.02.2014

In der ersten Februarwoche 2014 bietet die food akademie Neuwied praxisorientierte Workshops für Mitarbeiter in der Frischeabteilung an. Serviceorientierte Vollsortimenter profilieren sich am Markt durch Frischekompetenz. Die Frischewoche ist daher ideal für Mitarbeiter mit verantwortungsvoller Position in der jeweiligen Fachabteilung, für neue oder erfahrene Abteilungs- oder Marktleiter. Die Workshops sollen für die Ware begeistern, Verkaufsstrategien und ansprechende Warenpräsentation sind ein Teil davon. Sortimentskompetenz und die Emotionalisierung der Kunden sind die Kernpunkte der Neuwieder Frischewoche. Interessante Kurzvorträge und Verkostungen runden die Frischewoche ab.

Tagesgebühr: 99,99 € incl. Material, Getränke, Mittagessen. Auf Wunsch sind Übernachtungen möglich.

Für Kurzentschlossene: weitere Workshopangebote der food akademie
- 17.10.2013: Fachseminar Fisch mit Susanne Sammet
- 05.11.2013: Fachseminar Obst und Gemüse mit Matthias Kellner
- 12.11.2013: Fachseminar Käse mit Verena Veith

Seminarpreis: 199,00 EUR, ab zwei Mitarbeitern 149,00 EUR

Kontakt: Florian Zerres, zerres@food-akademie.de, Tel: 02631 – 830 460

Neuer Marktplatz für Lebensmittel und Spezialitäten aus Mitteldeutschland

Die Bundesländer Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt laden gemeinsam zur 1. Mitteldeutschen Warenbörse. Die Ausstellung findet statt am Mittwoch, 13. November 2013 von 10:00 bis 17:00 Uhr. Veranstaltungsort ist das GLOBANA Trade Center Leipzig/Halle, Münchner Ring 2 in 04435 Schkeuditz/Leipzig.

Mehr als 150 Unternehmen, vom Direktvermarkter bis hin zum Markenartikler, präsentieren über 1.000 Artikel, darunter viele Spezialitäten.

Die Teilnahme an der 1. Mitteldeutschen Warenbörse ist kostenfrei. Interessierte Händler werden um Anmeldung unter www.agrarmarketing.thueringen.de (Rubrik: Mitteldeutsche Warenbörse) gebeten. Hier kann man sich vorab auch über die beteiligten Unternehmen aus den drei Bundesländern informieren.

Weitere Auskünfte erteilen:
- Christine Gallasch: Tel. 0351 564-2325, E-Mail: christine.gallasch@smul.sachsen.de
- Mario Leidenfrost: Tel. 03641 683-405, E-Mail: mario.leidenfrost@tll.thueringen.de
- Petra Seidel: Tel.: 0391 73790-12, E-Mail: petra.seidel@amg-sachsen-anhalt.de

EHI Marketing Forum 2013: Herzlich Willkommen in der Zukunft!

Die Konsumenten der Zukunft schon heute für den Handel greifbar machen. Dieser Herausforderung stellt sich das EHI Marketing Forum 2013. Im Mittelpunkt der Veranstaltung am 26. und 27. November in Düsseldorf stehen die neuesten Ergebnisse aus der aktuellen Marketing Szenario Studie des EHI Retail Institute.

Das EHI Szenario-Team – das sind Marketingverantwortliche des Handels sowie Vertreter von Medien, Dienstleistungsunternehmen und Methodenpartnern – hat eine Vielzahl von Fakten, Trends, Ideen und Visionen zu Zukunftsbildern verdichtet. Entstanden sind dabei acht mögliche Szenarien zur Marketing-Kommunikation des Handels im Jahr 2025.

An den zwei Kongresstagen stellen die Mitglieder des Szenario-Teams die alternativ möglichen Zukünfte vor. Jedes Szenario wird mit einem Best-Practice aus dem Handel erläutert.

Das EHI Marketing Forum richtet sich an Geschäftsführer, Mitglieder der Geschäftsleitung und Entscheider aus dem Handel, der Markenartikelindustrie sowie von Agenturen und Dienstleistungsunternehmen aus den Bereichen Marketing, Kommunikation, Werbung, Marktforschung, Social Media, Markenmanagement, Markenführung, Vertrieb und Category Management sowie an interessierte Handelswissenschaftler.

Weitere Informationen zum Inhalt der Veranstaltung, zu den Referenten und zur Anmeldung stehen unter www.ehi-marketingforum.de zur Verfügung.


Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e.V. (BVLH)
Am Weidendamm 1A | 10117 Berlin
Tel.: 030 726250-80 | Fax: 030 726250-85
E-Mail: info@bvlh.net | www.bvlh.net